Dortmund Ziel in weiter Ferne: «Wölfe» beklagen Fehlstart

Dortmund. Teure Investitionen, null Ertrag - beim VfL Wolfsburg wächst die Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit. Trotz einer üppigen Einkaufstour steckt der selbst ernannte Champions- League-Aspirant vorerst im Tabellenkeller fest.
12.09.2010, 09:41
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Dortmund. Teure Investitionen, null Ertrag - beim VfL Wolfsburg wächst die Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit. Trotz einer üppigen Einkaufstour steckt der selbst ernannte Champions- League-Aspirant vorerst im Tabellenkeller fest.

Mit sorgenvoller Miene kommentierte Steve McClaren das 0:2 (0:0) bei Borussia Dortmund: «Ich wusste, dass es am Anfang schwierig wird. Aber es ist schwieriger als gedacht.» Nach drei Niederlagen in drei Spielen ist die für einen neuen Trainer branchenübliche Schonfrist abgelaufen. «Der Druck nimmt zu», kommentierte der Fußball-Lehrer den schlechtesten Bundesligastart der Vereinsgeschichte.

Alle Hoffnungen, dass der kurz vor Toresschluss Ende August verpflichtete Diego flugs in die ihm zugedachte Rolle als «Heilsbringer» schlüpfen könnte, erwiesen sich bisher als Wunschdenken. Auch im zweiten Spiel unter der Regie des Brasilianers ging das für rund 37 Millionen Euro verstärkte Team leer aus. «Kein Punkt nach drei Spielen, das ist nicht normal für solch eine Mannschaft», klagte der Spielmacher. Grund zu übermäßiger Sorge sah der teuerste Bundesliga-Zukauf der diesjährigen Transferperiode jedoch nicht: «Die Situation ist schlecht, könnte aber noch schlechter sein.»

Anders als die neu zusammengestellten Wolfsburger präsentierten sich die Dortmunder als harmonische Einheit. Der überragende Nuri Sahin (50.) und Transferschnäppchen Shinji Kagawa (67.) stellten den verdienten Sieg sicher. Die gelungene Generalprobe für den Start in die Gruppenphase der Europa League in Lwiw (Ukraine) versetzte BVB-Coach Jürgen Klopp in Hochstimmung: «Wir dürfen jetzt auch mal stolz sein, weil es einfach beeindruckend war.»

Nach der Heimschlappe zum Ligastart gegen Leverkusen (0:2) steht der BVB glänzend da. Wie schon beim 3:1 in Stuttgart überzeugte das junge Team durch verblüffende Souveränität und hohe Spielkultur. Torschütze Sahin, den Nationalcoach Guus Hiddink bei den jüngsten EM-Qualifikationsspielen der Türken zum Zuschauen verurteilt hatte, schoss sich aus rund 25 Metern den Frust von der Seele. «Man sollte nicht sagen, der Gegner war schwach. Wir waren einfach stark», sagte der Mittelfeldspieler.

Nur in der ersten Halbzeit leistete der deutsche Meister von 2009 ernsthafte Gegenwehr. Doch mit dem 0:1 gingen alle guten Vorsätze verloren. «Viele Spieler bleiben im Moment unter ihren Möglichkeiten», befand Geschäftsführer Dieter Hoeneß. Das sah Trainer McClaren ähnlich, warb aber um Geduld: «Wir haben neue Spieler, ein neues System und einen neuen Trainer. Das braucht Zeit.»

Zumindest eine Woche dürfte es noch einigermaßen ruhig zugehen. Gelingt jedoch auch im Nordderby am kommenden Spieltag gegen Hannover kein Sieg, drohen ungemütliche Zeiten. Hoeneß hofft auf eine Trendwende: «Krisen gibt es immer mal. Es ist vielleicht besser, sie am Anfang zu haben. Dann hat man noch Zeit, etwas zu klären.» Nach kurzem Zögern fügte der Geschäftsführer an: «Aber nach drei Niederlagen in drei Spielen sollte man nichts beschönigen.» (dpa)

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