Fußball-Bezirksliga Gute Runde der Delmenhorster Vereine

Die drei Delmenhorster Vertreter SV Tur Abdin, SV Baris und TuS Heidkrug überwintern auf den Plätzen vier, fünf und sieben. Stenum ist Sechster, Hude steht auf einem Abstiegsplatz. Ein Rückblick.
13.12.2019, 16:14
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Gute Runde der Delmenhorster Vereine
Von Michael Kerzel

Rund 60 Prozent der Saison liegen hinter den Fußball-Bezirksligisten und die Bilanz zur Winterpause fällt für die Delmenhorster Vereine – SV Tur Abdin, SV Baris und Aufsteiger TuS Heidkrug – positiv aus. Der VfL Stenum liegt im Soll, lediglich beim FC Hude verlief die bisherige Serie nicht erfolgreich. Das Team überwintert auf einem Abstiegsrang.

In der Liga geht es jedoch sehr eng zu, einen großen Qualitätsunterschied gibt es zwischen den meisten der 15 Mannschaften nicht. Lediglich die beiden Teams aus Wilhelmshaven, SV und Frisia, sind der Konkurrenz enteilt. Mit 35 und 34 Punkten stehen sie vor GVO Oldenburg (27), das Platz drei belegt. Die Huder auf Platz 14 sammelten bislang 16 Zähler und damit zehn weniger als Abdin auf Platz vier.

Planmäßig beginnt die zweite Saisonphase im März. Da witterungsbedingt nur wenige Partien ausgefallen sind, dürften kaum englische Wochen auf die Bezirksligisten zukommen. Neben einem Aufsteiger werden nur zwei Absteiger in der 15er-Staffel gesucht. Die Chance, dass kommende Saison mindestens sechs hiesige Teams in der Liga spielen, ist realistisch. Ziemlich sicher steigt die Reserve des SV Atlas auf, der FC Hude hat alle Möglichkeiten die Klasse zu halten, bei den anderen vier aktuellen Bezirksligisten spricht derzeit vieles für den Klassenverbleib.

SV Tur Abdin Delmenhorst: Platz 4, 16 Spiele, 26 Punkte, 33:29 Tore: Die Amtszeit vom neuen alten Trainer André Höttges beim SV Tur Abdin begann holprig. Zwar setzten sich seine Mannen zum Auftakt mit 3:0 gegen den Aufsteiger TuS Heidkrug durch und warfen diesen auch aus dem Pokal – Abdin ist hier immer noch dabei und trifft im April im Viertelfinale auf den SV Brake –, doch standen nach fünf Ligapartien bereits drei Pleiten zu Buche. Die Höttges-Elf berappelte sich jedoch und ließ drei Siege, unter anderem ein 2:1 beim SV Baris, folgen. Gegen die beiden Topteams aus Wilhelmshaven blieben die Delmestädter punktlos – 1:3 gegen den SVW und 1:5 gegen Frisia – und auch gegen den Dritten GVO setzte es eine klare 1:4-Niederlage. Mit 9:3 gegen den Heidmühler FC gelang den Delmenhorstern ihr höchster Sieg. Der Punkteschnitte liegt mit rund 1,6 knapp über dem der Vorsaison (1,5).

SV Baris Delmenhorst: Platz 5, 17 Spiele, 24 Punkte, 36:46 Tore: Eine ausgeglichene Bilanz weist der SV Baris Delmenhorst auf. Sieben Siegen stehen sieben Niederlagen gegenüber. Wie eng es in der Liga zugeht, zeigt der Tabellensprung des SVB nach seinem Erfolg am letzten Spieltag vor der Pause: Mit 3:2 setzten sich die Mannen von Trainer Önder Caki gegen den FC Rastede durch und überwintern dadurch auf Position fünf, bei einer Niederlage wäre es Rang zehn gewesen. Die Delmenhorster schafften es, an den ersten fünf Spieltagen jeweils genau drei Treffer zu erzielen. Acht Punkte und 15:13-Tore standen danach zu Buche. Es sah alles nach einer typischen Baris-Saison mit Spielen mit vielen Treffern auf beiden Seiten aus. Zwischenzeitlich gerieten die Caki-Mannen aus dem Tritt, verloren in Serie gegen Frisia, Heidkrug und den SV Brake und kassierten dabei 17 Gegentore. Es folgte jedoch ein Wandel innerhalb des Teams, das fortan disziplinierter auftrat und sich auf die Defensive konzentrierte. Es folgten drei Siege bei 5:1-Toren gegen Heidmühle, Stenum und GVO. Dabei blieb Baris zweimal ohne Gegentor – das zuvor letzte Zu-null-Spiel datierte von Oktober 2017.

VfL Stenum: Platz 6, 16 Spiele, 23 Punkte, 37:34 Tore: Ebenso wie Baris steht auch der VfL Stenum bei einer ausgeglichenen Bilanz, gewann und verlor je siebenmal. Trainer Thomas Baake baute einige A-Junioren, die vergangene Saison den Aufstieg in die Landesliga feierten, in die Herrenelf ein. Das gelang gut, das Team steht da, wo es hingehört. Bereits in den Vorjahren beendete Stenum die Spielzeiten im gesicherten Mittelfeld mit recht ausgeglichenen Bilanzen (2017/18: 13 Siegen und 13 Niederlagen; 18/19: 13 Siege und 11 Niederlagen). Die Stenumer sind dabei vor allem heimstark und auswärtsschwach. So stehen die ersten vier Partien dieser Spielzeit sinnbildlich für den gesamten Verlauf: Stenum besiegte daheim den Titelaspiranten Frisia Wilhelmshaven mit 5:3 (nach 5:0-Führung) und setzte sich im Derby mit 4:2 gegen den TuS Heidkrug durch. Bei GVO (1:4) und in Brake (2:6) setzte es Niederlagen. Im letzten Spiel vor der Winterpause bezwang Stenum am heimischen Kirchweg dann GVO mit 4:2, verlor davor bei Frisia 1:3. Insgesamt holte die Baake-Elf 18 von 21 möglichen Punkten am Kirchweg, bezwang unter anderem den SV Wilhelmshaven mit 5:0 und verlor nur gegen Baris (0:1). Auswärts reichte es bei neun Auftritten nur zu einem Sieg (1:0 bei Abdin).

TuS Heidkrug: Platz 7, 15 Spiele, 23 Punkte, 36:35 Tore: Der Aufsteiger aus der Delmestadt hat gegenüber den meisten Konkurrenten noch ein oder sogar zwei Spiele in der Hinterhand und rangiert dennoch im Mittelfeld der Tabelle. Das ist für die Mannen von Trainer Selim Karaca zweifellos ein Erfolg. Die meisten der 23 Punkte sammelte der TuS am heimischen Bürgerkampweg. Die Heidkruger sind eines von drei Teams, das daheim noch unbesiegt ist. Sechs Siege, darunter drei Dreier in den Derbys gegen Baris, Hude und Stenum, und zwei Unentschieden stehen hier zu Buche. Auswärts punktete die Karaca-Elf nur in Heidmühle, das dann aber auch gleich dreifach. Hinzu kommen sechs Niederlagen auf fremden Plätzen. Die Rückrunde beginnt für die Heidkruger mit zwei Heimspielen gegen die Abstiegskandidaten SV Ofenerdiek und BW Bümmerstede. Zeigt der TuS nach der Pause das gleiche Gesicht wie in der Hinrunde, könnten die Delmestädter bereits im März – hier steht unter anderem ein weiteres Heimspiel gegen Heidmühle auf dem Programm – einen riesigen Schritt Richtung Klassenerhalt machen.

FC Hude: Platz 14, 16 Spiele, 16 Punkte, 36:40: Ambitioniert war der FC Hude in die Saison gestartet, eine Platzierung in den Top fünf sollte es werden. Aktuell ist die Elf von Trainer Lars Möhlenbrock jedoch Vorletzter und steht auf einem Abstiegsrang. Allerdings geht es eng zu in der Liga, der SV Baris auf Rang fünf hat nur acht Zähler mehr. Aktuell geht es für die Huder jedoch darum, das rettende Ufer zu erreichen und den Bezirksligaverbleib zu sichern. Vor allem die Konstanz fehlt den Hudern völlig, regelmäßig zeigten sie sogar innerhalb einer Partie zwei Gesichter. Stellvertretend stehen dafür die beiden Partien gegen den TSV Abbehausen, der spielerisch sicherlich limitierter als der FCH ist. Im Heimspiel führte Hude zur Pause mit 2:0 und war in allen Belangen überlegen, letztlich endete die Partie jedoch 2:2. Im Rückspiel, der letzten Partie vor der Pause, ging Hude in Führung, kassierte jedoch innerhalb von zehn Minuten vier Treffer und lag zur Pause 1:4 zurück, am Ende hieß es 4:5 aus Huder Sicht. Besonders bitter ist die Bilanz aus den Duellen gegen die Teams aus dem Landkreis und Delmenhorst: Hude verlor sowohl gegen Abdin, Baris, Heidkrug als auch Stenum.

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