Tennis Henin und Serena Williams im Melbourne-Finale

Melbourne. Justine Henin schreibt weiter an der zweiten Auflage des Tennis-Wunders. Wie Kim Clijsters vor ein paar Monaten in Flushing Meadows greift die Belgierin bei den Australian Open gleich in ihrem Comeback-Grand-Slam gegen Serena Williams nach den Sternen.
28.01.2010, 13:43
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Melbourne. Justine Henin schreibt weiter an der zweiten Auflage des Tennis-Wunders. Wie Kim Clijsters vor ein paar Monaten in Flushing Meadows greift die Belgierin bei den Australian Open gleich in ihrem Comeback-Grand-Slam gegen Serena Williams nach den Sternen.

Nur noch der Titel fehlt. Zwanzig Monate hatte die zierliche Belgierin kein Turnier gespielt, sich eine Auszeit gegönnt und erfahren, «dass ich auch ohne Tennis existieren kann», wie sie erzählte. Ihrer sportlichen Wiedergeburt hat das nur gutgetan. Das Halbfinale bewies es. Und die bedauernswerte Chinesin Jie Zheng bekam es beim 6:1, 6:0 zu spüren. Justine Henin buchte für den 30. Januar ihr drittes Endspiel Down Under, in dem die Siegerin von 2004 auf die Titelverteidigerin aus den USA trifft.

«Ich habe meinen Job perfekt gemacht», sagte Justine Henin - und Jie Zheng konnte nicht anders als zustimmend zu nicken. Gnadenlos war sie von der Rückkehrerin in ihrem zweiten Grand-Slam-Halbfinale nach Wimbledon 2008 über den Platz geschickt worden. Wie die Geschichte vom Hasen und dem Igel mutete die Partie an, in der die Wallonin kaum Fehler machte. «Ich wusste, ich muss sehr vorsichtig sein. Aber das war ich auch - und sehr konzentriert», sagte Henin, die wie Clijsters bei den US Open als Spielerin ohne Ranking ins Finale stürmte.

Erst nach dem dritten Turnier wird Justine Henin wieder offiziell in der Weltrangliste geführt. Bislang steht nur das Debüt-Turnier in Brisbane Anfang des Jahres mit dem Finale gegen Clijsters zu Buche. Schon jetzt hat sie Platz 40 erreicht - als Neueinsteigerin, wie es in Hitlisten heißt. «Ich bin wirklich überrascht, wie gut ich schon wieder mithalten kann. Aber wie schnell es auch anders laufen kann, kenne ich nur zur Genüge», meinte sie und erinnerte an Wimbledon, wo sie zweimal im Finale stand, aber nie gewann. Bei den drei anderen Grand Slams hat sie insgesamt siebenmal triumphiert.

«Ich habe von Match zu Match gedacht und jetzt ist nur noch eines übrig», so Justine Henin. Schon im vorigen Juli, also Wochen vor dem Triumphzug der Flämin Clijsters, habe sie sich zur Rückkehr entschieden. «Was Kim geleistet hat, ist phänomenal. Ich weiß nicht, ob ich das auch könnte, mit Kind und Familie um die Welt zu reisen.» Momentan sei das auch kein Thema, wenngleich: «Irgendwann möchte ich auch eine Familie haben und Kinder», sagte die UNICEF-Botschafterin, die sich mit ihrer Stiftung um krebskranke Kinder kümmert.

Die reichste Tennisspielerin Serena Williams, die mit knapp 30 Millionen Dollar soviel Preisgeld kassiert hat wie keine andere in ihrem Job, hat in Australien viermal gesiegt und insgesamt elf Grand-Slam-Trophäen gesammelt. Wie heiß sie dennoch ist, bewies sie im 7:6 (7:4), 7:6 (7:1)-Tiebreak-Krimi gegen die Semifinal-Novizin Na Li. Die Chinesin nahm den Kampf beeindruckend clever an und zeigte keinerlei Respekt vor der temperamentvollen Amerikanerin.

Als Vorbereitung auf das Finale spielte die 28-Jährige im Doppel mit Schwester Venus Williams und zog ebenfalls ins Endspiel gegen Liezl Huber/Cara Black (USA/Simbabwe) ein. Ihre Gedanken freilich kreisten um den Showdown gegen Henin. Zumal die Erinnerung an Matches gegen Belgierinnen nicht die besten sind. In New York verlor sie im Halbfinale gegen Clijsters, rastete aus und bedrohte sogar eine Linienrichterin. Um die fällige Sperre kam sie aber herum.

«Sie ist eine unheimliche Kämpferin, das wusste ich», meinte Serena Williams nach dem Halbfinale gegen Na Li, die von den jetzt fünf Vergleichen nur einen, 2008 in Stuttgart, gewonnen hat. Mit einem markigen Schrei der Erlösung quittierte Serena Williams den nach 2:02 Stunden verwandelten fünften Matchball. In ihrem fünften Endspiel Down Under wird es nicht leichter werden. «Wir sind beide Kämpfernaturen», meinte die wieselflinke Henin, die von den bislang dreizehn Vergleichen sieben verlor - zuletzt in Miami 2008 gelangen ihr nur zwei Spielgewinne. Sechs Wochen später trat sie zurück. (dpa)

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