EM Party in Linz: Österreich feiert Handballer

Innsbruck/Linz. Handball-Party statt Alpin-Jubel: Am Tag der berühmten Streif-Abfahrt in Kitzbühel haben Österreichs Handballer ihr mediales Schattendasein beendet.
24.01.2010, 13:53
Lesedauer: 2 Min
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Innsbruck/Linz. Handball-Party statt Alpin-Jubel: Am Tag der berühmten Streif-Abfahrt in Kitzbühel haben Österreichs Handballer ihr mediales Schattendasein beendet.

Durch den 37:31- Erfolg gegen Serbien ist der Turnier-Gastgeber bei seinem EM-Debüt in die Hauptrunde eingezogen und damit landesweit ins Rampenlicht getreten. «Das Happy-End der Heldensaga», titelte die «Tiroler Tageszeitung». Und die Zeitung «Österreich» jubelte in großen Lettern: «37:31 - Wir haben ein Wunderteam!» In Erinnerung an den Siegeszug der deutschen Mannschaft bei der Heim-WM 2007 befand die Tageszeitung «Kurier»: «Hand aufs Herz: Ein Wintermärchen».

Im Finale der Vorrundengruppe B spielte der Gastgeber furios. Angetrieben von 6000 begeisterten Anhängern in der Linzer Tips Arena machte das Team des isländischen Trainers Dagur Sigurdsson einen 15:18-Pausenrückstand wett. Vor allem Kapitän Viktor Szilagyi vom Bundesligisten VfL Gummersbach (10 Tore) und der Magdeburger Rechtsaußen Robert Weber (8) waren nicht zu bremsen. Zum Matchwinner aber avancierte Torhüter Thomas Bauer vom deutschen Zweitligisten TV Korschenbroich, der für den glücklosen Nikola Marinovic (Balingen- Weilstetten) ins Spiel kam und 38 Prozent aller serbischen Torwürfe parierte.

«Unglaublich, ich hätte nie gedacht, dass es im österreichischen Handball möglich ist, bei so einem Spektakel dabei zu sein. Aber die Leute haben mich eines Besseren belehrt. Dafür haben wir alle Leute eines Besseren belehrt, die gemeint haben, dass wir bei dieser EM nur Kanonenfutter sind», sagte Bauer überschwänglich. Acht Minuten lang hatte er keinen Treffer kassiert und damit die Grundlage für den Coup gelegt. «Ich habe einfach irgendwie versucht, vom Ball getroffen zu werden», erklärte er das Geheimnis seines Erfolges, «die gefühlten 400 000 Leute in der Halle haben dazu beigetragen, dass ich nicht klar im Kopf denken konnte.»

Vollkommen klar hingegen war Trainer Sigurdsson, der in der Bundesliga die Füchse Berlin betreut, als er Bauer in der 17. Minute aufs Spielfeld schickte. «Es macht uns noch stärker, dass wir wissen, dass er gut drauf ist», sagte der Isländer. Seit seinem Amtsantritt im März 2008 als Nachfolger des jetzigen deutschen Frauen- Bundestrainers Rainer Osmann hat Sigurdsson ein schlagkräftiges Team geformt, das zu einem Großteil aus Bundesliga-Spielern besteht. Neben Szilagyi, Weber und Marinovic spielen Patrick Fölser (Düsseldorf), Mare Hojc, Markus Wagesreiter (beide Balingen-Weilstetten) und Konrad Wilczynski (Berlin) in der «stärksten Liga der Welt».

In der Hauptrunde wollen die Österreicher nun vom 25. Januar an in Wien gegen Norwegen, den WM-Zweiten Kroatien und Russland weiter für Furore sorgen. «Verstecken müssen wir uns nicht. Wir werden topmotiviert und topvorbereitet sein», sagte Sigurdsson, dessen Team mit 1:3 Punkten aus dem 37:37 gegen Island und der 29:33-Niederlage gegen Titelverteidiger Dänemark in die zweite Turnier-Runde startet. (dpa)

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