Flensburg Hoffnung stirbt zuletzt: Flensburgs Final-Traum

Leipzig. Wie ein Schweizer Uhrwerk funktionierten die Handballer der SG Flensburg-Handewitt im Halbfinal-Hinspiel des EHF-Pokals gegen Kadetten Schaffhausen nicht. Doch trotz des knappen 31:30 (15:15) lebt der Traum vom neunten Finaleinzug auf europäischem Parkett seit 1997 weiter.
25.04.2010, 20:00
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Leipzig. Wie ein Schweizer Uhrwerk funktionierten die Handballer der SG Flensburg-Handewitt im Halbfinal-Hinspiel des EHF-Pokals gegen Kadetten Schaffhausen nicht. Doch trotz des knappen 31:30 (15:15) lebt der Traum vom neunten Finaleinzug auf europäischem Parkett seit 1997 weiter.

«Ich bin dennoch optimistisch, dass wir das Finale erreichen», sagte Flensburgs Trainer Per Carlén nach der Partie in der heimischen Campushalle. Aber um die Eidgenossen im Rückspiel am 1. Mai auszuschalten, muss sich der Bundesliga-Dritte erheblich steigern, und zwar in allen Mannschaftsteilen. «Wir müssen ein paar Dinge ändern und verbessern», blickte Carlén voraus.

Der schwedische Trainer-Fuchs, der als Spieler schon bei Europa- und Weltmeisterschaften sowie Olympischen Spielen im Endspiel stand, aber noch nie in einem Europapokal-Finale, hatte in der «Hölle Nord» auf einen Fünf- bis Sechs-Tore-Vorsprung gehofft. Doch der designierte Schweizer Meister spielte da zum Erstaunen der SG-Fans nicht mit. Schaffhausen kam mit schnell vorgetragenen Angriffen immer wieder zum Erfolg und führte in der ersten Halbzeit fast ständig.

Vor allem die Deckung der Norddeutschen, die zuletzt beim Bundesliga-Sieg gegen Großwallstadt laut Carlén wie «die Chinesische Mauer» stand, war diesmal löchrig. Zudem schluderte die SG mit ihren Chancen. «In der Abwehr wurde zu viel gelaufen, und es entstand viel Platz für Schaffhausen ­ das war nicht hundertprozentig», analysierte Carlén, der auch mit der Leistung seiner Torhüter Dan Beutler (4 Paraden) und Johan Sjöstrand (5) alles andere als zufrieden war.

Beim 25:28 (50.) sah es für die Flensburger richtig düster aus. Mit einer offensiven Abwehr engten die Gastgeber die Räume der starken Rückraumschützen Mait Patrail und Peter Kukucka ein. Als auch Beutler endlich ein paar Würfe entschärfte, bebte die «Hölle Nord» und Lars Christiansen glich in der 58. Minute zum 30:30 aus. Den Siegtreffer markierte Lasse Svan Hansen, bester Akteur der Gastgeber. «Wir haben in dieser Saison schon bei einigen starken Mannschaften gut ausgesehen und gewonnen», sagte Nationalspieler Jacob Heinl und schickte eine Kampfansage gen Schweiz. Die Eidgenossen sind trotz des guten Ergebnisses nur verhalten optimistisch. «Das Rückspiel wird wird ein Duell auf Messers Schneide. Flensburg kann auch bei uns mit sieben Toren gewinnen», mahnte Kreisläufer Uvan Ursic. (dpa)

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