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Kind lässt 50+1-Antrag ruhen - 96 dementiert mögliches Ende

01.05.2019 0 Kommentare

96-Boss
Martin Kind muss für Liquidität bei Hannover 96 sorgen. Foto: Peter Steffen (Peter Steffen / dpa)

Hannover 96 und sein Hauptgesellschafter Martin Kind lassen ihren Antrag auf eine Ausnahmegenehmigung von der 50+1-Regel ruhen, haben aber ein Scheitern des Antrags dementiert.

Der Fußball-Bundesligist begründete die Ruhelegung in einer Mitteilung vom Mittwoch aufgrund von „vertraulichen und vertrauensvollen Gesprächen“, die derzeit zwischen der Profigesellschaft Hannover 96 GmbH und Co. KGaA um Geschäftsführer Kind sowie dem Stammverein Hannover 96 e.V. über den Ausnahmeantrag stattfinden. Die „Bild“-Zeitung hatte zuerst darüber berichtet.

Über den Inhalt der Gespräche haben beide Parteien „Stillschweigen vereinbart“. Allerdings dementierte Hannover 96 deutlich, dass der Antrag Kinds, der sich derzeit vor dem Schiedsgericht der Lizenzligen befindet, vor dem Aus stehen würde. „Dem widersprechen wir vollumfänglich“, teilte der Club mit. Vielmehr kündigte 96 im Falle eines Scheitern der Gespräche mit dem e.V. an, dass das Verfahren „unmittelbar fortgesetzt“ werden kann.

Die nur in Deutschland gültige 50+1-Regel soll den Einfluss externer Investoren im Profifußball begrenzen. Sie stellt sicher, dass Vereine auch dann die Entscheidungsgewalt über ihre Profiabteilungen behalten, wenn sie diese in eine Kapitalgesellschaft ausgegliedert haben. Kind, die Profigesellschaft Hannover 96 GmbH und Co. KGaA und der Stammverein Hannover 96 e.V. stellten 2017 den Antrag auf eine Ausnahmegenehmigung, wie sie bereits der VfL Wolfsburg, Bayer Leverkusen und 1899 Hoffenheim besitzen. Das Ziel: Kind und seine Mitgesellschafter wollen den Profibetrieb komplett übernehmen dürfen, ohne dass der eingetragene Verein noch ein Mitspracherecht besitzt.

Der Antrag wurde jedoch zunächst 2018 von der Deutschen Fußball Liga abgelehnt und liegt seitdem beim Ständigen Schiedsgericht als nächster Instanz. Im März änderten sich dann auch noch die Machtverhältnisse beim eingetragenen Verein Hannover 96, der seitdem von Gegnern Kinds und seiner Übernahmepläne geführt wird. Der neue Aufsichtsrat und der neue Präsident Sebastian Kramer machten noch am Abend der Mitgliederversammlung deutlich, den 50+1-Antrag zunächst überprüfen und dann nach Möglichkeit stoppen zu wollen. Ihr Ziel ist, die Mitglieder über das Thema 50+1 abstimmen zu lassen.

Der 75 Jahre alte Kind will wiederum die Ausnahmegenehmigung dazu nutzen, um ein sogenanntes "Hannover Modell" zu etablieren. Schon jetzt gehört die ausgegliederte Profigesellschaft der Hannover 96 Sales & Service GmbH und Co. KG mit vier regionalen Gesellschaftern um Kind und den Drogerie-Unternehmer Dirk Roßmann. Bislang hatte der Verein über die Management GmbH aber immer noch ein Mitspracherecht.

Laut „Bild“-Zeitung will die neue Führung keinen Antrag mittragen, der noch vor ihrer Machtübernahme auch im Namen des Hannover 96 e.V. gestellt wurde. Allerdings könnte die 50+1-Regel in Zukunft auch durch das Bundeskartellamt zu Fall gebracht werden. Die Behörde überprüft die Regel und hat alle deutschen Proficlubs um eine Stellungnahme zu diesem Thema gebeten. (dpa)


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Leserkommentare
Sknoe am 18.10.2019 18:10
Mit Oberlehrern gibt es natürlich immer wieder mal Konflikte, die, die ihr vermeintliches Recht durchsetzen wollen. Man sollte aber gar nicht erst ...
MaxHeinken am 18.10.2019 18:04
Ein wirklich sehr guter Beitrag.

In Bremen arbeiten viele, die im Bremer „Speckgürtel“ wohnen.
Nicht alle können mit den ...