Handball-EM DHB-Team mit schlechtestem EM-Platz seit 2000

Innsbruck. Die deutschen Handballer müssen erstmals seit zehn Jahren vorzeitig von einer EM abreisen. Im zweiten Hauptrunden-Spiel erlitt der WM-Fünfte in Innsbruck mit dem 20:25 (9:14) die dritte Turnier-Niederlage und kann nicht mehr das Spiel um Platz fünf in Wien erreichen.
26.01.2010, 20:55
Lesedauer: 2 Min
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Innsbruck. Die deutschen Handballer müssen erstmals seit zehn Jahren vorzeitig von einer EM abreisen. Im zweiten Hauptrunden-Spiel erlitt der WM-Fünfte in Innsbruck mit dem 20:25 (9:14) die dritte Turnier-Niederlage und kann nicht mehr das Spiel um Platz fünf in Wien erreichen.

Damit ist die schlechteste EM-Platzierung der deutschen Mannschaft seit dem neunten Platz im Jahr 2000 besiegelt. «Ich habe vielleicht auch gedacht, dass die Mannschaft einen Schritt weiter wäre», sagte Bundestrainer Heiner Brand, nahm seine eher unerfahrene Mannschaft aber zugleich in Schutz.

«Sie wollte schon, aber es war ein körperliches Problem», sagte er: «Ich habe mich auch sehr geärgert, aber mit ein bisschen Abstand habe ich für einiges Verständnis, weil ich weiß, dass die Mannschaft alles gibt.» Mit einem Sieg gegen Tschechien können seine Schützlinge, die mit einem gequälten Lächeln den Fans nach der Partie dankten, maximal noch Platz vier in der Hauptrundengruppe I erreichen.

Vor nur rund 5000 Zuschauern bot die deutsche Mannschaft eine ernüchternde Leistung. Sie agierte vor allem im Angriff unbeholfen und planlos. Im Gegensatz zu den leidenschaftlichen Auftritten bisher ließen die Akteure des Deutschen Handballbundes (DHB) jegliches Aufbäumen vermissen. «Wir haben uns in den ersten Minuten von der Härte der Spanier den Schneid abkaufen lassen», meinte Kapitän Michael Kraus. Die Spanier seien hochmotiviert gewesen, «bei denen ging es um alles, wir hatten theoretisch noch die Chance auf Platz fünf».

Wie angekündigt verzichtete Brand trotz des verpassten Halbfinals auch im zweiten Spiel der Hauptrunde zunächst auf Experimente. Man habe eine Verantwortung gegenüber dem Handball und müsse sich entsprechend präsentieren, hatte der Coach vor der Partie verlangt. Allerdings setzten seine Spieler diese Forderung zunächst mehr schlecht als recht um. Technische Fehler und schwache Torabschlüsse sorgten wie in den vorangegangenen Partien für Ballverluste. «Es ist eine Ansammlung von einfachen Dingen. Ich sehe das als körperliches Problem an», meinte Brand nach dem Match, in dem sein Team nach sieben Minuten mit 1:3 zurücklag.

Die Ideenlosigkeit gegen die robuste und zupackende Abwehr der Spanier verhinderte ein flüssiges Kombinationsspiel. Immer wieder rannten sich die Mannen um Kraus in Einzelaktionen im spanischen Deckungsblock fest. Allerdings boten auch die Iberer im Duell der Weltmeister von 2005 und 2007 keine Glanzleistung. So hielt die DHB-Auswahl den Rückstand bis zum 6:8 (19.) in Grenzen.

Doch eine Chance auf den angestrebten Ausgleich konnte sich der WM-Fünfte nicht erspielen. Stattdessen hatten die deutschen Spieler nun auch noch Wurfpech und trafen mehrmals Latte und Pfosten. Die Spanier hingegen machten es besser. Die DHB-Auswahl geriet so Tor um Tor weiter uns Hintertreffen, lag beim 7:12 (24.) erstmals mit fünf Treffern zurück und konnte dies bis zum 9:14-Pausenstand nicht mehr wettmachen.

Zur zweiten Halbzeit wechselte Brand durch und gab den Spielern mit zuletzt wenigen Einsätzen eine Chance. Im Tor ersetzte der Berliner Silvio Heinevetter den Hamburger Johannes Bitter, im linken Rückraum kam Sven-Sören Christophersen (Wetzlar) für Lars Kaufmann (Göppingen) und am Kreis agierte Göppingens Manuel Späth für den Magdeburger Christoph Theuerkauf. In dieser Besetzung kassierte die DHB-Auswahl einen 10:17-Rückstand (34.).

Vor allem in Sachen Effektivität bekamen die Deutschen eine Lektion erteilt. Nach weit weniger als 50 Prozent getroffener Torwürfe in der ersten Halbzeit steigerte sich die Quote auch in den zweiten 30 Minuten nicht. Die Spanier hingegen blieben konsequent beim Nutzen ihrer Torchancen und setzten sich vorentscheidend auf 23:16 (53.) ab. (dpa)

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