Kommentar über das Nike Oregon Project

Gut so für Koko

Konstanze Klosterhalfen wollte bleiben im Oregon Project, jetzt ist sie gezwungen zu gehen. Das ist das Beste, was ihr passieren kann, meint Olaf Dorow.
11.10.2019, 18:17
Lesedauer: 1 Min
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Gut so für Koko
Von Olaf Dorow
Gut so für Koko

Die deutsche Leichtathletin Konstanze Klosterhalfen trainierte bisher im Oregon Project.

Michael Kappeler /dpa

Der moderne Spitzensport hat schon längst eine gewisse Nähe zu diesem Mephisto-Ding. Zur Frage: Muss ich mit dem Teufel einen Pakt eingehen, wenn ich ganz an die Spitze gelangen will? Es gibt genug Menschen, die sich sicher sind: Ja, anders geht's nicht im Spitzensport. Die Läufer des Nike Oregon Projects (NOP) haben bei der WM in Doha sagenhafte fünf Medaillen abgeräumt. Eine davon errang die deutsche Rekordläuferin – um nicht zu sagen: Wunderläuferin – Konstanze Klosterhalfen, die man gerne Koko nennt. Sie schwärmte geradezu vom NOP – und hielt die Vorwürfe für Sünden der Vergangenheit.

Jetzt hat Nike das Projekt gestoppt. Um die Athleten zu schützen, sagt Nike. Nun ja, Schutz der eigenen Marke war wohl auch ein Motiv. Der Bericht der US-Antidoping-Agentur, der zur Sperre des NOP-Gründers Alberto Salazar führte, war 250 Seiten lang. 5800 Seiten an Dokumenten wurden ausgewertet. Konstanze Klosterhalfen wollte bleiben im Oregon Project, jetzt ist sie gezwungen zu gehen. Das ist das Beste, was ihr passieren kann. Sie kann jetzt zeigen: Nein, mit dem Teufel paktiere ich nicht. Andernfalls hätte das ein Rennen werden können, das sie verliert.

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