Fußball-Landesliga: 22-jähriger Innenverteidiger spielt mit dem VfL Oythe bei seinem Ex-Klub VfL Wildeshausen Hesselmanns Heimkehr

„Ich erwarte ein enges Spiel, weil Wildeshausen zuletzt stark in Form war.“ Marcel Hesselmann Wildeshausen.
21.11.2015, 00:00
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Von Daniel Cottäus

Der Spielplan für die Saison 2015/2016 war kaum erschienen, da machte sich Marcel Hesselmann auch schon auf die Suche. Woche für Woche, Spieltag für Spieltag ging er die Liste durch, bis er die zwei Termine gefunden hatte, die er sich dick und fett im Kalender eintragen wollte: Sonntag, 22. November 2015 und Sonntag, 22. Mai 2016. An diesen beiden Tagen spielt der VfL Oythe in der Fußball-Landesliga jeweils gegen den Aufsteiger VfL Wildeshausen. Während es für beide Klubs zwei interessante Derbys sind, haben die Duelle für Marcel Hesselmann noch eine andere Note: Sie sind für ihn eine Art Reise in die Vergangenheit. „Ich freue mich sehr darauf. Die Termine haben sich bei mir fest eingebrannt“, sagt der Innenverteidiger, der Wildeshausen im Sommer 2014 verließ und nach Oythe wechselte.

Damals hieß der Wildeshauser Trainer noch Jörg Peuker, und die Mannschaft hatte in der Bezirksliga wieder einmal eine starke Saison gespielt, allerdings wieder einmal den Aufstieg verpasst, weil Kickers Wahnbek einfach zu stark war. Peuker musste nach dem letzten Spieltag gehen, und Marcel Hesselmann ging auch. Für ihn persönlich wurde es also doch noch was mit dem Sprung in die Landesliga. „Ich fühle mich in Oythe sehr wohl, die Stimmung im Verein ist vergleichbar mit der in Wildeshausen“, sagt der 22-Jährige, der in Bremen Wirtschaftsingenieurwesen studiert.

Gleich in seiner ersten Saison im neuen Klub avancierte der Rechtsfuß zum Stammspieler. Erst als Rechtsverteidiger, dann dort, wo er am liebsten agiert: in der Innenverteidigung, linke Seite. Von Oythes 36 Saisonspielen verpasste Hesselmann nur eines, er war also fester Bestandteil der viertbesten Defensive der Liga, die nur 42 Gegentreffer zuließ. Am Ende holte nur der TuS Lingen mehr Punkte, und Oythe fuhr die Vizemeisterschaft ein. „Es war wirklich ein tolles Jahr“, blickt Hesselmann zurück. Sein zweites in der Mannschaft von Trainer Josef Vornhagen begann im Sommer dafür umso holpriger.

Die Vorbereitung des Vizemeisters lief gut, „vielleicht schon zu gut“, das böse Erwachen gab es dann am ersten Spieltag beim TuS Bersenbrück – 0:5. Hesselmann stand bei der Pleite 90 Minuten lang auf dem Platz und sagt über die Partie: „Das war die Rechnung dafür, dass wir uns einfach zu sicher gefühlt haben.“ Auch in den Wochen danach läuft es nicht rund für den VfL Oythe – im Gegenteil. Es folgen drei weitere Pleiten gegen Blau-Weiß Lohne (0:1), Holthausen-Biene (1:2) und Vorwärts Nordhorn (0:2), ehe sich die Mannschaft berappelt. Inzwischen bringt sie es auf 17 Punkte, genauso viele hat der Aufsteiger Wildeshausen bisher gesammelt. „Bei uns sind viele Spieler jetzt wieder fit, deswegen finden wir so langsam zurück zu alter Stärke“, erklärt Hesselmann. Zuletzt setzte sich sein Team mit 1:0 gegen den SV Wilhelmshaven durch, „und jetzt wäre es gut, mal zwei, drei Spiele in Folge zu gewinnen“, sagt der Abwehrspieler.

Soll heißen: Auch in Wildeshausen muss ein Sieg her. Nachdem die Mannschaft von Trainer Marcel Bragula unter der Woche ihr Nachholspiel gegen Wilhelmshaven ebenfalls gewonnen hatte, trudelten die ersten Nachrichten auf Hesselmanns Handy ein. Absender: die alten Mitspieler. „Klar, das gehört vor so einem Duell dazu“, sagt Oythes Abwehrmann, der immer noch in Wildeshausen wohnt und engen Kontakt zu den alten Kumpels pflegt. Mit Tobias Düser, Jannik Wallner, Sascha Görke, Lukas Schneider und Rene Tramitzke spielt Hesselmann etwa im Pfingstclub „La Schickeria“, der während des Fußballturniers des Wildeshauser Gildefests stets seinen Auftritt hat. Und als sein Ex-Verein im Mai vor 4000 Zuschauern zum großen Bezirksliga-Saisonfinale gegen den SV Atlas Delmenhorst antrat, war auch Marcel Hesselmann live dabei. „Ich habe total mitgefiebert und mich sehr über den Aufstieg von Wildeshausen gefreut“, betont er. Bei der anschließenden Meisterfeier nahmen ihn die Ex-Kollegen dann gerne wieder in ihre Mitte auf.

Am Sonntag werden die alten Freundschaften aber zumindest für 90 Minuten ruhen, dann geht es für beide Vereine um drei wichtige Punkte. „Ich erwarte ein enges Spiel, weil Wildeshausen zuletzt sehr stark in Form war“, betont Hesselmann, der seinem Trainer Vornhagen den ein oder anderen Insider-Tipp über den Gegner geben könnte. „Er hat Wildeshausen aber selbst zweimal beobachtet, und weiß, was auf uns zukommt“, sagt der 22-Jährige. Irgendwann wieder im Krandel zu spielen, kann er sich übrigens vorstellen: „Das würde ich nie ausschließen.“

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