Bremen Grillitsch, der Vielseitige

Bremen. Die Rückennummer passt schon mal. Die 27 steht auf dem Trikot von Florian Grillitsch.
22.07.2015, 00:00
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Grillitsch, der Vielseitige
Von Marc Hagedorn

Die Rückennummer passt schon mal. Die 27 steht auf dem Trikot von Florian Grillitsch. In der vergangenen Saison trug ein gewisser Davie Selke die 27 in Werders Bundesligamannschaft. „Davie ist einer meiner besten Freunde“, sagt Florian Grillitsch. Davie Selke hat bekanntlich eine Profikarriere im Schnelldurchgang gemacht und ist vor kurzem für die Rekordablösesumme von acht Millionen Euro zum Zweitligisten RB Leipzig gewechselt.

Vor fast genau einem Jahr hat Selke an dem Platz gestanden, an dem Florian Grillitsch jetzt steht, umringt von neugierigen Journalisten. Selke war als Torschützenkönig von der U 19-EM nach Bremen zurückgekehrt, ein Talent, das ja. Aber als Profi ein nahezu unbeschriebenes Blatt. Florian Grillitsch ist von der U 20-WM nach Bremen zurückgekehrt. Der Österreicher ist zwar nicht Torschützenkönig geworden, dafür aber haben er und seine Kollegen vom Team Austria den U 20-Rekordweltmeister Argentinien aus dem Turnier geworfen. Auch er ist ein Talent, das ja. Aber als Profi ein nahezu unbeschriebenes Blatt.

Es gibt sie also, diese Parallelen im Karriereverlauf bei den beiden Kumpels Selke und Grillitsch. Und doch will Florian Grillitsch diesen Vergleich nicht zu sehr strapazieren. Er weiß, er steht erst ganz am Anfang. Er hat inzwischen aber schon ein paar kleine Schritte in Richtung Bundesliga gemacht. Er hat im Trainingslager zwei Tore geschossen, unter anderem gegen 1860 München. Er hat ein erstes Statement abgegeben: Er will einmal Bundesliga-Profi werden. Am liebsten in Bremen.

Er hat sich dafür einen guten Zeitpunkt ausgesucht. Erklärtes Bremer Ziel und inzwischen auch angewandte Praxis ist die engere Verzahnung zwischen erster und zweiter Mannschaft. Angeblich hat Grillitsch deshalb auch nicht länger über ein Angebot von Borussia Dortmund nachgedacht. Den „Werder-Weg“ nennen die Verantwortlichen das, was in Bremen passiert. „Das spiegelt den Werder-Weg wider“, sagt Florian Grillitsch über sein erstes Trainingslager mit der Bundesligamannschaft.

Florian Grillitsch scheint ein guter Typ zu sein. Er haut keine Sprüche raus, sondern formuliert seine Sätze überlegt. Er sagt, dass er sich durch seine Leistungen im Training für größere Aufgaben empfehlen will. Er sagt, dass Spielpraxis für junge Leute das Wichtigste sei und dass er deshalb auch überhaupt kein Problem damit habe, wenn er demnächst in der U 23 statt in der Bundesliga spielen müsste.

Er käme hier wie dort für mehrere Positionen infrage. Er war schon Stürmer, ist noch lieber aber im offensiven Mittelfeld unterwegs, „zentral oder auf den Halbpositionen, ganz egal“. Auch deshalb hinkt der Vergleich mit Vollblutstürmer Selke ein wenig. Trotzdem haben sie neulich mal wieder länger über das Profisein gesprochen, da hat ihm Selke eine Empfehlung gegeben. Und was hat er gesagt? „Er hat gesagt, dass ich es genießen soll.“

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