Bremen-Liga vor dem Anpfiff: Bremer SV will diese Saison unbedingt in die Regionalliga aufsteigen Große Erwartungen

Bremen. Fünf Jahre ist das nun her: Im Jahr 2010 wechselte Christian Schwarz zum Bremer SV. Er ist damit der dienstälteste Fußballer in den Reihen des Bremer Doublesiegers.
28.08.2015, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Stefan Freye

Fünf Jahre ist das nun her: Im Jahr 2010 wechselte Christian Schwarz zum Bremer SV. Er ist damit der dienstälteste Fußballer in den Reihen des Bremer Doublesiegers. Dabei hatte es ihm gut gefallen beim TuS Schwachhausen, wo sein Bruder Thorsten noch heute aktiv ist. „Aber ich hatte andere Ziele und wollte besseren Fußball spielen“, sagt der 29-Jährige. Er habe Ambitionen in Richtung Regionalliga gehabt. Nun muss man wissen, dass der BSV vor fünf Jahren eigentlich noch keine realistischen Ambitionen auf die vierte Liga hatte. Zwar war das Team unter seinem damaligen Trainer Andreas Laesch gerade Vizemeister geworden. Doch die Regionalliga schien angesichts der mit ihr verbundenen Anforderungen außer Reichweite zu sein. Das ist heute ganz anders.

„Es hat sich eine Menge getan“, sagt Christian Schwarz. Die Mannschaft habe sich von Jahr zu Jahr gesteigert, und auch der Panzenberg, das altehrwürdige Stadion in Walle, sei mittlerweile auf einem ganz anderen Stand. „Es ist alles professioneller geworden“, sagt Schwarz. Über Regionalliga-Ambitionen wird schon lange nicht mehr diskutiert beim Bremer SV – der Verein hat sie. Er nahm zuletzt zwei Mal an der Aufstiegsrunde teil, scheiterte 2014 noch recht deutlich und vor ein paar Monaten denkbar knapp. Eine „herbe Enttäuschung“ nennt Christian Schwarz die Relegation im vergangenen Juni. Er findet es auch reichlich ungerecht, dass der Bremer Meister sich nicht direkt für die nächsthöhere Liga qualifiziert. „Aber es hilft ja nicht zu sagen, jetzt haben wir keinen Bock mehr“, sagt Schwarz. Der Verein unternehme eben einen neuen Anlauf.

Die erfahrene Offensivkraft weiß, dass die kommenden Monate kein Spaziergang werden. Schließlich tritt der Bremer SV quasi zur Qualifikation zur Qualifikation an, muss in den kommenden 30 Bremen-Liga-Spielen seinen Titel verteidigen und geht dann erneut in das ungewisse Rennen um den Aufstieg in die Regionalliga. Wer weiß, wer sich dem BSV im kommenden Frühjahr in den Weg stellt? Leichte Gegner sind wohl weder aus Schleswig-Holstein noch aus Niedersachsen zu erwarten. Schwarz: „Wir arbeiten auf ein Ziel hin, hinter dem am Ende ein Fragezeichen steht.“ Um so wichtiger erscheint die Vorbereitung auf die Relegation, und die hat natürlich ganz wesentlich mit der kommenden Bremen-Liga-Saison zu tun.

„Je mehr Konkurrenz, desto besser“, sagt Christian Schwarz. Er findet es gut, dass der Vizemeister Brinkumer SV nun doch in der gleichen Spielklasse antritt: „Ihr Zwangsabstieg wäre für uns ein Desaster gewesen.“ Dass angesichts der angekündigten Verstärkungen aus der U23 zukünftig auch wieder etwas von Werder III zu erwarten ist, gefällt dem BSV-Stürmer auch. Sein Team werde schließlich noch oft genug gegen Mannschaften antreten, die vor allem eine erträgliche Niederlage anstreben und deshalb ziemlich defensiv spielen. „Das ist dann eine Kopfsache“, sagt Schwarz, der erst am vergangenen Dienstag, beim 2:1-Pokalsieg gegen den Landesligisten TSV Melchiorshausen, einen Vorgeschmack auf die harte Arbeit des Liga-Alltags erhielt.

„Das Spiel hatten wir uns einfacher vorgestellt, aber etwa 90 Prozent unserer Gegner werden sich hinten reinstellen“, sagt Schwarz. Doch was passiert, wenn die restlichen zehn Prozent so gut sind, dass es am Ende gar nicht zur Meisterschaft reicht? „Die Gefahr ist natürlich da“, sagt Christian Schwarz, „aber wir sind so gut aufgestellt, dass wir die größte Chance auf den Titel haben.“ Der Kicker macht dies nicht zuletzt an der positiven Entwicklung seiner Mannschaft fest: „Sie hat sich in den vergangenen fünf Jahren nie verschlechtert.“

In diesem Sommer kam etwa mit Maciej Kwiatowski ein erfahrener Innenverteidiger, der für noch mehr Stabilität in der Defensive sorgen sollte. Das Vertrauen in Klaus Gelsdorf und Fabrizio Muzzicato ist fünf Jahre nach seinem Wechsel jedenfalls ungebrochen: „Unsere Trainer verpflichten keine Spieler, die uns nicht voranbringen.“

Bremer SV

Zugänge: Matz Kaiser, Ismaila Njie (beide Blumenthaler SV U19), Dominic Krogemann, Youness Buduar (beide BSV Rehden), Kevin Kuhfeld (VfL Wolfsburg U19), Maciej Kwiatowski (SV Henstedt-Ulzburg), Dragan Muharemi (Rotenburger SV), Denis Nukic (SG Aumund-Vegesack), Bela Prieß (Werder Bremen U19), Florian Schiller (Habenhausen FV)

Abgänge: Ontje Abendroth (Karrieende), David Haskamp, Ahmet Gül, Moritz Erbs, Boris Kaizer (alle FC Oberneuland), Benjamin Schimmel (SV Grohn), Moussa Alawie (Ziel unbekannt), Iman Bi Ria (Atlas Delmenhorst), Finn-Jannes Schale (Werder U21), Mark Spohler (Studium), Stefan Tilling (berufliche Auszeit), Stefan Tilling (BV Cloppenburg)

Restaufgebot: Florent Aziri, Mert Bicakci, Simon Cakir, Christian Ceglarek, Michel Haskamp, Sebastian Kmiec, Boris Koweschnikow, Seabastian Kurkiewicz, Ole Laabs, Dave Otto, Frithjof Rathjen, Phillip Schiller, Christian Schwarz, Andre Waldau, Matheus Wild

Trainer: Klaus Gelsdorf (wie bisher)

Co-Trainer: Fabrizio Muzzicato (neu)

Saisonziel: Keine Angabe

Meisterschaftstipp: Keine Angabe

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