Fußball-Kreisliga Hannink-Hattrick schockt den Delmenhorster TB

Nach einer 1:0-Halbzeitführung verliert der Delmenhorster TB völlig die Kontrolle und geht letztlich mit 1:5 gegen den TV Dötlingen unter.
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Von Ralf Kilian

Delmenhorst. Auf dem Weg zum angepeilten einstelligen Tabellenplatz hat der Delmenhorster TB einen happigen Rückschlag erlitten. Trotz einer Pausenführung musste der Kreisliga-Aufsteiger ein deutliches 1:5 (1:0) gegen den TV Dötlingen einstecken, der damit Rang acht festigte. Durch einen Hattrick von Johann Hannink kippte das Fußball-Nachholspiel am Dienstag binnen einer Viertelstunde. Die Lücken beim DTB wurden mit jeder Minute größer, sodass Trainer André Tiedemann feststellen musste: „Wir standen bei den Gegentoren teilweise so weit auseinander, da hätte man mit einem Lkw durchfahren können.“

Zum Ende der Partie kam auch noch ordentlich Hektik auf. Tiedemann wurde in der 90. Minute nach Kritik an Schiedsrichter Burhanettin Akyol von der Anlage verwiesen. Zuvor hatte der Unparteiische DTB-Verteidiger Kevin Eberhardt per Ampelkarte vom Platz gestellt. „Mich würde mal interessieren, warum Kevin Gelb-Rot gesehen hat. Tatsächlich ist er zuvor gefoult worden“, wunderte sich Tiedemann, nachdem er sich wieder beruhigt hatte. Sein Gegenüber Markus Welz konnte sich schon in den letzten 20 Minuten etwas zurücklehnen. „Zur Halbzeit war die Stimmung in der Kabine völlig am Boden. Aber die Jungs haben sich an den eigenen Haaren wieder herausgezogen und am Ende völlig verdient gewonnen.“

Noch am Nachmittag stand die gesamte Partie auf der Kippe. Eigentlich hätte das Nachholspiel auf eigener Anlage angepfiffen werden sollen, doch zur Mittagszeit wurden die Plätze in Dötlingen gesperrt. Zum Glück stimmte der Turnerbund einem Tausch des Heimrechts zu, und so trafen sich die beiden Kreisligisten zum Anstoß in Delmenhorst. Dort hatte dann Pascal Zoll die erste Möglichkeit für den DTB (8.). Auf der Gegenseite verschenkte Benjamin Bohrer das sichere 1:0, als er völlig freistehend noch auf den im Abseits stehenden Enis Stubbla querlegte (18.). Die DTB-Pausenführung durch einen Kopfball von Kapitän Lukas Benthien nach Ecke von Lars Goretzki (25.) kam zwar fast aus dem Nichts, war aber schließlich verdient. „Vor der Pause war der DTB sehr wach, hat sehr männlich gespielt“, meinte Welz.

Das körperbetonte Spiel auf beiden Seiten forderte frühe Wechsel, da Pascal Zoll bei den Gastgebern sowie Jannes Henning schon kurz vor einem Platzverweis standen. Vermutlich wäre die Partie völlig anders verlaufen, wenn Daniel Fastenau in der 59. Minute nach Linksflanke von Murat Tan die Ruhe bewahrt hätte, anstatt freistehend volley übers Tor zu schießen. „Da haben wir das 2:0 verpasst und gleich danach hinten das 1:1 gefangen“, ärgerte sich Tiedemann. Roman Seibel legte dem durchstartenden Hannink den Ball in den Lauf, und der 21-Jährige versenkte eiskalt mit Hilfe des rechten Innenpfostens.

Ältere Fußballfans werden sich vielleicht noch an Bernd Schuster erinnern, der Anfang der 80er-Jahre mit wehendem blonden Haar durch die Abwehrreihen Europas stürmte. Johann Hannink könnte nicht nur äußerlich Schusters Sohn sein, er spielte an diesem Abend auch beinahe wie der Zwillingsbruder des „blonden Engels“. Das 2:1 markierte er mit sehr viel Tempo aus identischer Position (67.), beim 3:1 reagierte Hannink nach Seibel-Freistoß am schnellsten und umkurvte noch DTB-Schlussmann Fabian Blaschke. Damit war der lupenreine Hattrick in nur 15 Minuten perfekt.

Zwar ließen sich die Gastgeber nicht hängen und kamen auch noch zu guten Offensivansätzen, doch Dötlingen konterte durch Shqipron Stublla zum entscheidenden 4:1 (81.). Danach wurde es immer hektischer, und Dötlingen hätte schon nach Foul an Enis Stublla einen Strafstoß bekommen müssen (90.+1). Den Elfmeter gab es dafür in der siebten Minute der Nachspielzeit nach Vergehen an Maximilian Struve. Benjamin Bohrer vollstreckte zum 5:1-Endstand. Es war bereits das fünfte Elfmetertor des Dötlinger Kapitäns nach einem Drittel der Saison. So können die siegreichen Gäste am Freitag ohne Druck in Wardenburg antreten, für den Turnerbund steht zeitgleich ein richtungsweisendes Duell in Munderloh an.

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