Trainer Frank Fischer stuft die Neuzugänge durch die Bank als Bereicherungen ein / Trio aus Bassum Heiligenfelder Zuversicht

Heiligenfelde. "Wir sind Niedersachsenmeister, mehr kann man nicht erreichen", erklärt Frank Fischer, Trainer des SV Heiligenfelde, schmunzelnd. Tatsächlich wird der Name des Kreisligisten aus Syke zumindest kurzfristig in ganz Fußball-Niedersachsen genannt werden, und am 12. August wird in der Fußballhauptstadt Barsinghausen sogar Innenminister Uwe Schünemann höchstpersönlich ein verbales Loblied auf die Heiligenfelder singen.
30.07.2011, 05:00
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Von karsten bödeker und jens hoffmann

Heiligenfelde. "Wir sind Niedersachsenmeister, mehr kann man nicht erreichen", erklärt Frank Fischer, Trainer des SV Heiligenfelde, schmunzelnd. Tatsächlich wird der Name des Kreisligisten aus Syke zumindest kurzfristig in ganz Fußball-Niedersachsen genannt werden, und am 12. August wird in der Fußballhauptstadt Barsinghausen sogar Innenminister Uwe Schünemann höchstpersönlich ein verbales Loblied auf die Heiligenfelder singen.

Denn der SVH war in der vergangenen Saison das fairste Team zwischen Dollart und Harz. "Das überragt natürlich alles, so etwas erlebt ein Amateurfußballer nur ein Mal im Leben", freut sich Fischer.

Vor diesem Höhepunkt geriet verständlicherweise das sportliche Abschneiden etwas in den Hintergrund. Doch Fischer blendet das natürlich nicht aus: "Wir holten 43 Punkte, und wenn mir das jemand vor der Saison gesagt hätte, wäre ich hochzufrieden gewesen." Doch so einfach ist die Saisonanalyse nicht. Weil der SVH zur Winterpause schon 29 Zähler gesammelt hatte und sich in ganz anderen Tabellenregionen tummelte, wäre natürlich mehr drin gewesen als ein ordentlicher Mittelfeldplatz.

Doch so unerklärlich konstant und stark die Heiligenfelder im Herbst waren, so unerklärlich schwach waren sie im Frühjahr. Und so unterschiedlich Hin- und Rückrunde verliefen, so verschieden waren die Bilanzen daheim und in der Fremde. Sportlicher wie emotionaler Höhepunkt war am achten Spieltag in jedem Fall der 2:0-Erfolg beim TuS Syke. Ausgerechnet im Ortsderby, ausgerechnet gegen die aufstiegs-ambitionierten Rothosen gelang der erstmalige Sprung an die Tabellenspitze.

Fünf Spieltage hielten sich die Heiligenfelder auf Platz eins, ehe die Rückserie kam und sie zur (sportlichen) Primadonna wurden. Versöhnlicher Saisonabschluss vor eigenem Publikum war das 3:0 gegen Mörsen. Gemischt fällt deshalb Fischers Bewertung der einzelnen Akteure aus. "In der Abwehr war Torben Schmidt über die ganze Zeit gesehen einer der stärksten", lobt der Coach seinen Youngster nach dessen zweitem Jahr im Herrenbereich.

Gar nicht gemischt, sondern sehr eindeutig und einheitlich, fällt Fischers Fazit in puncto Neuzugängen nach der Vorbereitung aus. "Was soll ich anderes sagen, ich muss alle, wirklich alle loben", betont der Coach. Acht Neue finden sich im Kader der Heiligenfelder, wovon ein Gros zumindest das Potenzial zu haben scheint, eine erhebliche Verstärkung zu werden. Das Trio, das von den A-Junioren des TSV Bassum stammt, stuft Frank Fischer geschlossen als "technisch extrem gut ausgebildet ein". Chris Plate könne seinen Part auf der linken Seite sowohl in der Abwehr als auch im Mittelfeld einnehmen, und zur Not könne er auch rechts eingesetzt werden. Fischer schätzt diese Flexibilität. Tobias Diekmann wiederum stuft er schon jetzt als "Riesenverstärkung" ein, als perfektes Bindeglied zwischen Mittelfeld und Angriff. Im Gegensatz dazu verkörpere Fabian Ripke, ein Linksfuß, vor allem den Typus "Spaßfußballer", den man am besten einfach machen lässt. Von seiner Art, Flanken zu schlagen, ist

Fischer jedenfalls sehr angetan.

Alte Bekannte sind Michael Volkmann und Edgar Fleitling. Erstgenannter kommt vom TuS Syke zurück, der andere vom FC Gessel-Leerßen. "Beide wollen nochmal angreifen", erklärt Fischer, wobei Volkmann mit dem Handicap leben muss, aus beruflichen Gründen (Nachtschicht) nicht trainieren zu können. Bliebe als Feldspieler noch Merten Klusmann von der TSG Osterholz-Gödestorf. Ihm wünscht Fischer noch ein "bisschen mehr Selbstvertrauen", dann könne er ein wichtiger Spieler für Heiligenfelde werden. Patrick Kuder wiederum kommt eine andere Rolle zu. Das 18-jährige Torwarttalent, das zuletzt den Kasten der eigenen A-Junioren hütete, soll der angestammten Nummer eins Christian Gerlach, zugleich SVH-Kapitän, ein wenig Druck machen. Fischer lobt Kuders "klasse Reflexe und seine Sprunggewalt".

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