Bundesliga Werder will Bremer NPD-Funktionär ausschließen

Bremen. Werder Bremen wehrt sich gegen ein rechtsextremes Mitglied. Der Fußball-Bundesligaclub will den führenden NPD-Funktionär Jens Pühse aus dem Verein ausschließen.
20.04.2011, 13:00
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Bremen. Werder Bremen wehrt sich gegen ein rechtsextremes Mitglied. Der Fußball-Bundesligaclub will den führenden NPD-Funktionär Jens Pühse aus dem Verein ausschließen.

Werders Vizepräsident Hubertus Hess-Grunewald hat den Chef-Wahlkämpfer der rechtsextremen Partei bei der Landtagswahl am 22. Mai in Bremen in einem Brief zu einem freiwilligen Austritt bis zum 3. Mai aufgefordert. Andernfalls droht Pühse ein Ausschlussverfahren. Der NPD-Mann ist erst seit Februar Werder-Mitglied. Er lehnte in einem Antwortschreiben einen Austritt ab.

Ein Ausschluss ist laut Werders Mediendirektor Tino Polster möglich. Die politische Gesinnung der NPD sei mit der Vereinssatzung nicht vereinbar. "Als Herr Pühse im Februar seinen Mitgliedsantrag stellte, war er uns nicht bekannt. Jetzt hat er aber auf seiner Facebook-Seite die Mitgliedschaft bei Werder in den Mittelpunkt gestellt. Er ist ein führender Politiker der Partei und verfolgt aktiv die Ziele der NPD. Diese Ziele widersprechen unserem Ethik-Kodex", erklärte Polster.

Der Werder-Sprecher betonte, dass der Verein bei Neuaufnahmen grundsätzlich keine Fragen nach Parteizugehörigkeit oder Religion stelle. Eine Gesinnungsprüfung sei nicht vorgesehen. Werder Bremen setze sich aber gegen Rassismus, Diskriminierung und Gewalt ein. Dies sei bei einem NPD-Kadermitglied nicht gegeben.

Pühse bot in seinem Brief der Werder-Führung an, "sich in einem persönlichen Gespräch ein Bild von meinen Positionen zu machen und davon, dass natürlich kein satzungsgemäßer Ausschlussgrund gegeben ist". Zu erwarten ist aber, dass das Werder-Präsidium in seiner Sitzung am 3. Mai ein förmliches Ausschlussverfahren gegen den NPD-Politiker einleitet. (dpa)

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