Bundesliga VfB-Rückkehrer Gentner: Gereift und hungrig

Stuttgart. Neuzugang Christian Gentner klang im Trainingslager des VfB Stuttgart ein bisschen wie ein Mann, der nach einer abenteuerlichen Zeit in der Fremde in die Heimat zurückgekehrt ist.
29.06.2010, 23:30
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste

Stuttgart. Neuzugang Christian Gentner klang im Trainingslager des VfB Stuttgart ein bisschen wie ein Mann, der nach einer abenteuerlichen Zeit in der Fremde in die Heimat zurückgekehrt ist.

Nun ist ein Bundesliga-Engagement beim VfL Wolfsburg keine Weltumseglung, aber drei Jahre sind in der Karriere eines 24 Jahre alten Fußball-Profis durchaus eine lange Zeit - und können nicht nur deshalb allemal prägend wirken. «Ich habe mich während meiner Zeit in Niedersachsen zweifellos weiterentwickelt. Allgemein tut es jedem Menschen gut, wenn er mal von zu Hause wegkommt und einen Tapetenwechsel erlebt», sagte Gentner in St. Moritz.

Profitiert hat Gentner auf jeden Fall davon, dass er dem VfB Stuttgart nach dem Titelgewinn 2007 zwischenzeitlich den Rücken gekehrt hat. Zunächst als Leihgabe nach Wolfsburg gewechselt, wurde er unter Felix Magath dort zur Stammkraft und 2008 endgültig vom VfL verpflichtet. Beim Titelgewinn der «Wölfe» 2009 gehörte der beidfüßige Mittelfeldmann bereits zu den Konstanten im Team der Niedersachsen und entwickelte sich zudem zum Nationalspieler.

«Er wirkt sehr reif, eine absolute Persönlichkeit», stellte VfB- Trainer Christian Gross bereits nach der ersten Trainingseinheit mit seinem bislang prominentesten Neuzugang fest und lobte auch die positive Einstellung des ablösefreien Rückkehrers: «Man merkt, dass er sich unheimlich freut.»

Den ausgeprägten Ehrgeiz des viermaligen Nationalspielers dürfte sein neuer Coach ebenfalls zufrieden registriert haben. «Ich habe viele positive Erfahrungen gemacht und bin gereift», sagte Gentner mit Blick auf die Jahre in Wolfsburg. «Aber eines ist geblieben: Ich spiele Fußball, um Titel zu sammeln. Ich bin nach wie vor hungrig.»

Natürlich sind im Vergleich zu seiner ersten Zeit beim VfB, in der er aus der eigenen Jugend kommend 2003 den A-Junioren-Titel mit den Schwaben gefeiert hatte, auch die Erwartungen an ihn gewachsen. Denn anders als noch im VfB-Meisterteam von 2007 gehört Gentner nun zu den Anwärtern auf eine Führungsrolle.

Zwar werde er auf Posten wie den des Kapitäns «nie Ansprüche anmelden», betonte der gebürtige Nürtinger, dessen älterer Bruder die B-Junioren des VfB coacht. In der Position, auf dem Platz Verantwortung zu übernehmen, sieht sich Gentner dennoch. «Wir haben viele junge Spieler. Da muss ich mit meinen immerhin schon fünf Jahren im Profifußball auch mal den ein oder anderen führen können.»

Ob dies angesichts der Konkurrenz der Nationalspieler Sami Khedira, Christian Träsch und Zdravko Kuzmanovic auf der von ihm bevorzugten Sechser-Position sein wird, überlässt Gentner dem Trainer. «In Wolfsburg habe ich auch links gespielt, weil das zentrale Mittelfeld mit Misimovic und Josué besetzt war. Da bin ich Nationalspieler geworden. Ich bin also flexibel», sagte er. (dpa)

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Einwilligung und Werberichtlinie

Ich erkläre mich damit einverstanden, dass die von mir angegebenen Daten dazu genutzt werden, regelmäßig per E-Mail redaktionelle Inhalte des WESER-KURIER seitens der Chefredaktion zu erhalten. Die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Ich kann diese Einwilligung jederzeit formlos mit Wirkung für die Zukunft widerrufen, z.B. per E-Mail an widerruf@weser-kurier.de.
Weitere Informationen nach Art. 13 finden Sie unter https://www.weser-kurier.de/datenschutz

Schließen

Das Beste mit WK+