Handball Mareike Zetzmann: Ein Karriereende ist nicht in Sicht

Mareike Zetzmann wird im kommenden Jahr 40. Bei ihrem Verein HSG Hude/Falkenburg ist sie die dienstälteste Spielerin. An ein Karriereende denkt die frisch gebackene Mutter aber noch nicht.
21.12.2020, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Dennis Glock

Mareike Zetzmann ist ein echtes Handball-Urgestein. Mit ihren 39 Jahren besitzt sie neben einer eingebauten Torgarantie vor allem eins: jede Menge Erfahrung. Bei den Oberliga-Handballerinnen der HSG Hude/Falkenburg ist sie trotz ihres vergleichsweise hohen Alters nicht wegzudenken. Dies liegt besonders daran, dass sie im Team von Trainer Lars Osterloh nicht nur auf der Platte glänzt, sondern auch abseits des Sports für ihre Mitspielerinnen immer ein offenes Ohr hat. Aktuell bestreitet sie ihre zwölfte Saison bei der HSG, doch bekanntlich ruht der Spielbetrieb ja coronabedingt.

„Ich liebe es einfach, den Ball in der Hand zu haben und auf dem Spielfeld zu stehen. Es hat mir schon immer eine Menge Spaß bereitet, und das wird auch wohl so bleiben“, sagt Zetzmann, die im Handball schon einiges erlebt hat. Mit neun Jahren begann die gebürtige Oldenburgerin beim TuS Bloherfelde ihre Laufbahn. Als B-Jugendliche folgte der Wechsel zum Stadtrivalen TvdH Oldenburg. Einen echten Sprung wagte die Linkshänderin im Jahr 2003, als sie aus der Bezirksliga zum damaligen Regionalligisten Harpstedter TB wechselte.

In Harpstedt erlebte Zetzmann die bislang erfolgreichste Zeit ihrer Karriere. Das lag vor allem daran, dass der HTB regelmäßig mit ambitionierten Zielen in die Spielzeiten in der Regionalliga startete. Unter dem damaligen Trainergespann Werner Rohlfs und Inge Breithaupt blühte die Rückraumschützin regelrecht auf. In der Saison 2005/06 wurde sie mit 192 Treffern sogar Torschützenkönigin der Regionalliga. „An die Harpstedter Zeit denke ich gerne zurück. Es hat wirklich sehr viel Spaß gemacht. Die Mannschaft stand stets im Vordergrund und ich habe sehr viel gelernt. Mit einigen Leuten habe ich immer noch Kontakt“, erzählt Zetzmann.

Von Harpstedt nach Oyten

Nachdem sich das Regionalliga-Team 2007 aufgelöst hatte, schloss sich Zetzmann für zwei Spielzeiten dem TV Oyten an. Diese Zeit war allerdings von einigen schwereren Verletzungen geprägt. So verpasste die Handballerin aufgrund eines Kreuzbandrisses die komplette Saison, in welcher der TVO in der 2. Bundesliga für Furore sorgte. „Verletzungen gehören zum Sport dazu. Ich habe in Oyten dennoch viel mitgenommen“, betont die Vollblutsportlerin.

Anschließend folgte der Wechsel nach Hude. Dort fand die Lehrerin von Anfang an eine Mischung aus leistungsorientiertem Handball und Dorfverein vor. Damit fühlt sie sich bis heute pudelwohl. Nicht ohne Grund spielt sie bereits ihre zwölfte Saison bei der HSG Hude/Falkenburg. „Ich habe hier wirklich schon viel erlebt. Hierzu gehören beispielsweise Aufstiege, aber auch Abstiege, die natürlich in Erinnerung bleiben.“ Ans Aufhören denkt Mareike Zetzmann, die im kommenden Jahr 40 Jahre alt wird, noch lange nicht. Aktuell befindet sie sich aber noch in einer Babypause. Danach möchte sie sich liebend gerne wieder das Trikot mit der Nummer vier überstreifen: „Ich habe nach wie vor den sportlichen Ehrgeiz weiterzumachen. Man kennt sich in Hude, und das Drumherum passt einfach.“

HSG-Trainer Lars Osterloh weiß die Leistungen seiner dienstältesten Akteurin im Team zu schätzen. Dabei bewundert der Coach besonders Zetzmanns Herangehensweise: „Mareike bringt tagtäglich eine gesunde Mischung aus Ruhe, Erfahrung und Besonnenheit auf den Platz. Sie stellt sich immer in den Dienst der Mannschaft und sieht sich selbst nicht zu wichtig. Alles in allem ist sie eine Sportlerin, die man gerne in seinen eigenen Reihen hat.“ Eine Zeit ohne Zetzmann will sich Osterloh noch nicht vorstellen. Vielmehr ist er der Meinung, dass sie noch das eine oder andere Jahr dranhängen kann. „Sie hat auch in aussichtslosen Situationen stets einen klaren Plan, was ich sehr schätze. Mit ihrem Ehrgeiz kann sie sicher noch einige Spiele auf diesem Niveau bestreiten.“

Comeback-Zeitpunkt noch offen

Die HSG Hude/Falkenburg belegt derzeit den siebten Tabellenplatz in der Oberliga. Aussagekräftig ist das allerdings nicht, ganz im Gegenteil. Aufgrund der Corona-Pandemie wurde die laufende Saison nach zwei Spieltagen bis auf Weiteres unterbrochen. Wie und wann es weitergehen kann, ist noch offen. Eins dürfte hingegen sicher sein: Mit ihren Toren will Mareike Zetzmann auch in dieser Saison wieder ihren Teil dazu beitragen, dass ihre Mannschaft so gut wie möglich abschneidet. Unklar ist nur der Zeitpunkt des Comebacks. „Ich bin aufgrund der Babypause schon ein bisschen länger raus. Deswegen hoffe ich, dass ich bald wieder spielen kann. Aktuell sieht es aber danach aus, dass ich mich noch länger gedulden muss“, erklärt Zetzmann.

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