Regionalliga-Damen des TV Jahn Delmenhorst sind mit Neu-Trainer Knut Hinrichs in die Vorbereitung gestartet

Harter Ton und noch härteres Training

Seit einer Woche befinden sich die Regionalliga-Fußballerinnen des TV Jahn Delmenhorst in der Vorbereitung auf die neue Saison. Dabei müssen sich die Spielerinnen an drei neue Teamkolleginnen, den neuen Trainer Knut Hinrichs und mit ihm auch an einen neuen, raueren Umgangston gewöhnen.
04.08.2012, 05:00
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Von Merle Osterthun

Seit einer Woche befinden sich die Regionalliga-Fußballerinnen des TV Jahn Delmenhorst in der Vorbereitung auf die neue Saison. Dabei müssen sich die Spielerinnen an drei neue Teamkolleginnen, den neuen Trainer Knut Hinrichs und mit ihm auch an einen neuen, raueren Umgangston gewöhnen.

Delmenhorst. Bereits nach der ersten Vorbereitungswoche werden die Fußballerinnen des TV Jahn Delmenhorst wohl schon festgestellt haben: Ab jetzt weht auf dem Platz ein anderer Wind. Denn mit Neu-Trainer Knut Hinrichs hat eine raue Brise beim Regionalligisten Einzug gehalten. Nicht nur das Training, auch der Ton ist um einiges härter als zuvor. "Ich bin eben sehr direkt. Beim ersten Training habe ich sofort klare Worte gefunden, damit alle Spielerinnen wissen, was ich erwarte", erklärt Hinrichs, der das Team gemeinsam mit Co-Trainer Bernd Hannemann coacht.

Seine direkte Art führt Hinrichs auf die langjährige Tätigkeit im Herren- und Jugendbereich zurück. "Die Tonart ist bei den Männern etwas rauer. An mein deftiges Mundwerk müssen sich die Mädchen erst noch gewöhnen", sagt er. "Aber das werden sie schon hinkriegen." Neben seiner Arbeit als Herrenfußball-Obmann des TV Jahn war der 46-Jährige zuletzt für die U17 des VfB Oldenburg (Regionalliga) als Teammanager verantwortlich.

Eine Damen-Mannschaft hat der C-Lizenzinhaber dagegen noch nie betreut. Bis jetzt gefällt dem Delmenhorster seine neuer Job sehr. "Ich habe der Arbeit schon etliche schöne Seiten abgewinnen können." Zigaretten und Alkohol – das gehöre in vielen Männermannschaften zum Alltag. "Selbst manche Landesliga-Spieler haben quasi noch vor Spielabpfiff schon eine Fluppe im Mund", hadert Hinrichs. Das sei bei den Damen anders "und sehr angenehm". Einziger Nachteil: "Ich muss mir noch eine Spielerin suchen, die ab und an mal ein Siegerbier mit mir trinkt", lacht der Jahn-Coach.

Vielleicht kann er eine der drei neuen Jahn-Spielerinnen davon überzeugen. Svenja Exner kam vom Kreisligisten TSG Seckenhausen-Fahrenhorst und Sandra Göbel sowie Nadine Grotheer von den Verbandsligisten TS Woltmershausen und der BTS Neustadt. Vor allem Göbel könnte eine Verstärkung sein, schoss sie in der vergangenen Saison doch 19 Tore und war damit Vierte in der Torschützenliste. Die große Lücke, die der Wechsel von Führungsspielerin Anna Mirbach zum Zweitligisten SV Werder Bremen (wir berichteten) in den Kader gerissen hat, wird jedoch wohl auch sie nicht schließen können. Geht es nach Hinrichs, soll Göbel oder eine der anderen das aber auch gar nicht. "Ich habe zwar zwei, drei Spielerinnen im Auge, die Annas Position und Aufgaben übernehmen können und müssen, doch die Verantwortung liegt jetzt bei allen Spielerinnen gleichermaßen." In der vergangenen Saison habe es bei Niederlagen oft geheißen: "Anna hatte einen schlechten Tag, deshalb haben wir verloren", erklärt Jahns Trainer. "Solche Ausreden gelten nicht mehr. Wir gewinnen und wir verlieren zusammen."

Derzeit steht – wie in jeder Vorbereitung – für die Jahn-Damen zunächst Konditionstraining auf dem Programm. "Wir werden ordentlich knüppeln, damit wir nicht wieder so abschmieren wie im vergangenen Jahr", kündigt Hinrichs an. Der Neu-Trainer findet klare Worte: "Wenn jemand meint, nicht richtig mitziehen zu müssen, ist er draußen." Die Regionalliga sei schließlich keine Murmelklasse und deshalb sei es umso wichtiger, dass alle an einem Strang ziehen.

In den kommenden Wochen hat Hinrichs einiges vor: "Wir werden vor allem an der Schnelligkeit und Variabilität arbeiten." Die Viererkette und das Spiel mit einer Spitze solle zwar das Stamm-System werden, "aber ich möchte viel ausprobieren", sagt der 46-Jährige. Außerdem müsse dringend die Abwehr stabilisiert werden. "Ansonsten können wir einpacken. Spiele gewinnt man hinten." Neben den fast täglichen Trainingseinheiten stehen für die Delmenhorsterinnen noch etliche Trainingsspiele an. Das Erste gegen den SV Anderlingen gewann die Jahn-Elf mit 6:1. Die nächste Testpartie ist morgen um 15 Uhr auf dem Sportplatz Schulzentrum Süd. Dort trifft die Hinrichs-Elf auf den Oberligisten TuS Büppel. Es folgen weitere Tests gegen den ATSV Scharmbeckstotel, den TuS Westerloy, den ATSV Sebaldsbrück und den BV Cloppenburg.

Hinrichs’ Saisonziel: "Besser abschneiden als im vergangenen Jahr", sagt der Coach. Damals wurden die Jahn-Damen nach einer sehr durchwachsenen Saison Neunter. Damit sie in der kommenden Spielzeit nicht wieder um den Abstieg mitspielen, will Hinrichs andere Saiten aufziehen. "Wir werden anstatt zwei Mal wohl drei Mal in der Woche trainieren." Das sei für die Liga notwendig. Darüber hinaus werde sein Team vermehrt auch mit der zweitem Jahn-Mannschaft, die in der Kreisliga spielt, zusammenarbeiten. "Dort spielen einige Mädchen, die durchaus des Öfteren bei uns aushelfen werden." Zudem plant Hinrichs, seinen derzeitigen 20er-Kader "auf noch breiter Beine zu stellen". Deshalb würden sie in der Winterpause – wenn der Wind ohnehin noch rauer weht – in jedem Fall aufrüsten, verspricht der Jahn-Trainer.

Harter Ton und noch härteres Training

Regionalliga-Damen des TV Jahn Delmenhorst sind mit Neu-Trainer Knut Hinrichs in die Vorbereitung gestartet

Zitat:

"An mein deftiges

Mundwerk müssen sich

die Mädchen erst

noch gewöhnen."

Jahns Trainer Knut Hinrichs

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+