Fußball-Bezirksliga Herbec: 'Viele junge Spieler mit Siegermentalität'

Delmenhorst. Insgesamt 14 Jahre hatte Christof Herbec das Trikot des VfL Stenum getragen, bevor er jetzt zum Fußball-Bezirksligisten TuS Heidkrug wechselte. Im Interview spricht der 28-Jährige unter anderem über die Partie gegen seinen Ex-Verein.
09.08.2010, 23:22
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Das war ein Saisonauftakt mit vielen Emotionen: Christof Herbec trug 14 Jahre lang das Trikot des VfL Stenum, bevor er jetzt zum Fußball-Bezirksligisten TuS Heidkrug wechselte. Der 28-Jährige stand auf Anhieb in der Startformation der Mannschaft vom Bürgerkampweg, die das mit Spannung erwartete Derby am Kirchweg dominierte und mit einem 6:2-Erfolg gleich eine Duftmarke im Meisterschaftskampf setzte. Wie es war, gegen seine ehemaligen Teamgefährten spielen zu müssen und was in Heidkrug anders ist, erklärte Herbec in einem Gespräch mit unserem Redakteur Oliver Meibohm

Wie was das erste Spiel gegen Ihren ehemaligen Verein, bei dem Sie so lange Zuhause waren?

Christof Herbec: Das war schon sehr seltsam und ein völlig ungewohntes Gefühl für mich. Nach 14 Jahren in Stenum waren die Abläufe vor dem Anpfiff schon ganz anders. Als Gäste waren wir in der oberen, kleineren Kabine, und auf dem Platz mussten wir uns auf der anderen Seite warmmachen. Und schließlich bin ich dann mit einem anderem Trikot aufgelaufen. Da kamen viele Kleinigkeiten zusammen.

Und wie war es während der 90 Minuten auf dem Platz?

Ich fand das Duell mit Daniel Isenberg sehr schön. Wir machen auch privat einiges zusammen und jetzt musste er in der Stenumer Abwehr aufpassen, dass ich bei Standards nicht an den Ball komme. Natürlich wurde auch geredet, aber es ging alles sehr spaßig zu. Überhaupt habe ich zu den VfL-Spielern immer noch ein gutes Verhältnis. Die meisten von ihnen sind auch zu meiner Hochzeit Anfang September eingeladen und haben bereits zugesagt.

Hat Ihnen der VfL Stenum in der Schlussphase nicht ein wenig leid getan?

Das nicht, aber unser Sieg ist vielleicht etwas zu hoch ausgefallen. Stenum stand in den ersten 25 Minuten echt gut. Und als wir dann auch noch in Rückstand gerieten, war die Lage sicherlich ein bisschen angespannt. Nach nach dem Ausgleich durch Ralf Faulhaber und unserem 2:1 vor der Pause hatte ich schon ein gutes Gefühl. Knackpunkt für den deutlichen Erfolg war meiner Meinung die rote Karte gegen Jörn Poppe. Dadurch war die Viererkette der Stenumer gesprengt, und wir hatten dann natürlich mehr Räume und haben sie entsprechend genutzt.

Was ist beim TuS Heidkrug im Gegensatz zu Ihrer Zeit in Stenum anders?

Der größte Unterschied ist an der Mannschaft zu erkennen. In Heidkrug gibt es viele junge Spieler, die alle eine Siegermentalität mitbringen und immer alles wollen und für den Aufstieg alles geben. Es herrscht eine gesunde Rivalität, aber alle haben ein gemeinsames Ziel vor Augen. Das ist für mich natürlich ein gutes Gefühl, denn auch ich möchte unbedingt in die Landesliga. Zudem habe ich es in Heidkrug noch nicht erlebt, dass mehr als drei Leute beim Training fehlten. Das war in Stenum leider nicht immer so der Fall.

War das am Ende ausschlaggebend für Ihren Wechsel an den Bürgerkampweg?

Nein. Der Hauptgrund war, dass meine Freunde Ron-Martin, Gerry und Patrick Klenke zuvor von Stenum nach Heidkrug gewechselt waren. Ich wollte einfach wieder mehr Zeit mit ihnen verbringen, weil sich meine Freizeit doch immer mehr auf den Fußball beschränkt.

Wie sind Sie bei Ihrem neuen Verein aufgenommen worden? Gab es Probleme?

Absolut nicht. Ich bin mit offenen Armen empfangen worden. In Heidkrug gibt es niemanden, der quer schlägt oder arrogant ist. Ich habe mich dort von Anfang sehr wohl gefühlt. Und wenn man sich richtig wohl fühlt, spielt man natürlich auch ganz anders Fußball.

Nach dem geglückten Saisonstart steht morgen gegen den SV Brake die nächste Partie auf dem Programm. Wie wichtig ist für Sie der Bezirkspokal und der Vergleich mit einem Landesligisten?

Ein Spiel ist meiner Meinung nach immer besser als Training und die beste Vorbereitung auf den nächsten Gegner in der Punktrunde. Und es ist auch schön, einen Test gegen eine klassenhöhere Mannschaft bestreiten zu können. Aber für mich ist das oberste Ziel eben die Meisterschaft und der Aufstieg. Wir wollen uns gegen Brake gut verkaufen, doch ich wäre auch nicht sonderlich traurig, wenn wir ausscheiden. Der Pokal kann auch zur Last werden.

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