Ya Konan rettet 96 einen Punkt und Trainer Korkut wohl den Job Glücksgefühle

Frankfurt. Aus Dirk Dufner sprach doppelte Erleichterung. „Wahnsinnig erfreulich und aufregend“ seien die vergangenen Stunden gewesen, beschied der Sportdirektor von Hannover 96.
05.04.2015, 00:00
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Von Frank Hellmann

Aus Dirk Dufner sprach doppelte Erleichterung. „Wahnsinnig erfreulich und aufregend“ seien die vergangenen Stunden gewesen, beschied der Sportdirektor von Hannover 96. Sein Dauergrinsen dazu war rasch erklärt: In der Nacht zu Samstag war seine in Frankfurt ansässige Lebensgefährtin Adrijana das zweite Mal Mutter einer gemeinsamen Tochter geworden. Nach der Entbindung fuhr der 47-Jährige unverzüglich aus dem Krankenhaus in die Arena im Stadtwald, wo der Manager die nächsten Glücksgefühle erleben sollte: Kurz vor Schluss sicherten sich die Niedersachsen mit einem 2:2 nach 0:2-Rückstand bei Eintracht Frankfurt ein wichtiges Erfolgserlebnis. „Dieser Punkt ist Gold wert“, konstatierte Dufner. Und Präsident Martin Kind analysierte: „Die Mannschaft hat Moral und Lust gezeigt.“ Er habe einen couragierten Auftritt gesehen. Der mächtige 96-Boss erklärte ferner, dass jetzt ganz bestimmt „keine Trainerdiskussion“ mehr geführt werde.

Tayfun Korkut wusste sehr wohl, dass die Debatten um seine Person unvermeidlich gewesen wären, wenn nicht der im Winter zurückgeholte Didier Ya Konan mit einem feinen Schlenzer das 2:2 besorgt hätte (82.). Der Ivorer, nach einem halbjährigen Gastspiel in Saudi-Arabien in eher suboptimaler körperlicher Verfassung heimgeholt, lupfte den Ball nach Vorlage des starken Lars Stindl in die Maschen – und der 30-Jährige rettete damit Korkut den Job. „Es geht nicht um mich: Das war ein großer Beweis, dass die Mannschaft intakt ist“, sagte der 96-Coach, „aber noch sind wir mittendrin im Abstiegskampf.“

Gleichwohl machte Hannovers Gesamtauftritt Hoffnung: Schon in der ersten Halbzeit waren die Gäste das bessere Team, doch ließ die 96-Abwehr nach einem Freistoß erst Alexander Madlung das 1:0 köpfen (27.), dann ermöglichte ein zu kurzer Rückpass von Linksverteidiger Christian Schulz das 2:0 von Stefan Aigner (54.). Als Marcelo jedoch mit dem Rücken nach Kiyotake-Ecke den 1:2-Anschluss schaffte (68.), kamen die Hausherren mal wieder ins Wanken.

Hinterher herrschte großes Rätselraten, warum die Hessen regelmäßig einem eigentlich am Boden liegenden Gegnern auf die Beine helfen. „Fußballerisch war das brutal zu wenig“, gestand Keeper und Kapitän Kevin Trapp. Und Vorstandschef Heribert Bruchhagen ergänzte: „Hannover hatte den einen Punkt mindestens verdient.“ Nur Eintracht-Trainer Thomas Schaaf nahm das ewige Auf und Ab des Eintracht-Ensembles mit erstaunlichem Gleichmut hin. „Langweilig ist es bei uns nie. Man muss dieses Ergebnis gegen einen starken Gegner einfach akzeptieren.“

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