Bremerhaven bleibt Tabellenführer Goodwins Verletzung schockiert die Eisbären nicht

Top-Scorer humpelt frühzeitig vom Feld, aber Bremerhaven siegt trotzdem beim 100:80 in Jena zum achten Mal in Folge
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Goodwins Verletzung schockiert die Eisbären nicht
Von Mathias Sonnenberg

Es brauchte einige Minuten, bis Eisbären-Geschäftsführer Nils Ruttmann auf dem heimischen Sofa etwas entspannter in die Kissen rutschen konnte. Auf die Auswärtsfahrt der Bremerhavener Basketballer zum Spiel bei Science City Jena hatte Ruttmann verzichtet, der Livestream aber bot gute Bilder. Und am Ende war dann nach etwas stressigem Beginn doch wieder alles so, wie es die Eisbären in dieser Saison in der ProA gewöhnt sind: 100:80 (45:46) siegte die Mannschaft von Trainer Michael Mai und blieb damit auch im achten Spiel nach dem Abstieg in die Zweitklassigkeit ungeschlagen.

Ruttmann aber war nach dem Abpfiff gar nicht mal so mit dem Spiel an sich beschäftigt, er schaute viel mehr auf den Bewegungsablauf von Rohndell Goodwin. Der Topscorer war schon nach knapp fünf Minuten vom Spielfeld gehumpelt, es ging nicht mehr weiter für den Amerikaner. Doch wie schwer verletzt der wohl wichtigste Spieler der Eisbären wirklich ist, konnte Ruttmann noch nicht klären. „Es sah nach einer muskulären Verletzung aus“, orakelte er, gab aber zu: „Mit einer Ferndiagnose halte ich mich lieber zurück. Wir hoffen, dass er nicht schwerer verletzt ist.“

Bemerkenswert allerdings, wie die Eisbären die schwierige Anfangsphase und dann auch noch Goodwins Verletzung weg steckten. „Das zeigt schon, was für eine gute Mannschaft wir da jetzt haben“, befand Ruttmann. Das stimmt, denn immerhin stand Bremerhaven am Donnerstag mit Jena eine Mannschaft gegenüber, die ebenfalls im Frühjahr die Bundesliga-Segel streichen und den Weg in die Zweitklassigkeit antreten musste. Offensichtlich haben die Eisbären den Abstieg besser verarbeitet, denn am Ende war es schon ein klarer Sieg, denn die Mai-Mannschaft in der Fremde einfuhr.

Bis auf neun Punkte konnten die Gastgeber im zweiten Viertel die Führung zwar ausbauen, aber schon beim Pausenstand waren die Eisbären wieder bis auf einen Zähler an Jena herangerückt. Und zeigten im zweiten Abschnitt, was wirklich in der Mannschaft steckt. Punkt um Punkt zog Bremerhaven davon, das dritte Viertel ging mit 29:20 an die Gäste. Und im vierten Abschnitt lag das Mai-Team plötzlich sogar mit 90:70 in Führung. In der Offensive zeigten sich die Eisbären gut strukturiert, die Pässe saßen, die Bewegung stimmte. „Da war die Handschrift von Michael Mai zu sehen“, meinte Ruttmann.

Hinzu kommt die Unberechenbarkeit des gesamten Kaders. Acht unterschiedliche Korbschützen, fünf Spieler trafen zweistellig – so wurde der Ausfall von Goodwin schnell kompensiert. Hinzu kamen 35 Freiwürfe, eine Quote, die weit über dem Liga-Durchschnitt liegt. Läuft also so gut, dass Mai in der Schlussphase auch noch Youngster Vincent John Friederici auf das Parkett schickte. Der 18-Jährige kam aus Berlin, gilt als großes Talent und bedankte sich beim Trainer mit einem couragierten Kurz-Auftritt und zwei Punkten. „Der Junge macht Spaß“, fand auch Ruttmann.

Am kommenden Sonntag erwartet Bremerhaven zum Spitzenspiel in der ProA Chemnitz in der Stadthalle (17.30 Uhr). Es ist das letzte Heimspiel für längere Zeit, erst am 14. Dezember spielt das Mai-Team wieder vor eigener Kulisse.

Eisbären Bremerhaven: Joshua Braun (21 Punkte), Kasey Hill (20), William Vorhees (20), Sid-Marlon Theis (16), Anthony Canty (14), Oliver Clay (4), Moses Pöling (3), Vincent John Friederici (2), Adrian Breitlauch, Rohndell Goodwin.

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