Beim Abschied aus der Oberliga gerät der TB Uphusen gegen Braunschweig noch einmal mit 0:5 unter die Räder Ganz schön hässlich

Uphusen.Es fing schon nicht wirklich toll an. Um kurz vor 15 Uhr fehlte von den Spielern der FT Braunschweig noch jede Spur.
23.05.2016, 00:00
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Ganz schön hässlich
Von Malte Bürger

Es fing schon nicht wirklich toll an. Um kurz vor 15 Uhr fehlte von den Spielern der FT Braunschweig noch jede Spur. Auch die Unparteiischen waren auf der Anlage des TB Uphusen nicht angekommen. Schuld war ein Stau, der dafür sorgte, dass der Abschied aus der Fußball-Oberliga für die abgestiegenen Gastgeber mit deutlicher Verspätung begann. Die späteren 90 Minuten boten dann ebenfalls wenig Schönes, zudem tat das Ergebnis noch einmal weh. Letztlich ergaben sich die Uphuser ihrem Schicksal und verloren gleich mit 0:5 (0:1).

Es lag eine komische Stimmung über der Anlage am Arenkamp. Nicht nur der sportliche Misserfolg hatte aufs Gemüt erdrückt, auch die Geschehnisse unter der Woche mit dem Rauswurf des Trainergespanns Denis Offermann/Mike Gabel sorgten für ein gewisses Reizklima. Auf eine offizielle Verabschiedung hatte das Duo jedenfalls aus durchaus nachvollziehbaren Gründen nicht allzu viel Lust, stattdessen durften sich so einige Kicker, die den Klub bald verlassen werden, über ein paar warme Worte freuen. Auf dem Spielfeld bemühte sich dann anschließend eine Uphuser Rumpfelf – mit Kai Schmidt saß lediglich ein Feldakteur auf der Bank – darum, einen halbwegs zufriedenstellenden Abschluss hinzubekommen. Das gelang anfangs einigermaßen, auch weil die Gäste keineswegs überragend in Erscheinung traten.

Üble Bemerkung am Spielfeldrand

Es dauerte mehr als eine halbe Stunde, ehe etwas nennenswertes passierte. Dann aber so richtig. Bei einem schönen Angriff der Braunschweiger erhielt Jannis Plietker auf der linken Außenbahn den Ball, zog das Tempo an, eilte in Richtung Tor und netzte unhaltbar für Lucas Feldmann ins lange Eck ein (36.). Für die Freien Turner war dieser Treffer ein Brustlöser, schließlich bestand noch ganz sanft die Gefahr, ebenfalls absteigen zu müssen. Durch den verspäteten Beginn in Uphusen gab es für sie immerhin den Vorteil, bestens über die Resultate auf den anderen Plätzen informiert zu sein.

Und so hätte eigentlich alles ganz schön sein können – zumindest bei den Gästen. Mit der Führung im Rücken war die Halbzeitpause nah. Doch dann eskalierte es, es wurde sogar ziemlich hässlich. TBU-Akteur Enes Acarbay hatte sich in Höhe der Mittellinie ein rüdes Foulspiel erlaubt, was Braunschweigs Trainer Kai Olzem auf den Plan rief. Plötzlich stand er Kopf an Kopf mit Acarbay und ließ zudem einige Beleidigungen folgen. So schnell wie der Coach überreagiert hatte, so schnell kühlte er auch wieder ab. Anders sah es da bei einigen Gäste-Spielern aus, die dieses Mal nicht zum Kader zählten, aber als Zuschauer lautstark an der Bande dabei waren. Und so fiel aus eben jenem Kreis in Richtung eines ausländischen Uphuser Spielers die Bemerkung: „Geh doch zurück in deine Turnhalle da hinten.“ Die Uphuser Halle ist derzeit eine Flüchtlingsunterkunft. Nun kochten die Emotionen endgültig über, immerhin gab es keine schwerwiegenderen Handgreiflichkeiten. Wirklich gebremst hatten die übrigen Braunschweiger ihren Kollegen trotz dieser üblen Entgleisung allerdings auch nicht.

Schiedsrichter Marco Gewecke aus Isernhagen hatte auf Hinweis seines Assistenten zur Beruhigung die Lösung gewählt, die beiden Trainer hinter die Bande zu verweisen. Zumindest im Fall Dennis Offermann war diese Entscheidung etwas hart (45.). Nach dem Seitenwechsel ging es abseits des Feldes wesentlich ruhiger zu. Auf dem Platz allerdings auch. Zumindest einseitig. Als Kaan Öztürk auf 2:0 für die Gäste erhöht hatte (53.), gab sich die Heimmannschaft allmählich auf. Es wurde nur noch wenig gelaufen, Pässe segelten ungenau oder ungefährlich über den Rasen. Beinahe folgerichtig durften Jonas Kierdorf (64.), Jannis Plietker (80.) und Christian Ebeling (88.) das Ergebnis weiter in die Höhe schrauben. „Wir hatten uns eigentlich noch einmal gut verkaufen wollen. Das ist uns mit diesem 0:5 natürlich nicht geglückt“, sagte Dennis Offermann nach seinem finalen Auftritt an der Seitenlinie beim TB Uphusen. „Wir hatten hinten raus nicht mehr genug entgegenzusetzen – und dann geht solch ein Spiel eben so aus.“

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