Interview

Max Borchert: „Ich bin in Cloppenburg angekommen“

Max Borchert spricht im Interview über den Aufstieg mit dem TV Cloppenburg in die 3. Liga, die SG Achim/Baden und seinen Heimatverein TV Oyten.
03.07.2020, 12:55
Lesedauer: 3 Min
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Von Jürgen Prütt
Max Borchert: „Ich bin in Cloppenburg angekommen“

Für seinen Heimatverein, den TV Oyten, lief Max Borchert (am Ball) in der Handball-A-Jugend-Bundesliga auf. Mit dem TV Cloppenburg hat er gleich in seiner ersten Saison bei den Herren den Aufstieg in die 3. Liga geschafft.

Björn Hake
Herr Borchert, ein kleiner Durchhänger vor dem coronabedingten Saisonaus hätte dem TV Cloppenburg fast den Aufstieg gekostet. Der ATSV Habenhausen hat Ihnen den Direkt-Aufstiegsplatz weggeschnappt. Da war die Erleichterung bestimmt groß, als der Deutsche Handball-Bund (DHB) dem TVC am 20. Mai über das Nachrückerverfahren einen Startplatz in der 3. Liga zugesprochen hat.

Max Borchert: Nachdem der DHB entschieden hatte, dass es 72 Plätze und damit zwei für Nachrücker in den 3. Ligen geben wird, hatten wir schon mit dem Aufstieg geliebäugelt. Die Hoffnung war jedenfalls immer da. Dass Cloppenburg nach 19 Jahren in der Oberliga nun in die 3. Liga aufsteigt, freut mich auch für unsere vielen Fans, die uns über die gesamte Saison toll unterstützt haben. Wir hätten den Aufstieg aber schon gerne selber sportlich perfekt gemacht. Alle haben dem Showdown gegen Habenhausen vor voller Halle entgegengefiebert.

Ist schon abzusehen, in welche Staffel der TVC eingruppiert wird und sehen Sie den Klub gut aufgestellt für die 3. Liga?

Bei bis zu fünf Absteigern kann das Ziel nur Klassenerhalt heißen. Ich denke, ein, zwei Verstärkungen würden uns noch guttun, zumal einige Leistungsträger durch Operationen einige Zeit ausfallen werden. Für mich persönlich hätte die Weststaffel ihren Reiz. Im Norden kenne ich viele Klubs bereits aus der Zeit mit dem TV Oyten in der Jugend-Bundesliga.

Sie waren in ihrem letzten Jugendjahr mit einem Zweitspielrecht bereits mit den Männern der SG Achim/Baden in der Oberliga unterwegs. Kann man beide Klubs miteinander vergleichen?

Das ist schwer. In Achim ging es für mich persönlich darum Erfahrungen zu sammeln. Als Mannschaft wollte die SG eine ruhige Saison zu spielen. In Cloppenburg ist die Erwartungshaltung eine andere. Um den Aufstieg mitspielen, das war von Anfang das Ziel. Im Training muss man sich in jeder Einheit voll reinhängen, der Konkurrenzkampf ist in Cloppenburg größer als in Achim, wo einige Positionen nur einfach besetzt waren.

Sie selber haben in 20 Einsätzen 40 Tore erzielt. Die Ausbeute kann sich sehen lassen. Sind Sie zufrieden mit ihrer ersten Saison bei den Herren?

Absolut. Nach einer gewissen Eingewöhnungszeit habe ich mir die Einsatzzeiten mit unserem zweiten Rechtsaußen Edwin De Raat (39 Saisontore, Anm. d. Red.) geteilt. Im Laufe der Saison haben die Abläufe dann immer besser gepasst. Auch außerhalb des Spielfeldes bin ich in Cloppenburg angekommen.

Mit welchen Erwartungen gehen Sie die 3. Liga an?

Ich möchte mich weiterentwickeln und auf höherem Niveau Erfahrungen sammeln. Mit der Mannschaft wünsche ich mir eine ruhige Saison.

Noch einmal zurück zur SG Achim/Baden. Die Spieler um Trainer Tobias Naumann waren in der Oberliga lange Zeit als Abstiegskämpfer unterwegs. Haben sie damit gerechnet?

Nach den vielen Abgängen und Ausfällen war schon klar, dass es nicht einfach werden würden. Ein ernsthafter Abstiegskandidat war die SG für mich aber nie. Andere Klubs waren da deutlich schwächer aufgestellt.

Der TV Oyten, Ihr Heimatverein, hat den Aufstieg in die Verbandsliga geschafft. Sie haben sich das eine oder andere Spiel ihrer ehemaligen Mitspieler von der Tribüne aus angeschaut. Wie bewerten sie die Saison der „Vampires“?

Oyten war für mich klar das stärkste Team der Landesliga. Sie haben sich zwar auch Ausrutscher erlaubt, aber fast alle direkten Duelle gegen die Konkurrenten von oben gewonnen. Mit ihrer starken Abwehr werden sie den Gegnern auch in der Verbandsliga das Torewerfen schwer machen und mit Rückkehrer Noah Dreyer wird die Mannschaft im Angriff schwieriger auszurechnen sein. Ich traue Oyten auch eine Liga höher einiges zu.

Das Interview führte Jürgen Prütt.

Info

Zur Person

Max Borchert (20)

hat beim TV Oyten zunächst Handball und Fußball gespielt. Ab der C-Jugend hat der Niedersachsenauswahlspieler dem Handball den Vorzug gegeben. Der 20-Jährige hat die gesamte Jugendzeit für seinen Heimatverein TV Oyten gespielt. Für den TVO lief der Linkshänder zwei Jahre in der A-Jugend-Bundesliga auf. Nach der Saison 2018/2019 lagen dem Rechtsaußen zahlreiche Anfragen von höherklassigen Vereinen vor. Den Zuschlag erhielt schlussendlich der Nordsee-Oberligist TV Cloppenburg. Keine schlechte Wahl für den jungen Handballer. Mit dem TVC ist der Linkshänder als Vizemeister der Oberliga in seinem ersten Herrenjahr in die 3. Liga aufgestiegen. Borchert studiert an der Universität Oldenburg Sport und Politik auf Lehramt.

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