Lüssum Hausbesuch bei Fußball-Routinierin Sigrid Torner

Lüssum. Vor zwölf Jahren bezog Sigrid Torner von den Fußballerinnen des Lüssumer SV in der 11er-Landesliga Bremen zusammen mit ihrem Ehemann Detlef und ihrer kleinen Tochter Anna ein dreistöckiges Reihenendhaus in Ritterhude. Ein Jahr später begann sie im Alter von 33 Jahren ihre Fußball-Laufbahn bei der BTS Neustadt.
06.01.2011, 05:00
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Von Karsten Hollmann

Lüssum. Vor zwölf Jahren bezog Sigrid Torner von den Fußballerinnen des Lüssumer SV in der 11er-Landesliga Bremen zusammen mit ihrem Ehemann Detlef und ihrer kleinen Tochter Anna ein dreistöckiges Reihenendhaus in der Wagnerstraße in Ritterhude. Ein Jahr später begann sie im Alter von 33 Jahren ihre Fußball-Laufbahn bei der BTS Neustadt. Es folgten einige Jahre bei der BSG Hüderbeek/Ritterhude, ehe sie sich dem FC Hansa Schwanewede anschloss.

Vor zwei Jahren wechselte das Schwaneweder Team dann ja komplett zum Lüssumer SV. Dort gehört die Verteidigerin trotz ihrer bereits 44 Jahre noch zu den Leistungsträgerinnen. Das Vorbild der zweitältesten Spielerin im Kader ist Oldie Gisela Wegner. Die Torfrau ist 50 Jahre alt. So lange möchte Torner auch gerne noch spielen, wenn die Knochen mitmachen. Wenn Gisela Wegner mal verhindert ist, ersetzt Sigrid Torner sie zwischen den Pfosten. "Ich habe mich mal als Ersatz angeboten, als sich Gisela verletzt hatte", erklärt die Abwehrspielerin. Inzwischen bereut sie ihren Teamgeist ein wenig: "Seitdem muss ich immer ins Tor, wenn dieses leer ist. Ich spiele aber lieber draußen."

Die gebürtige Bremerin studierte in den 90er Jahren Betriebswirtschaftslehre in Reutlingen. Da es sich um einen internationalen Studiengang handelte, studierte sie auch zwei Jahre in London. Anschließend arbeitete die Finanz- und Buchhaltungsexpertin in Reutlingen. Als sie dann arbeitslos wurde, entschloss sie sich, mit ihrer kleinen Familie wieder in den Norden zurückzukehren, zumal auch ihr Mann Detlef aus Norddeutschland stammt. Detlef Torner ist unter anderem Übungsleiter bei den Leichtathleten der TuSG Ritterhude.

Sigrid Torner fand einen Job in einem Weingroßhandel in Bremen und siedelte sich mit ihrer Familie in Ritterhude an. Da sich Torner inzwischen von ihrem Ehemann getrennt hat, kann sie die 140 Quadratmeter im Haus alleine mit ihrer mittlerweile 15 Jahre alten Tochter Anna nutzen. Eines der insgesamt sechs Zimmer belegen die sechs Meerschweinchen der kleinen Familie. "Angefangen hat alles mal mit zwei Meerschweinchen. Weil unser Käfig so groß war und wir diesen auch noch erweitert haben, sind im Laufe der Jahre noch vier Meerschweinchen dazugekommen. Jetzt ist aber Schluss. Wir wollen hier schließlich keine Zucht betreiben", betont Sigrid Torner. Biene, Lisa, Puschel, Tilly, Knöpfchen und Findus erfreuen sich bester Gesundheit. Torner bezeichnet Puschel wegen seiner Flauschigkeit gerne als Sofakissen. Findus ist übrigens das einzige Männchen in der Gruppe und von beträchtlicher Wichtigkeit in diesem Sextett. "Ohne ein Männchen geht es nicht. Ansonsten würden sich die Weibchen alle gegenseitig hauen und beißen", weiß die 44-Jährige.

Einige Bilder von Leuchttürmen an den Wänden und einige maritime Utensilien in dem Haus zeugen von ihrer Liebe zu Norddeutschland und zum Meer. Urlaub macht sie aber trotzdem nicht an der See, sondern immer nur in den Bergen. "Ein Jahr ohne Skiurlaub ist für mich wie ein Jahr ohne Sonne", teilt die leidenschaftliche Skifahrerin mit. Jedes Jahr zu Ostern fährt sie mit ihrer Tochter Anna nach Österreich zur Pistengaudi. Dafür verzichtet sie auch gerne auf einen Sommerurlaub. "Ich bin eher der Wintertyp", stellt Torner klar. Damit Tochter Anna Spaß mit gleichaltrigen Skifahrern hat, besucht sie meistens parallel die Skischule. Anna Torner ist zudem in der Voltigierabteilung des RC Tempo Ritterhude aktiv.

Für die Reinigung des Hauses in Ritterhude hat die vielbeschäftigte Sigrid Torner eine Putzfrau eingestellt. "Jetzt muss ich mir nur noch etwas für unseren 600 Quadratmeter großen Garten überlegen", sagt die Fußballerin. Nach der Rückkehr nach Norddeutschland suchte die Abwehrreckin nach einer sportlichen Betätigung. Also probierte sie es zunächst mit Aerobic. "Übungen auf einem Quadratmeter in der Halle zu absolvieren lag mir aber irgendwie nicht. Ich wollte was an der frischen Luft machen", sagt Torner. Dann machte sie eine Freundin auf das Angebot aufmerksam, Fußball in der Bremer Neustadt zu spielen. Sofort war sie Feuer und Flamme. Die Freude am Kicken ist bis heute geblieben. "Ich habe mich auch noch nie verletzt", berichtet Torner.

Die Musikliebhaberin möchte mit dem Lüssumer SV gerne noch ein paar Plätze nach oben klettern. "Wir sind nach einem guten Saisonstart ins Mittelfeld abgerutscht", bedauert der Fan von Queen und Robbie Williams. Dies sei aber in erster Linie dem knapp besetzten Kader geschuldet. Deshalb hofft die Ritterhuderin auch noch auf Verstärkungen. Der Werder-Fan freut sich bereits auf die Frauen-Fußball-Weltmeisterschaft im eigenen Land im nächsten Jahr: "Da möchte ich gerne ein Spiel besuchen. Ich traue unserer Mannschaft mindestens das Halbfinale zu."

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Einwilligung und Werberichtlinie

Ich erkläre mich damit einverstanden, dass die von mir angegebenen Daten dazu genutzt werden, regelmäßig per E-Mail redaktionelle Inhalte des WESER-KURIER seitens der Chefredaktion zu erhalten. Die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Ich kann diese Einwilligung jederzeit formlos mit Wirkung für die Zukunft widerrufen, z.B. per E-Mail an widerruf@weser-kurier.de.
Weitere Informationen nach Art. 13 finden Sie unter https://www.weser-kurier.de/datenschutz

Schließen

Das Beste mit WK+