Handball Das Handballjahr auf HVN-Ebene ist vorbei

Am Mittwochmorgen zieht der Verband die Reißleine für seine Spielklassen. Eine neue gebildete Task-Force hatte am Dienstagabend getagt. Nun sind Lösungen gefragt.
28.10.2020, 10:08
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Von Thorin Mentrup

Hannover/Landkreis Diepholz. Das Präsidium des Handball-Verbandes Niedersachen (HVN) zieht die Reißleine: Im Umlaufverfahren beschlossen die Mitglieder des Gremiums am Mittwochmorgen, den Spielbetrieb der Jugend und der Senioren in den Ober-, Verbands- und Landesligen sowie der Landesklassen, die in Obhut des Verbandes stehen, mit sofortiger Wirkung auszusetzen. Betroffen ist also auch die erste Herrenmannschaft der HSG Stuhr. Sie spielt in der Landesliga Nord. Der Entschluss gelte „zunächst bis einschließlich 31. Dezember“, sagte Präsident Stefan Hüdepohl.

Der Entscheidung war die Zusammenkunft einer bereits vor Wochenfrist gebildeten Task-Force vorausgegangen, in der neben Hüdepohl die Vizepräsidenten Harald Schieb (Recht) und Jens Schoof (Spieltechnik) sowie die beiden Geschäftsführer Markus Ernst und Gerald Glöde mitgewirkt hatten. Die Task-Force tagte nach Verbandsangaben am Dienstagabend.

Das Präsidium folgte der Empfehlung der Gruppe und fordert die Gliederungen des Verbandes auf, sich der Verbandsentscheidung anzuschließen, falls diese nicht bereits ihrerseits eine Aussetzung des Spielbetriebes beschlossen haben. Die Handballregion Mitte Niedersachsen, in der die Vielzahl der Mannschaften der HSG Stuhr, HSG Phoenix, HSG Bruchhausen-Vilsen und TSV Schwarme spielen, hat dies bereits getan und bis zum 22. November einen Schlussstrich gezogen.

Freundschaftsspiele können weiterhin ausgetragen werden, erklärt Hüdepohl, "solange die gesetzlichen Voraussetzungen dafür gegeben sind und die gültigen Hygienevorschriften der örtlichen Behörden eingehalten werden“. Die Task-Force bleibe bestehen. Sie werde regelmäßig tagen und Vorschläge für die Form des Spielbetriebes ab Januar kommenden Jahres erarbeiten.

Erst Mittwoch vergangener Woche hatte das Präsidium den Vereinen aus Bereichen, die eine Inzidenz von über 35 Neuinfektionen mit dem Coronavirus pro 100 000 Einwohner innerhalb einer Woche melden, freigestellt, die Spiele auszutragen oder zu verlegen. Das gleiche Recht räumte das Präsidium Mannschaften ein, die gegen Teams aus Risikogebieten antreten sollten (wir berichteten). Laut Vizepräsident Spieltechnik Jens Schoof waren für das vergangene Wochenende im Zuständigkeitsbereich der Spieltechniker des Handball-Verbandes Niedersachsen allein in den Seniorenspielklassen 106 Spiele angesetzt. 85 Spiele verlegten die Vereine kurzfristig. 21 Spiele wurden ausgetragen. Für Samstag und Sonntag, 31. Oktober und 1. November, war der Saisonbeginn für die Jugendklassen des Verbandes vorgesehen.

„Viele Vereine und auch Sportlerinnen und Sportler haben uns aufgefordert, Verantwortung zu zeigen und den Spielbetrieb auszusetzen. Diesem Wunsch tragen wir Rechnung, weil auch in den Gebieten ohne große Inzidenz viele voller Verunsicherung und Furcht sind, sich beim Sport mit Corona zu infizieren. Dies ist angesichts der immer neuen Rekorde der Fallzahlen nachvollziehbar“, so Hüdepohl. Wann und wie der Spielbetrieb tatsächlich wiederaufgenommen wird, sei offen. „Kein Mensch weiß, wie sich die Pandemie weiterentwickelt.“ Die Spieltechniker hätten bereits angefangen, verschiedene Modelle zu diskutieren: Angefangen bei der Austragung der Meisterschaft in einer Einfachrunde bis hin zur Verkleinerung der Staffeln mit Ermittlung der Meister und Absteiger in Play-off-Spielen.

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