Marko Dedovic musste Werder verlassen und spielt jetzt beim SC Preußen Hals über Kopf nach Münster

Wer Fußballprofi werden will, muss auch Rückschläge verkraften können. Das hat Marko Dedovic gelernt. Im vergangenen Jahr galt der Torwart aus Delmenhorst bei Werder Bremen als großes Talent und gab sein Debüt für die serbische U17-Auswahl. Inzwischen musste der 17-Jährige Werder verlassen und hat seine Nationalmannschaftskarriere abgehakt. Trübsal zu blasen braucht Dedovic trotzdem nicht, denn er spielt jetzt in der A-Jugend-Bundesliga für den SC Preußen Münster.
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Hals über Kopf nach Münster
Von Christoph Bähr

Wer Fußballprofi werden will, muss auch Rückschläge verkraften können. Das hat Marko Dedovic gelernt. Im vergangenen Jahr galt der Torwart aus Delmenhorst bei Werder Bremen als großes Talent und gab sein Debüt für die serbische U17-Auswahl. Inzwischen musste der 17-Jährige Werder verlassen und hat seine Nationalmannschaftskarriere abgehakt. Trübsal zu blasen braucht Dedovic trotzdem nicht, denn er spielt jetzt in der A-Jugend-Bundesliga für den SC Preußen Münster.

Plötzlich musste alles ganz schnell gehen. Bis zuletzt hatte Marko Dedovic auf einen Platz im U19-Team von Werder Bremen gehofft, doch der Verein teilte dem Delmenhorster schließlich mit, dass er lieber wechseln solle. Also trat Plan B in Kraft: Auf Vermittlung eines Beraters schloss sich das Torwarttalent als letzter Zugang dem SC Preußen Münster an, Aufsteiger in die A-Junioren-Bundesliga West. „Zu dem Zeitpunkt hatten die meisten Teams ihre Kader schon vervollständigt. Ich bin froh, dass es mit Münster geklappt hat“, betont Dedovic.

Schon kurz nachdem der Kontakt zum SC Preußen zustande gekommen war, ging es für ihn zwei Tage lang ins Trainingslager in der Sportschule Hennef. Dort überzeugte der 17-Jährige den Trainer Cihan Tasdelen. Der Drittligist wollte Dedovic für sein Jugendteam haben, also musste der Keeper innerhalb kürzester Zeit einen Umzug organisieren und sein Elternhaus in Delmenhorst verlassen. Dedovics neue Heimat ist nun seit August das Sportinternat Münster. Dort wohnt er Tür an Tür mit Teamkollegen vom SC Preußen, aber auch Talenten aus anderen Sportarten wie Basketball, Volleyball oder Boxen.

Als er noch in Bremen spielte, sprach Dedovic mit seinen Vereinskameraden häufig über das Leben im Werder-Internat. „Ich habe mich gefragt, ob ich mir das auch vorstellen könnte und war mir nicht sicher“, erinnert sich der Gymnasiast. Als er dann einen Platz im Sportinternat bekommen konnte, musste er jedoch nicht lange überlegen. „Für den Fußball macht man das. Ich will schließlich Profi werden“, unterstreicht Marko Dedovic, der sich in Münster wohl fühlt. Die Schule ist nur wenige Minuten vom Internat entfernt. „Meine Eltern kommen mich außerdem öfter besuchen, und an freien Wochenende kann ich mit dem Zug zu ihnen fahren“, erzählt er.

Früher half der Torwart seinen Eltern Marinko und Ladislava regelmäßig in den Jahn-Stuben, die die beiden betreiben, doch seit dem Umzug nach Münster muss es ohne ihn gehen. „Sie freuen sich natürlich trotzdem sehr darüber, dass ich weiter in der Bundesliga spielen kann“, berichtet Marko Dedovic. Sportlich hat sich der Wechsel für ihn auch schon ausgezahlt. Zwar liegen die Preußen nach zehn Spielen als Zwölfter auf dem ersten Abstiegsrang, doch Dedovics Bilanz ist bemerkenswert: Alle acht Punkte holte der Liganeuling mit ihm im Tor. Vier Partien hat der Delmenhorster für seinen neuen Klub bestritten: Bei den Siegen gegen Viktoria Köln (1:0) und Arminia Bielefeld (3:1) sowie den Unentschieden gegen den 1. FC Mönchengladbach (1:1) und den Wuppertaler SV (2:2) kam er zum Einsatz. „Wir mussten erst lernen, bis zum Schluss voll konzentriert zu bleiben“, sagt Dedovic.

In der vergangenen Saison kämpfte der Torwart mit Werders U17-Mannschaft noch um den Bundesliga-Titel und wurde am Ende Dritter. In Münster heißt es nun: Kampf um den Klassenerhalt. Marko Dedovic will dieses Ziel unbedingt erreichen, denn er gehört dem jüngeren Jahrgang an. „Ich bleibe also noch eine Saison in der U19 und will dann natürlich weiter in der Bundesliga spielen“, unterstreicht er. Der Delmenhorster ist davon überzeugt, dass die Preußen das Zeug dazu haben, den Abstieg zu vermeiden. „Das Niveau in der Weststaffel ist sehr hoch, aber wir werden das schaffen“, betont Dedovic.

Der Ex-Werderaner, der beim TV Jahn und beim TuS Hasbergen ausgebildet wurde, machte übrigens schon in Bremen durch starke Leistungen auf sich aufmerksam. Im Dezember 2013 durfte Marko Dedovic deswegen sogar sein Debüt in der serbischen U17-Nationalmannschaft geben. In Belgrad hielt der gebürtige Wilhelmshavener, der die deutsche und serbische Staatsbürgerschaft besitzt, beim 0:0 gegen Kroatien stark. Eingeladen wurde er danach aber nicht mehr.

Der 17-Jährige kann seine Chancen realistisch einschätzen und weiß, dass in seinem Jahrgang Vanja Milinkovic gesetzt ist, der einen Vertrag bei Manchester United besitzt. „Wenn der Trainer die Wahl zwischen dem United-Torwart und dem Preußen-Torwart hat, ist klar, wie er entscheidet. Ich kann das nachvollziehen“, betont Dedovic. Sein Länderspiel-Debüt werde er dennoch nie vergessen, und ganz aufgegeben hat der Delmenhorster die Hoffnung auf eine erneute Nominierung auch noch nicht. Dass im Fußball plötzlich alles ganz schnell gehen kann, weiß Marko Dedovic schließlich seit dem vergangenen Sommer.

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