Bremen-Liga Gaese profitiert noch heute von seiner Grundausbildung

Bockhorn. Daniel Gaese hat seine Treffsicherheit für den Bremen-Ligisten Blumenthaler SV zuletzt bei der Sportwoche der TuSG Ritterhude unter Beweis gestellt. Von seiner Grundausbildung beim Lüssumer TV profitiert der heute 21-Jährige noch heute.
04.08.2010, 22:20
Lesedauer: 3 Min
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Von KLAUS GRUNEWALD

Bockhorn. Seine Adresse hat Symbolcharakter: Himmelskamp. Kamp kommt vom lateinischen campus und bedeutet Fläche. Auf einer ganz speziellen Fläche, dem Fußballfeld, fühlt sich Daniel Gaese besonders wohl. Dort wird der 21-jährige Blumenthaler bisweilen zum Himmelsstürmer, schießt dann Tore wie am Fließband. Für den Bremen-Ligisten Blumenthaler SV. Unlängst geschehen bei der Sportwoche der TuSG Ritterhude.

Noch wohnt Daniel Gaese bei seinen Eltern. In dem vor elf Jahren gebauten schmucken weißen Haus in der Straße Himmelskamp 27. Gleich nebenan reckt sich der Turm der evangelischen Kirchengemeinde Bockhorn in den Himmel. Von seinem Zimmer mit den tiefroten Wänden aus blickt der junge Mann in den Garten. Eigentlich ist heute Grillen geplant. Doch Freundin Saskia Dora zieht die Stirn in Falten und schaut zum Himmel. Der Wetterbericht hat Regen angesagt.

Eitel Sonnenschein herrscht dagegen seit zwei Jahren zwischen dem talentierten Fußballer aus Blumenthal und seiner 19-jährigen Freundin aus Ritterhude, einer begeisterten Reiterin. Kennen gelernt haben sie bei einer Sportwoche im Jahnstadion. Als eine Schambeinverletzung Daniel außer Gefecht gesetzt und zum Zuschauen verurteilt hatte. Sein Blick fiel auf Saski.

Jetzt stehen die beiden vor der Glasvitrine, in der Pokale und Medaillen fein säuberlich angeordnet die fußballerischen Erfolge des 21-Jährigen dokumentieren. Unter anderem eine Torjägerkanone von der Bundeswehr. Neun Monate Wehrdienst hat Daniel Gaese in Delmenhorst absolviert. Und als der Kompaniechef spitz kriegte, dass ein Fußballtalent unter seinen Fittichen Dienst schiebt, beorderte er den Bockhorner häufiger auf den Sportplatz als zum Wachgang. Schließlich ging es auch auf dem Rasen um die Ehre der Kompanie.

'Grundausbildung' in Lüssum

Als Daniel fünf Jahre alt war, nahm ihn sein Vater Jens mit zum Sportplatz des Lüssumer TV. Der Sohnemann fand schnell Geschmack am Kampf ums runde Leder, rannte in jeder freien Minute zum Spielplatz, wo er sich auch mit wesentlich älteren Gegenspielern messen musste. Eine Grundausbildung, von der er noch heute profitiert. Umso mehr, weil der 21-jährige nicht gerade mit einem Gardemaß ausgestattet ist. Eher ein Typ wie der Argentinier Rodolfo Esteban Cardoso, der einst für den HSV und auch für Werder Bremen kickte.

Argentinien war denn auch für Daniel Gaese der WM-Favorit, wenngleich Spanien ein würdiger Fußball-Weltmeister sei. Dorthin zieht es den Blumenthaler in den Ferien, vor allem nach Teneriffa. Doch ebenso gerne nimmt er ein kühles Bad im Gartenpool seiner Großeltern oder im Ohlenstedter See. Wohin er häufig mit Freundin Saskia fährt.

An Urlaub ist freilich zurzeit nicht zu denken. Nach dem Abitur, das er im vergangenen Jahr am Schulzentrum in der Eggestedter Straße gebaut hat (Leistungsfächer: Biologie und Sport) sowie dem neunmonatigen Wehrdienst in Delmenhorst bereitet sich Daniel Gaese auf sein Studium in Gesundheitswissenschaften an der Bremer Uni vor. Dafür muss er ein Praktikum nachweisen, das er gegenwärtig im Kindergarten im Haus Blomendal absolviert.

100 Meter in 11,6 Sekunden

Und schließlich steht die neue Fußballsaison vor der Tür, für die auch der Bremen-Ligist aus Blumenthal ein hartes Vorbereitungsprogramm absolviert hat. Zu dem die Turniere in Ritterhude und Löhnhorst zählten, wo der 21-Jährige aufgrund seiner technischen Fertigkeiten, seines Torinstinkts und seiner Schnelligkeit - die 100 Meter legt er in 11,6 Sekunden zurück - überzeugte.

Zwar hat es Anfragen von anderen Vereinen gegeben. Aber Daniel Gaese sagt von sich, ein familiärer Typ zu sein. Und zur Familie zählt er nicht nur Eltern, Großeltern, Schwester und Freundin, sondern auch das Team der ersten Herrenmannschaft, in der Trainer Peter Moussalli seit Jahren den Takt vorgibt. 'Der achtet darauf, dass neue Spieler vor allem menschlich zur Mannschaft passen', lobt Daniel Gaese. Zum Team gestoßen ist zum Beispiel Sören Seidel vom TSV Ottersberg. Ein gestandener Fußballer, von dem er sicherlich noch viel lernen könne. Um eventuell auch einmal in der Oberliga Niedersachsen zu kicken? Der Bockhorner will das nicht ausschließen, bekräftigt aber zugleich, sich jetzt ausschließlich auf die neue Saison in der Bremen-Liga zu konzentrieren. Ziel des Blumenthaler SV: ein Platz zwischen eins und fünf.

Eingefleischter Bayer-Fan

Die Nummer eins im bezahlten deutschen Fußball ist Bayern München. Er sei ein eingefleischter Bayern-Fan, sagt Daniel Gaese und lächelt verschmitzt. 'Das war schon immer so', erklärt er auf die unvermeidliche Nachfrage: 'Warum nicht Werder?' Für allzu empörte Anhänger des Bremer Bundesligisten hat er gleichwohl eine Beruhigungspille parat und zeigt auf die Glasvitrine. Dort liegt, unübersehbar, ein grünweißes rundes Leder, auf dem die Namenszüge ehemaliger Werdergrößen prangen. Auch die des einstigen Erfolgstrainers Otto Rehagel. 'Den Ball hat mir mein Opa geschenkt', sagt Daniel Gaese und blickt zur Decke des Glasschranks: Dort, über allem, thront eine Sportkappe mit dem Emblem des FC Bayern.

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