Deutschland Brand: "Werde keinen Ratschlag erteilen"

Trier. Offiziell ist Heiner Brand noch bis zum 30. Juni Handball-Bundestrainer. Doch mit dem 32:22-Sieg am Sonntag in Trier gegen Lettland zum Abschluss der EM-Qualifikation hat sich der 58-jährige Gummersbacher bereits von seinem Amt verabschiedet.
13.06.2011, 13:30
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Trier. Offiziell ist Heiner Brand noch bis zum 30. Juni Handball-Bundestrainer. Doch mit dem 32:22-Sieg am Sonntag in Trier gegen Lettland zum Abschluss der EM-Qualifikation hat sich der 58-jährige Gummersbacher bereits von seinem Amt verabschiedet.

Anschließend stand er Rede und Antwort zu seinen Gefühlen, seinem möglichen Nachfolger und seiner künftigen Arbeit als Handball-Manager beim Verband in Dortmund.

Wie geht es Ihnen nach Ihrem letzten Spiel als Bundestrainer?

Brand: "Ich habe heute mein schwerstes Spiel hinter mich gebracht. Die nervliche Belastung war enorm. Ich bin jetzt froh, dass ich es hinter mich gebracht habe. Ein bisschen Erleichterung ist auch da."

Mit nervlicher Belastung meinten Sie, dass es Ihnen emotional nahe gegangen ist?

Brand: "Ja, sicher. Alles andere wäre ja auch schlimm. Wenn ich nach vierzehneinhalb Jahren mit einem Job, den ich sehr, sehr gerne gemacht habe, aufhöre, wenn mir das nicht nahe gehen würde, hätte ich geschauspielert. Dann würde etwas nicht stimmen."

Zum Abschied gibt es immer Geschenke. Was hat Ihnen die Mannschaft geschenkt?

Brand: "Die Mannschaft hat mir einen Gutschein für ein Rennrad geschenkt. Nachdem ich in Innsbruck frühmorgens eine dreiviertel Stunde lang den Berg hochgefahren bin, da habe ich hinterher gesagt, also ein Rennrad auf flacher Strecke ist mir doch lieber. Das haben sie scheinbar irgendwo mitbekommen. Ich habe mich sehr gefreut über das Geschenk."

Zur Verabschiedung hat Ihr Co-Trainer Martin Heuberger kurz vor Spielschluss eine Auszeit genommen, ohne dass Sie davon wussten. Was sagen Sie dazu?

Brand: "Ich habe ihn auf dem Spielfeld schon entlassen. Ich habe ja da auch nichts gesagt. Das war stiller Protest von meiner Seite."

Martin Heuberger ist der Anwärter auf Ihre Nachfolge. Ist er ein idealer Kandidat?

Brand: "Ich schätze Martins Fähigkeiten sehr hoch ein. Er ist sehr erfolgreich gewesen im Juniorenbereich. Er ist ein toller Mensch. Er ist als Co-Trainer 100-prozentig loyal gewesen."

Was zeichnet ihn denn besonders aus als Trainer?

Brand: "Er hat sehr viel Handballverständnis. Er hat ein Geschick, mit jungen Menschen umzugehen, ist sehr ehrgeizig und zielstrebig, fleißig. Ich denke, er hat alle Voraussetzungen, die man haben muss."

Wenn Sie Ihrem Nachfolger nur einen Rat geben dürften: Was würden Sie ihm sagen?

Brand: "Ich wünsche nicht, einen Rat geben zu müssen. Wenn er Fragen stellt, werde ich jede Frage beantworten nach bestem Wissen. Aber ich werde nicht hingehen und einen Ratschlag geben, der vielleicht sogar nicht erwünscht ist. Ich denke, das darf ich nicht tun und werde ich auch nicht tun."

Sie haben zum Abschluss die EM-Qualifikation für 2012 gemeistert. Am Mittwoch werden in Belgrad die Gruppen ausgelost. Was wünschen Sie sich dafür?

Brand: "Es sind ja die üblichen Verdächtigen bei diesem Turnier dabei. Ich hoffe auf ein bisschen Losglück für Serbien, dass man dann auch die Chance nutzen kann, sich für die Qualifikationsturniere für Olympia noch zu qualifizieren. Da braucht man schon ein bisschen Glück. Aber wir haben in den letzten Jahren relativ wenig davon gehabt. Deswegen gehe ich davon aus, dass es diesmal klappt."

Was machen Sie bis zum Ende Ihrer Bundestrainer-Tätigkeit?

Brand: "Ich werde jetzt nicht mehr als Bundestrainer irgendwo aktiv sein, obwohl ich das Geld dafür ja diesen Monat bekommen habe. Aber ich werde mich teilweise schon an die neuen Aufgaben begeben und mir Gedanken machen. Ich habe auch schon ein paar Termine. Es geht übergangslos weiter."

Gibt es in der Verbandszentrale in Dortmund schon ein Büro mit Ihrem Namen an der Tür?

Brand: "Das glaube ich nicht. Ich muss nehmen, was man mir gibt."

Aber Sie beziehen ein Büro?

Brand: "Ich werde sehr viel unterwegs sein. Ich werde überall arbeiten. Auch in Dortmund." (dpa)

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