Kommentar über Ausdauersportler

Grenzgänger

Ob Triathlon auf Hawaii oder die 42,195 Kilometer von Wien: Der Ausdauersport boomt. Und treibt nach Meinung unseres Autors seltsame Blüten, wie der inoffizielle Marathonrekord von Eliud Kipchoge beweist.
13.10.2019, 22:17
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Von Jörg Niemeyer
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Der Kenianer Eliud Kipchoge ist als erster Mensch einen Marathon in weniger als zwei Stunden gelaufen.

Ronald Zak /AP/ dpa

Seit Jahren boomt der Ausdauersport. Aber ein so spektakuläres Wochenende wie das vergangene wird es wohl nie wieder geben. Dass die deutschen Triathleten bei der Ironman-WM auf Hawaii stets ganz vorne mitlaufen, ist ein alter Hut. Aber erstmals, wenn nicht einmalig, sicherten sich am Sonntag mit Jan Frodeno und Anne Haug zwei Deutsche gleichzeitig den Triumph. Ein kleiner Eintrag in die Sportgeschichtsbücher dürfte ihnen gewiss sein.

Ein Läufer aus Kenia dagegen hat sich am Sonnabend unsterblich gemacht: Eliud Kipchoge, der als erster Mensch die Marathondistanz von 42,195 Kilometern in weniger als zwei, nämlich in 1:59:40,2 Stunden zurücklegte. Kein Weltrekord, aber eine irre Leistung unter wahnwitzigen Bedingungen. Ein Chemiekonzern verschafft Kipchoge Verhältnisse, die es im normalen Wettkampf nicht gibt. Die Stadt, die Uhrzeit, das Wetter, die Verpflegung, eine Rundstrecke nach Maß, Spitzenläufer als Tempo- und Windschattenmacher – nichts wird dem Zufall überlassen, um die Schallmauer zu durchbrechen. Mit Erfolg. Leider ist nur nicht überliefert, ob das Geld für die gigantische Marketingaktion auch für eine Dopingkontrolle gereicht hat.

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