3. Handball-Liga: SV Henstedt-Ulzburg wehrt sich am heftigsten / Kohls spricht von einer zweiten Premiere Gewinner und Verlierer der Strukturreform

Nach der in der vorigen Woche vom Deutschen Handball-Bund (DHB) vorgenommenen Staffeleinteilung für die vier 3. Ligen bei den Frauen hat der DHB nunmehr die für den Spielplan maßgeblichen Kennziffern vergeben. Für den TV Oyten beginnt die Saison 2012/13 am Wochenende des 15./16. September. Auch in der kommenden Spielzeit werden die Oytener "Vampires" ihre Gegner wieder am Sonntagnachmittag in der Pestalozzihalle empfangen.
26.05.2012, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Jürgen Prütt

Nach der in der vorigen Woche vom Deutschen Handball-Bund (DHB) vorgenommenen Staffeleinteilung für die vier 3. Ligen bei den Frauen hat der DHB nunmehr die für den Spielplan maßgeblichen Kennziffern vergeben. Für den TV Oyten beginnt die Saison 2012/13 am Wochenende des 15./16. September. Auch in der kommenden Spielzeit werden die Oytener "Vampires" ihre Gegner wieder am Sonntagnachmittag in der Pestalozzihalle empfangen.

Oyten. Wie berichtet, hat der DHB die vier Staffeln der 3. Handball-Ligen kräftig durchgemischt. So sind neben dem TV Oyten nur noch Vizemeister VfL Oldenburg II und der SV Werder Bremen in der Nordgruppe verblieben. Trainer Sebastian Kohls muss mit seinen Spielerinnen nun nicht mehr nach Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und auch Berlin reisen. Dafür geht es jetzt nach Bad Langensalza in Thüringen (Thüringer HC II), Nordhessen (SV Germania Fritzlar) und in den Westen (BVB Dortmund II, PSV Recklinghausen).

Bezüglich der Kosten ändert sich für den Drittligisten aus dem Kreis Verden wenig. Rund 5000 Kilometer hat der Tabellendritte der vergangenen Saison in der kommenden Serie an Reisekilometern zurückzulegen.

Knüppel: Rückzug freistellen

Während Sebastian Kohls ("Nach dem Zweitligaabstieg kommt nun ja quasi eine zweite spannende Premierensaison in der 3. Liga auf uns zu") der kommenden Spielzeit mit vielen neuen Gegnern durchaus einige positive Seiten abgewinnen kann, ist insbesondere für die schleswig-holsteiner Klub wie den TSV Owschlag und den SV Henstedt-Ulzburg die Einstufung in die Oststaffel aufgrund der deutlich höheren Reisekosten ein Schlag ins Kontor.

Olaf Knüppel, Abteilungsleiter in Henstedt-Ulzburg geht sogar soweit, dem 3. Liga-Spielausschussvorsitzenden Horst Keppler vorzuwerfen, er würde "die gegenwärtige wirtschaftliche Situation im deutschen Frauenhandball trotz unübersehbarer desaströser Zustände schlicht ignorieren".

Nach Meinung von Knüppel dürfe man den betroffenen Vereinen nun den Rückzug in die nächstniedrigere Liga aus wirtschaftlichen Erwägungen heraus nicht verbauen.

So verständlich der Ärger in Henstedt-Ulzburg auch sein mag, so gibt es auch "Gewinner" bei der geographischen Neustrukturierung der Ligen. So ist die Freude beim Berliner TSC darüber groß, nicht mehr der "Kilometerfresser" der 3. Liga zu sein. Über 8000 Kilometer musste der Berliner TSC in den vergangenen beiden Spielzeiten jeweils zu den Auswärtsspielen zurücklegen. In der kommenden Serie sind es noch knapp 6000, hat man in der Bundeshauptstadt ausgerechnet.

Horst Keppler hat den Vereinen unterdessen mitgeteilt, dass es auch nach erneuter Rücksprache und der Darstellung von verschiedenen Alternativen keine Änderung geben wird. "Entfernungsstechnische Verbesserungen für den einen Verein würden dann im gleichen Maße immer zu Lasten anderer Vereine gehen", hat der Spielausschussvorsitzende keinen Zweifel an der Notwendigkeit der eingeleiteten Maßnahmen hinsichtlich der Umstrukturierung.

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