Männer Heiner Brand: Spieler technisch schwach

Innsbruck. Lernen, lernen und nochmals lernen: Nach den teils haarsträubenden Fehlern en masse bei der EM will Bundestrainer Heiner Brand geduldig und intensiv die Grundlagen seiner Handballer schulen.
26.01.2010, 12:44
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste

Innsbruck. Lernen, lernen und nochmals lernen: Nach den teils haarsträubenden Fehlern en masse bei der EM will Bundestrainer Heiner Brand geduldig und intensiv die Grundlagen seiner Handballer schulen.

«Es sind nicht alle Spieler, die wir haben, die technisch stärksten. Es ist ein Merkmal dieser Mannschaft, dass unter Druck zu viele Fehler entstehen», kritisierte er nach der 22:24-Hauptrunden-Niederlage in Innsbruck gegen Frankreich fundamentale Mängel und kündigte an: «Um die Fehler abzustellen, braucht man Geduld. Die bin ich bereit, aufzubringen.»

2012 zu den Olympischen Spielen in London soll seine neue Mannschaft endgültig konkurrenzfähig sein. Das Lernen dafür hat schon bei der EM in Österreich begonnen. «Es wächst was zusammen. Wir machen hier einen extremen Lernprozess durch. Aber wir sind auf einem guten Weg. Die Moral stimmt, das kann man nicht trainieren. Alles andere kann man trainieren», sagte Kapitän Michael Kraus. «Wir müssen eingespielter werden, wir müssen sicherer werden», forderte Torhüter Johannes Bitter.

Bislang hat Brand Nachsicht mit den zum Teil krassen Aussetzern in seinem Team aufgebracht, auch weil ihn seine Spieler mit Leidenschaft überzeugt haben. Zudem verwies er immer wieder auf die mangelnde Länderspiel- und Turniererfahrung seiner Mannschaft, die sich durch den Neuaufbau nach den Olympischen Spielen 2008 noch im Umbruch befindet. «Da Dienen solche Turniere auch als Lehrzeit», sagte der Bundestrainer.

Nun aber will er den Fehlerteufeln zu Leibe rücken. «Es besteht Bedarf, einiges zu schulen. Für das nächste Jahr habe ich schon meine Gedanken. Da will ich an elementaren Angriffsdingen arbeiten», kündigte er an. Da kommt es ihm gerade recht, dass er im Sommer einen Auswahl-Lehrgang außer der Reihe bekommt. Im Vorfeld eines Promotionspiels in Chicago gegen den WM-Dritten Polen am 17. Juli hat er seine Spieler eine Woche lang an der Universität von Chicago beisammen. «Das ist für mich ein zusätzlicher Termin. Ich habe so die Möglichkeit, ein bisschen zu trainieren», sagte Brand.

Der Termin im eigentlich handballfreien Juli kam auf Wunsch der Bundesliga zustande, die in Kooperation mit dem US-Handballverband ihren Sport in den Vereinigten Staaten populärer machen will. «Wenn die Liga das wünscht, machen wir das, weil die Liga auch die Spieler stellt. Für Heiner ist es wichtig, dass er richtig trainieren kann. Das wird kein Spaßausflug. Und wenn wir damit dem amerikanischen Handball helfen können, machen wir das gern», sagte Horst Bredemeier, Vizepräsident für Leistungssport im Deutschen Handballbund (DHB).

Festgezurrt wurde der Länderspiel-Export am Rande des «Big Apple Team Handball Tournament» zu Jahresbeginn in New York zwischen Frank Bohmann, Geschäftsführer des Ligaverbandes HBL, und dem Präsidenten des US-Handballverbandes Dieter Esch. «Wir sehen das gern, dass Deutschland uns unterstützt. Zu diesem Spiel werden 10 000 Menschen kommen, das Fernsehen wird da sein. Das wird der Startschuss sein, denn im Handball sind wir ein Entwicklungsland», sagte Esch. (dpa)

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Einwilligung und Werberichtlinie

Ich erkläre mich damit einverstanden, dass die von mir angegebenen Daten dazu genutzt werden, regelmäßig per E-Mail redaktionelle Inhalte des WESER-KURIER seitens der Chefredaktion zu erhalten. Die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Ich kann diese Einwilligung jederzeit formlos mit Wirkung für die Zukunft widerrufen, z.B. per E-Mail an widerruf@weser-kurier.de.
Weitere Informationen nach Art. 13 finden Sie unter https://www.weser-kurier.de/datenschutz

Schließen

Das Beste mit WK+