Männer Aufstehen für Wien: Handballer wollen Platz fünf

Innsbruck. Der Ärger über das verpasste EM-Halbfinale war bei Johannes Bitter noch nicht verflogen, doch seine Gedanken hatte der Torhüter schon wieder auf das neue Ziel gerichtet.
25.01.2010, 17:40
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Innsbruck. Der Ärger über das verpasste EM-Halbfinale war bei Johannes Bitter noch nicht verflogen, doch seine Gedanken hatte der Torhüter schon wieder auf das neue Ziel gerichtet.

«Jetzt sind wir bei diesem Turnier und wollen Platz fünf erreichen. Dafür lohnt es sich, jeden Morgen aufzustehen», sagte der Schlussmann des HSV Hamburg in Innsbruck. Für das Spiel um Platz fünf in Wien müssen die deutschen Handballer sowohl ihr zweites Hauptrunden-Spiel als auch zum Abschluss gegen Tschechien gewinnen.

Am Vortag hatte die deutsche Mannschaft durch die 22:24-Niederlage gegen Olympiasieger und Weltmeister Frankreich alle Chancen auf die Medaillenrunde vergeben. «Wir hatten die Chance, für die Sensation zu sorgen. Es macht sich ein bisschen Frust breit, weil wir rackern, kämpfen und alles geben und es nicht schaffen, die Spiele über die Runden zu kriegen. Es wäre viel mehr drin gewesen», haderte Bitter.

Einen Tag nach dem Tod des ehemaligen Auswahl-Kollegen Oleg Velyky hatte das Team um Kapitän Michael Kraus erneut eine leidenschaftliche Leistung geboten und durch einen mitreißenden Endspurt den 15:22- Rückstand (49.) noch bis auf zwei Tore verkürzt. «Wir haben abends beim Essen zusammengesessen und vor Ärger immer wieder mit der Hand auf den Tisch gehauen. So leicht wie diesmal hätten wir die Franzosen noch nie schlagen können», meinte der Spielmacher.

Für Bundestrainer Heiner Brand war das Verpassen des Halbfinales kein Beinbruch. «Das war für mich nie ein Thema», stellte er klar, ärgerte sich aber über die Niederlage: «Die Franzosen haben von uns die Grenzen aufgezeigt bekommen.» Seinen Blick aber richtete er nach vorn auf die wichtige Partie gegen Spanien. «Da erwartet uns eine unangenehme Spielweise. Aber wir haben gegen den Weltmeister und gegen den WM-Dritten Polen gut mitgehalten. Vielleicht können wir da jetzt noch einen draufsetzen», sagte er.

Am Ruhetag vor dem Spanien-Spiel setzten die deutschen Akteure auf Regeneration nach vier anstrengenden Spielen. «Man merkt das schon, dass wir vier Spiele in kurzer Zeit hatten. Aber die medizinische Abteilung bekommt uns immer wieder ganz gut hin», sagte Rückraumspieler Holger Glandorf. Wie seine Team-Kollegen sehnt sich auch der Lemgoer nach dem zweiten Turniersieg: «Wir wollen mit einem Glücksmoment aus dem Turnier rausgehen. Wir wollen gegen Spanien gewinnen und dann wäre es schön, nach Wien zu kommen.»

Brand fordert von seinen Spielern einen erneuten Kraftakt. «Es besteht kein Grund, nachzulassen. Ich gehe davon aus, dass die Mannschaft mit der gleichen Einstellung, dem gleichen Engagement an die nächste Aufgabe geht. Wer das nicht macht, hat in der Nationalmannschaft nichts zu suchen», sagte der Bundestrainer. Und Kapitän Kraus versprach: «Wir werden alles geben, um die Spanier zu schlagen. Das sind wir uns, der ganzen Nation und auch ein Stück weit Oleg Velyky schuldig.» (dpa)

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