EM Sogar Sarkozy siegt - Karabatic: «Das ist cool»

Wien. Am Ende siegte auch noch Nicolas Sarkozy: Mit seinem Anruf auf dem Handy von Trainer Claude Onesta und den Glückwünschen an die Handball-Helden gleich nach Schlusspfiff eines denkwürdigen EM-Endspiels kam Frankreichs Staatspräsident seinem österreichischen Amtskollegen zuvor.
01.02.2010, 13:20
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste

Wien. Am Ende siegte auch noch Nicolas Sarkozy: Mit seinem Anruf auf dem Handy von Trainer Claude Onesta und den Glückwünschen an die Handball-Helden gleich nach Schlusspfiff eines denkwürdigen EM-Endspiels kam Frankreichs Staatspräsident seinem österreichischen Amtskollegen zuvor.

Denn erst nach einem Auftritt von DJ Ötzi durfte Bundespräsident Heinz Fischer die goldene Schale an Frankreichs Handballer überreichen - und musste auch noch eine Sektdusche über sich ergehen lassen. «Das ist cool», sagte Star-Spieler Nikola Karabatic überwältigt. Und auch der überragende Schlussmann Thierry Omeyer war von Sarkozys schneller Reaktion begeistert: «Das ist gut. Ich hoffe, wir treffen ihn noch in Paris. So wie voriges Jahr.»

Mit dem Gewinn ihres zweiten EM-Titels nach 2006 haben sich Frankreichs Handballer ein Denkmal gesetzt. Als erste Mannschaft hat sie in Serie Olympia-, WM- und EM-Gold gewonnen. «Das kann man nicht beschreiben, das ist so schön, es sind so viele Gefühle in meinem Kopf. Das ist unfassbar. Ich brauche Zeit, das zu begreifen», stammelte der fassungslose Karabatic nach dem 25:21-Finalerfolg über Kroatien und meinte: «Das war ein geiles Spiel und eine geile EM.»

Frankreichs Presse jubelte mit: «HIS - TO - RI - QUE» ('HI - STO - RISCH') titelte «Le Parisien». «Frankreich hat sein Rendez-vous mit der Geschichte eingehalten.» Und «Le Figaro» sieht die Blauen «im Pantheon der Geschichte». Bei so viel nationaler Freude wollte auch der Präsident mitfeiern. «Auf diese Weise diese drei wichtigsten Titel zu gewinnen ist eine historische Leistung und der Staatschef beglückwünscht jeden einzelnen Spieler und die Betreuer dieser herrlichen Mannschaft», übermittele Sarkozy seine Grüße.

Nach einigen Bieren und Sekt sowie einem Kurzauftritt beim offiziellen Bankett im Wiener Rathaus ging die Sause der Sieger erst richtig los. Islands Ausnahme-Spieler Olafur Stefansson hatte DJ Ötzi, Sänger des EM-Songs «Sweet Caroline», dessen weiße Wollkappe gemaust und setzte diese während der gesamten Nacht nicht ab. In der Szene-Disco U4 feierten die EM-Dritten aus Island und die Franzosen gemeinsam als gäbe es kein Morgen. «Ich denke, wir werden nicht viel schlafen», hatte Kiels Torhüter Omeyer prognostiziert. Und recht behalten.

Auch die wieder einmal geschlagenen Kroaten wollten dem nicht nachstehen und gaben sich in Feierlaune. Zwar mussten sie sich wie schon bei der Heim-WM im Vorjahr im Finale den Franzosen geschlagen geben, ebenso im olympischen Halbfinale von Peking. «Das tut weh, denn das sind zwei goldene und eine olympische Medaille, die uns fehlen», sagte Rückraumspieler Blazenko Lackovic vom Bundesliga-Spitzenreiter HSV Hamburg, «aber wir machen trotzdem eine Party.»

Sein Club-Kollege Igor Vori schloss sich dem an. «Wir sollten Silber so feiern wie Gold, denn wir hatten viele junge Spieler dabei und es fehlten ein paar Schlüsselspieler», meinte der Kreisläufer und blickte bereits auf die WM 2011 in Schweden voraus: «Ich hoffe, im nächsten Jahr wird am Ende unsere Hymne gespielt.»

Unklar ist, ob dann Erfolgstrainer Lino Cervar, der das Team in seiner Amtszeit bereits zur sechsten Medaille bei großen Meisterschaften geführt hat, noch Kroatiens Nationalcoach ist. Seinem angekündigten Rücktritt nach der EM folgte ein vom Verbandspräsidenten Sandi Sola verkündeter Rücktritt vom Rücktritt. «Es ist alles offen. Wir werden jetzt nach der EM reden», sagte Cervar und ließ damit seine Zukunft vorerst offen. (dpa)

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+