Fußball-Bezirksliga 3 Gäste rennen zu ideenlos an

Spielbestimmend waren die Gäste, doch der SV Lilienthal-Falkenberg kam beim leidenschaftlich verteidigenden ATSV Scharmbeckstotel nicht über ein 1:1 hinaus - und lief zunächst sogar einem Rückstand hinterher.
28.10.2018, 20:11
Lesedauer: 3 Min
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Von Thomas Müller

Scharmbeckstotel. Wer angesichts der frischen Temperaturen auf eine erwärmende Partie gehofft hatte, der wurde enttäuscht. Die Spielqualität beim 1:1 (1:1) in der Fußball-Bezirksliga 3 zwischen dem ATSV Scharmbeckstotel und dem SV Lilienthal-Falkenberg ließ beiderseits arg zu wünschen übrig. Insofern war es ein gerechtes Unentschieden – wirklich helfen kann der Punkt keinem der beiden. Ein paar Aufreger gab es dennoch.

Die Gäste übten von Beginn an hohen Druck auf den Tabellenletzten aus. Schon in der ersten Minute herrschte Konfusion im ATSV-Strafraum. Doch in dem Gestocher vorm Tor brachten weder Nils Koehle noch Bertrand Bingana die Kugel über die Linie. Wenig später misslang ein Doppelpassversuch zwischen Bingana und Kai Kansmeyer: Die Szene war ganz typisch fürs Spiel der Gäste. Die Pässe wurden zu ungenau gespielt, der ganze Aufbau war viel zu kompliziert angelegt. Klar gespielte Bälle waren eine Seltenheit. Das machte die Sache für die tief und kompakt stehenden Gastgeber einfach.

„Es war sicher kein schönes Spiel, aber das war auch nicht unsere Absicht“, räumte Timo Wesemann ein. Der ATSV-Co-Trainer vertrat den erkrankten Coach Philipp Meinke an der Seitenlinie. „Wir wollten kämpfen und hinten dicht halten“, fuhr Wesemann fort. Das sei gelungen. Und obendrein das Führungstor in der 36. Spielminute. Es war zugleich der erste Schuss direkt aufs Tor der Lilienthaler. Vorbereiter war Jonas Krebs mit einem Eckstoß. Und den verlängerte Pascal Blaak etwas angeschnitten auf den kurzen Torwinkel. Via Innenpfosten rutschte der Ball ins Netz.

Das 1:0 stellte den Spielverlauf auf den Kopf. Denn am Drücker waren mit viel Ballbesitz die Lilienthaler. Doch anders als zuletzt beim 5:1 gegen den TSV Bassen kamen sie nicht in die richtige Abschlussposition oder zielten zu ungenau. Was beim ATSV ebenfalls gelang: Spielmacher Nils Koehle aus dem Spiel zu nehmen. Der konnte weder seine Schnelligkeit noch seine Technik wirklich ausspielen, lief sich stattdessen oft fest, verlor den Ball. Nur einmal gelang Koehle buchstäblich der Durchbruch. Kurz hinter der Mittellinie startete er ein gelungenes Dribbling, chippte die Kugel dann von der linken Seite vors Tor, wo der mitgelaufene Marvin Buscher goldrichtig stand. Mit dem Ball auf der Brust lief er über die Torlinie (42.). Die letzte Aktion vor dem Pausenpfiff war ein indirekter Freistoß vor dem ATSV-Kasten. Schiedsrichter Niklas Requardt (Neuenkirchen) hatte eine Abwehraktion von Lucas Gley als unerlaubtes Rückspiel per Fuß auf den Torwart gewertet. Doch der Versuch von Bingana von der Fünf-Meter-Linie brachte nichts ein, der Nachschuss ebenfalls nichts.

Mit Wiederbeginn änderte sich zunächst nicht viel. Die Gäste dominierten weiter, kamen aber kaum zu zwingenden Aktionen. Im Spielaufbau fehlten Struktur und Übersicht. Was SV-Betreuer Thomas Koehle einigermaßen in Rage versetzte: „An der PlayStation können die Jungs das alles hervorragend, nur hier nicht.“ Da war gerade einmal wieder eine mögliche gute Chance verpufft, weil der freistehende Rechtsaußen Marvin Buscher einfach übersehen wurde. Allmählich aber wurden die Scharmbeckstoteler mutiger. Im Spiel nach vorn wollten sie, belebt auch durch den eingewechselten Kjell Scheper, mehr Akzente setzen. Beinahe wäre Nico Apitz sogar der nächste Treffer geglückt. Sein Distanzlupfer setzte sich aufs Außennetz. Gegen die tief stehende Sonne hätte SV-Keeper Konstantin Gaber sonst wohl kaum den Ball aus dem Winkel fischen können (67.). Auch die nächste Chance gehörte dem ATSV: Lucas Gley zog einfach mal ab, doch Gaber wehrte den noch abgefälschten Schuss klasse ab.

Auf der anderen Seite verpasste Bingana nur knapp das leere Tor, während Pascal Blaak eine Minute später nach Konter nur das Außennetz traf. Die Partie war inzwischen hektischer geworden und nicht immer sportlicher. So zog ATSV-Innenverteidiger Eike Pupat von hinten gegen Fabian Lübsin die Notbremse und sah die Gelbe Karte. Den fälligen Freistoß setzte Nils Koehle neben den Kasten. Auf der anderen Seite kassierte Lilienthals Junior Chi Njuche als Letzter Mann aber ebenfalls nur eine Verwarnung nach einem Ball an den Arm. „Wir haben früh mit langen, hohen Bällen gespielt, was wir so nicht wollten“, resümierte LiFa-Trainer Manuel Weinrich, „und wir hatten nicht die Ballsicherheit wie gegen Bassen. Bassen hatte uns aber auch den Gefallen getan und mitgespielt.“ Aufgrund des Chancenverhältnisses sah auch er eine gerechte Punkteteilung.

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