Prellball-Bundesliga Nord der Frauen

Gute Positionen behauptet

Die beiden Prellball-Mannschaften des MTV Eiche Schönebeck behaupteten ihre guten Positionen. Beim dritten Spieltag in Hülsede behielt Team I mit sechs Siegen eine weiße Weste.
22.01.2018, 09:16
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Von Sabine Lange
Gute Positionen behauptet

Kraftvoll setzte sich die MTV I-Spielerin Melanie Stöver beim dritten Prellball-Bundesliga-Spieltag in Hülsede in Szene.

Christian Kosak

Schönebeck. Die beiden Prellball-Mannschaften des MTV Eiche Schönebeck behaupteten ihre guten Positionen in der Bundesliga Nord der Frauen. Beim dritten Spieltag in Hülsede behielt Team I mit sechs Siegen eine weiße Weste. Der MTV II musste sich erwartungsgemäß nur im Vereinsduell und gegen den bislang ungeschlagenen Spitzenreiter TV Sottrum beugen. In beiden Partien verloren die kampfstarken Schönebecker Nachwuchsspielerinnen erst im Endspurt ganz knapp. So änderte sich an der Tabellenspitze nichts: Der TV Sottrum I (36:0 Punkte) führt weiterhin vor dem MTV I (34:2) und dem MTV II (28:8).

Aufregung und Anspannung waren bereits vor dem ersten Ballwechsel angesagt. Der Grund: ein schwerer Verkehrsunfall auf der A2. Dort war ein Viehtransporter mit Jungrindern von der Fahrbahn abgekommen, sodass die Autobahn für mehrere Stunden gesperrt werden musste. Die beiden Schönebecker Mannschaften schafften es gerade noch, von der Autobahn abzufahren, um auf der überfüllten Umleitungsstrecke rechtzeitig zum Austragungsort zu kommen.

Zu spät traf aber beispielsweise die Reisegruppe aus Baden, zu der auch Staffelleiterin Melanie Hellmich mit all ihrem organisatorischen Equipment gehörte, ein. So musste der Spieltag eine halbe Stunde später angepfiffen werden, und im ersten Durchgang fand mangels Masse nur eine der drei geplanten Partien statt. Besonders schlimm traf es die zweite Mannschaft des TSV Marienfelde, die mehr als vier Stunden zu spät kam. „Die Berlinerinnen saßen direkt hinter dem Unfallort fest und konnten nur noch eine ihrer sechs geplanten Partien spielen“, erklärte die Staffelleiterin. Das sei wichtig gewesen, denn hätte das Team auch die ­letzte Begegnung nicht bestreiten können, dann wäre es als „nicht zum Spieltag angetreten“ gewertet worden, was den automatischen Abstieg zur Folge gehabt hätte.

Im ersten Durchgang ging es hoch her. Da standen sich die Schönebecker Teams gegenüber. Es entwickelte sich ein kampfbetontes Duell, bei dem die „jungen Wilden“ vom MTV II mit drei Bällen in Führung gingen. Bis Mitte der zweiten Halbzeit verteidigten die Schützlinge von Inge Mahler ihren Vorsprung. „Sie haben variantenreich agiert, die Lücken im gegnerischen Feld genutzt und eine unsagbare Coolness an den Tag gelegt“, lobte die Trainerin. Erst in der sechsten Minute der zweiten Hälfte lag der MTV I erstmals in Front. Doch sogleich erkämpfte sich Team zwei erneut einen Vorsprung von drei Punkten.

Dramatisch verlief die Schlussphase. „Ich möchte die gute Leistung der ersten Mannschaft nicht schmälern, aber die Schiedsrichterentscheidungen haben sich ungerechterweise zu Ungunsten meines Teams ausgewirkt“, ärgerte sich die Trainerin. 20 Sekunden vor dem Abpfiff lag der MTV I mit einem Ball in Front. Es folgte eine nach Inge Mahlers Worten „super Angabe“ von Tabea Kluba, die der Referee aber als Schlagfehler wertete und damit die 29:31-Niederlage des MTV II besiegele. Erfahrung und Besonnenheit bescherten dem MTV I den Auftaktsieg: „Wir konnten die Partie im richtigen Moment mit Ruhe und einem guten Stellungsspiel für uns entscheiden“, berichtete Teamsprecherin Janine Schröder. Sie konnte mit der restlichen Crew nach fünf weiteren Siegen genüsslich auf ihren Geburtstag anstoßen. Souverän setzte sich der MTV I gegen Sottrum II (42:17) und Baden II (36:26) durch. Dabei ergaben sich Gelegenheiten, unterschiedliche Aufstellungen und Spielvarianten auszuprobieren.

Mehr gefordert waren die Schönebeckerinnen gegen Wohnste I. Dabei zeichneten sich unter anderem die variable Kim Korte und Janine Schröder aus (32:24). Auf die ehemalige Grohnerin Tinka Tiedje traf der Tabellenzweite im Duell gegen den VfL Hannover (41:15). „In dem Spiel glänzte unser Bollwerk Lena Büntemeyer mit sicheren Angaben“, berichtete Janine Schröder. Ihre Qualitäten als Klasse-Schlagfrau bewies einmal mehr Melanie Stöver beim 37:23-Erfolg gegen den TSV Marienfelde I.

Nach dem spannenden Vereinsduell und einem sicheren 48:20-Sieg gegen die SG Arbergen-Mahndorf stand für den MTV II das Spitzenmatch gegen den deutschen Meister TV Sottrum auf dem Programm. Und auch das entwickelte sich zu einem nervenaufreibenden Krimi: Die Schönebeckerinnen beeindruckten gegen das starke Trio aus Niedersachsen erneut mit einem beherzten Auftritt und hatten von Beginn an bis zur 18. Minute die Nasen vorn. „Sie haben sich noch einmal gesteigert, waren kämpferisch so stark, haben sich die Bälle mit Elan erlaufen und sind dabei förmlich durchs Feld gepurzelt“, begeisterte sich Inge Mahler. Der Lohn blieb aus, denn in der letzten ­Sekunde geriet der MTV II nach einem langen Ballwechsel doch noch ins Hintertreffen. Geschickt setzten die Sottrumerinnen einen Ball in die hintere Ecke des Feldes und punkteten mit dem Abpfiff zum 30:29.

In der folgenden Partie gegen den VfL Hannover ließen die Schönebeckerinnen die Zügel etwas schleifen (32:30). Aber gegen Sottrum II (38:25) und Gastgeber Concordia Hülsede (43:21) präsentierte sich das Eiche-Nachwuchsteam wieder überlegen.

MTV Eiche Schönebeck I: Schröder, Büntemeyer, Korte, Stöver.

MTV Eiche Schönebeck II: Kluba, Dentler, Tiedje, Mahler, Husen, Feegel.

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