Handball-Bremenliga der Männer

Goalgetter verletzt sich am Sprunggelenk

Eine ganze Sekunde hat der HSG Vegesack/Hammersbeck zum ersten Punktgewinn in der Handball-Bremenliga der Männer gefehlt.
28.11.2018, 16:11
Lesedauer: 4 Min
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Von Karsten Hollmann

Bremen-Nord/Schwanewede. Eine ganze Sekunde hat der HSG Vegesack/Hammersbeck zum ersten Punktgewinn in der Handball-Bremenliga der Männer gefehlt. Der SV Werder Bremen erzielte das Siegtor beim 20:19 über den HVH mit der Schlusssirene. „Es herrschte absolute Niedergeschlagenheit in den Vegesacker Reihen“, so HVH-Coach Rolf Wieduwilt. Der SV Grambke-Oslebshausen II behielt beim 28:26 über die SV Hemelingen nur mit Mühe seine weiße Weste. SVGO III kassierte eine 19:37-Klatsche gegen den HV Grasberg und die HSG Schwanewede/Neuenkirchen III zog gegen den Klassenprimus SG Arbergen-Mahndorf II den Kürzeren.

SV Grambke-Oslebshausen II – SV Hemelingen 28:26 (15:11): „Das war unsere schwächste Saisonleistung. Wir sind allerdings auch auf einen sehr engagierten Gegner getroffen, der unbedingt wollte“, teilte SVGO-II-Trainer Jörg Rutenberg mit. Seiner Mannschaft hätten hingegen der letzte Biss und Wille gefehlt. Erst nach sieben Minuten ging der Titelaspirant gegen das Kellerkind erstmals in Führung (3:2). Später baute der Favorit seinen Vorsprung auf 12:7 aus. Nach der Rückkehr aus den Kabinen kamen die Gäste jedoch wieder bis auf 18:20 heran. Nach dem Anschlusstor zum 20:21 wurde es Jörg Rutenberg zu bunt – er versuchte, seine Schützlinge in einer Auszeit wachzurütteln. Das schien auch zunächst zu helfen.

Dank der Tore von Nils Zittlosen und von Ansgar Metzscher zogen die Hausherren auf 24:21 davon. Der Außenseiter ließ sich aber einfach nicht abschütteln und verkürzte auf 24:25. Jörg Rutenberg bescheinigte nur Jonas Pfeiffer auch Rechtsaußen, Ansgar Metzscher in der Mitte sowie Tom Lange auf Linksaußen Normalform: „Alle anderen waren nicht so auf der Höhe.“

SV Grambke-Oslebshausen II: Schimske, Süß; Schmidt (2), Lange (4), Meyran, Stegemann, Pfeiffer (12/3), Zittlosen (2), Metzscher (6), Kohrt, Gerber (1), Hellmann (1), Ostendorf.

SV Grambke-Oslebshausen III – HV Grasberg 19:37 (10:17): „Bei dem Ergebnis findet man keine vernünftige Erklärung für unsere Leistung“, stellte SVGO-III-Spielertrainer Simon Belis fest. Seine Formation habe anerkennen müssen, dass der Landesklassen-Absteiger in allen Belangen die bessere Mannschaft gewesen sei. „Zusätzlich haben wir uns enorm am Schiedsrichter-Gespann aufgerieben. Nach der Spielführung der beiden muss man aber auch froh sein, dass alle Akteure die Platte unverletzt verlassen haben“, ließ Belis wissen. Dies sei allerdings absolut kein Grund für die Niederlage gewesen. „Die ist eher unserer schwachen Chancenverwertung und der instabilen Abwehr zuzuschreiben“, betonte Simon Belis.

Die Gastgeber brachten gerade einmal vier ihrer insgesamt zehn Siebenmeter im gegnerischen Tor unter. Auch der sonst so treffsichere Philipp Beckmann offenbarte hier mit nur zwei verwandelten Siebenmetern bei fünf Versuchen ungeahnte Schwächen – Tobias Götz vergab zwei Siebenmeter. „Jannis Walther im Tor war trotz der 37 Gegentreffer noch der beste Mann auf unserer Seite“, versicherte Simon Belis.

SV Grambke-Oslebshausen III: Walther; Rotenberg (1/1), Güse, Dietze, Pahler (1), Götz (4), Belis, Dunker (3/1), Beckmann (10/2).

HSG Vegesack/Hammersbeck – SV Werder Bremen 19:20 (14:10): Die Schlüsselszene der Begegnung ereignete sich drei Minuten vor dem Seitenwechsel. Jan Fasse, zusammen mit Andrè Röse und Sascha Gramberg bis dahin einer der Aktivposten seines Teams, setzte zum Sprungwurf an und versenkte das Spielgerät mit einem kraftvollen Wurf auch zum 12:8 unter die Querlatte.

Weil er bei der Landung jedoch auf dem Fuß eines Gegenspielers landete, knickte Jan Fasse mit dem Sprunggelenk um. „Der Ausfall unseres Goalgetters war nicht zu kompensieren“, bedauerte Rolf Wieduwilt. Die Dynamik und die Power, die das HVH-Auftreten bis dato ausgezeichnet hätten, seien völlig verloren gegangen. Die magere Torausbeute von fünf Treffern im zweiten Abschnitt verdeutlichte das große Manko. Nun wirkten die Werderaner gefälliger und ideenreicher.

Diese trafen aber auf einen sich immer mehr steigernden Bastian Preuß zwischen den HVH-Pfosten. Bis zum 17:13 verteidigte das Heimteam seinen Vier-Tore-Vorsprung. „Solange wir vollzählig waren, haben unsere Absprachen geklappt. Durch die Verletzung von Jan Fasse ging jedoch die Ordnung verloren“, bilanzierte Wieduwilt.

HSG Vegesack/Hammersbeck: Preuß, Schulz; Fasse (5), Gramberg (6/2), Lisson, Röse (6), Schauder, Sobota, Springer, Woelke (2).

HSG Schwanewede/Neuenkirchen III – SG Arbergen-Mahndorf II 20:41 (10:21): „Wir hatten keine Chance gegen hoch motivierte Mahndorfer, die vom Anfang bis zum Ende Vollgas gegeben haben“, resümierte HSG-Spielertrainer René Tants. Gegen die offensive Deckung des Klassenbesten hätten seinen Spielern die Ideen gefehlt. „In der Deckung haben wir uns zudem einfach zu lässig präsentiert“, ärgerte sich Tants. Nach fünf Minuten lag der Außenseiter bereits mit 0:3 zurück. Dann brachte Jonas Helfers die Heimsieben auf 1:3 heran. Auch der Treffer zum 3:5 glückte Helfers (10.). Doch im Anschluss eilte der Titelkandidat auf 11:4 davon. Bis zum Pausentee baute der Spitzenreiter den Abstand sogar noch weiter aus.

Nur bis zum 15:27 hielten die „Schwäne“ den Rückstand einigermaßen in Grenzen. Doch dann führten die Gäste mit einem 9:2-Lauf zum 36:17 die endgültige Entscheidung herbei. „Jetzt heißt es für uns, an den Fehlern zu arbeiten, neue Motivation zu suchen und anzugreifen“, zeigte sich René Tants kämpferisch. Er wolle seine Mannschaft neu formieren und das gesamte Spielsystem umstellen, so Tants.

HSG Schwanewede/Neuenkirchen III: Schumann, Humborg; Garstka, Elfers (5), Dörjes, Siemer (1), Ohlandt, Tants (6), Thole (1), Wischhusen (4), Hütten (1), Müller (1), Voller (1).

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