Bezirkspokal: Torwart pariert zwei Elfmeter und führt den Außenseiter zum sensationellen 6:3-Erfolg über den VfL Wildeshausen Hendrik Schulz wird zum Dötlinger Pokalhelden

Dötlingen. Eine Sache hat Georg Zimmermann dann doch gefehlt an einem ansonsten perfekten Sonntagnachmittag für den Trainer und den Fußball-Kreisligisten TV Dötlingen. „Ich hätte unseren Torwart Hendrik Schulz gerne einen Elfmeter schießen sehen“, sagte er.
03.08.2015, 00:00
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Hendrik Schulz wird zum Dötlinger Pokalhelden
Von Christoph Bähr

Eine Sache hat Georg Zimmermann dann doch gefehlt an einem ansonsten perfekten Sonntagnachmittag für den Trainer und den Fußball-Kreisligisten TV Dötlingen. „Ich hätte unseren Torwart Hendrik Schulz gerne einen Elfmeter schießen sehen“, sagte er. Daraus wurde aber nichts. Schulz war zwar als fünfter Schütze vorgesehen, doch musste nicht mehr ran. Der sensationelle Dötlinger 6:3 (0:0, 2:2)-Erfolg nach Elfmeterschießen in der ersten Bezirkspokalrunde über den Landesliga-Aufsteiger VfL Wildeshausen stand nämlich schon vorher fest.

Vor der Partie gegen den zwei Klassen höher angesiedelten Gegner hatte Zimmermann mit allem gerechnet, auch mit einer deutlichen Pleite, wie er später zugab. Seine Mannschaft aber spielte von Anfang an clever, machte die Räume eng und ließ die spielstarken Wildeshauser nicht zur Entfaltung kommen. „Wir haben kein Mittel gegen sie gefunden“, räumte Wildeshausens Coach Marcel Bragula ein. Seine Spieler hätten zu weit von den Gegnern entfernt gestanden und nicht die richtige Einstellung gezeigt, kritisierte er.

Torlos ging es in die Pause. In der 67. Minute erzielte der Außenseiter dann die Führung, als Max-Joole Bredehöft einen Eckball ins Tor köpfte. „Nach diesem Treffer war die Euphorie bei uns allerdings zu groß, und wir waren unkonzentriert“, berichtete Zimmermann. Die Folge: Jan Lehmkuhl glich für die Gäste postwendend aus (69.).

In der 89. Minute legte der eingewechselte Maximilian Seidel das 2:1 für Wildeshausen nach, und es schien ein normales Pokalspiel zu werden. Der Außenseiter hatte zwar gut mitgehalten, doch sah wie der Verlierer aus. Dass es anders kam, lag an Wildeshausens Torwart Lauren Riedel, der sich in der Nachspielzeit einen folgenschweren Aussetzer erlaubte. Nach einem Rückpass schoss er Dötlingens Julian Eilers an, von dem der Ball ins Netz sprang – 2:2 (90.+2). „Lauren ist der ärmste Junge. Klar war das ein Fehler, aber er ist ein junger Keeper, ist gerade 18 Jahre alt geworden. Da muss ich ihn in Schutz nehmen“, betonte Bragula.

Zumal im folgenden Elfmeterschießen noch weiteren Wildeshausern die Nerven versagten. Sascha Görke und Kevin Kari scheiterte jeweils am Dötlinger Pokalhelden Hendrik Schulz. Nur Seidel verwandelte für die Gäste, während bei den Gastgebern alle Schützen erfolgreich waren: Eilers, Jannes Henning, Rene Post und Niklas Hiegemann bewiesen Nervenstärke, sodass der fünfte Schütze, Keeper Schulz, gar nicht mehr antreten musste. „Dieser Sieg ist eine großartige Überraschung. Ich weiß, was in der Mannschaft steckt. In der Kreisliga werden wir aber nur erfolgreich sein, wenn wir solch eine Leistung auch gegen vermeintlich schwächere Gegner abrufen“, sagte Zimmermann, dessen Team sich als Kreispokalfinalist für den Bezirkspokal qualifiziert hatte.

Wildeshausens Coach Bragula fand derweil deutliche Worte: „Die Leistung war eine Blamage und war einer ersten Herren des VfL Wildeshausen nicht würdig. Bei den Zuschauern, die mitgefahren sind, können wir uns nur entschuldigen.“ Auch dass einige Leistungsträger wie Jan Gusfeld-Ordemann oder Storven Bockhorn fehlten, wollte Bragula nicht als Entschuldigung für die Pokalpleite gelten lassen. Am kommenden Sonntag startet die Landesliga-Saison für Wildeshausen nun mit einem Heimspiel gegen Vorwärts Nordhorn. „Bis dahin haben wir noch viel Arbeit vor uns“, blickte Bragula voraus.

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