Deutsche U-19-Nationalmannschaft mit dem Bremer Davie Selke ist zurück im Lande und wird gefeiert Heute Europameister, morgen Bundesliga-Profi

Bremen (mhd). So schnell geht das manchmal mit der Steigerung des Marktwertes. 15 Euro kostete vor wenigen Wochen bei einem Bremer Friseur in Bahnhofsnähe ein Haarschnitt der Marke Selke.
02.08.2014, 00:00
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Heute Europameister, morgen Bundesliga-Profi
Von Marc Hagedorn

So schnell geht das manchmal mit der Steigerung des Marktwertes. 15 Euro kostete vor wenigen Wochen bei einem Bremer Friseur in Bahnhofsnähe ein Haarschnitt der Marke Selke. Modell Selke heißt: rechts und links rasiert, in der Mitte hochgestylt. Wer nun, nach der U-19-Europameisterschaft, den Selke-Schnitt verlangt, muss zwei Euro draufpacken. 17 Euro kostet der Haarschnitt nun.

Und das alles nur, weil der 19-jährige Werder-Stürmer in den vergangenen Wochen sechs Tore geschossen hat und sich seit Donnerstag Europameister nennen darf. Gestern ist Selke in Bremen gelandet. Für Interviews war er nicht zu haben. Werder hatte extra am Vormittag die Journalisten darüber informiert, dass erst am heutigen Sonnabend ein offizielles Pressegespräch möglich sein werde.

Keine Frage: Werder tut alles dafür, um den Hype um den Jungstar in geregelte Bahnen zu lenken. Seit Tagen betonen wahlweise der Trainer, der Sportdirektor, der Nachwuchschef oder der Scouting-Boss, dass man Selke nun in Ruhe für die Bundesliga aufbauen werde. So wie man es seit knapp eineinhalb Jahren, solange ist Selke ein Bremer, schon tut.

Die Selke-Euphorie ist das eine Thema, die Zukunft von Marcus Sorg das andere. Der Trainer der deutschen U-19-Auswahl wird nämlich allem Anschein nach neuer Assistenztrainer von Bundestrainer Joachim Löw. Sorgs Name war genau wie der von DFB-Chefausbilder Frank Wormuth schon länger gehandelt worden. Nun äußerte sich der neue DFB-Sportdirektor Hansi Flick erstmals öffentlich zum Namen Sorg. Dies sei im Bereich des Möglichen, sagte Flick unmittelbar nach dem Gewinn des EM-Titels dem TV-Sender Sky.

Gestern wurde nun gefeiert. Im VIP-Terminal des Frankfurter Flughafens wurden die neuen DFB-Hoffnungsträger mit einem schnell gefertigten Plakat empfangen. „Ein Hoch auf Euch – Wir begrüßen den Europameister 2014“ stand in großen Lettern darauf. Die völlig übermüdeten Nachwuchskicker wunderten sich über das große Interesse der etwa drei Dutzend Medienvertreter. „So viele Journalisten auf einen Haufen habe ich noch nie gesehen“, meinte Hany Mukhtar, der im Finale den 1:0-Siegtreffer gegen Portugal erzielte.

Der erste Titelgewinn im Nachwuchsbereich seit 2009 mit der U 21 kann den jungen Spielern jetzt zu einer verheißungsvollen Karriere verhelfen. Aus den drei EM-Siegerteams der U 17, U 19 und U 21 der Jahre 2008 und 2009 sind insgesamt neun Spieler Weltmeister geworden, dazu kommen noch die Bender-Zwillinge und Torhüter Marc-Andre ter Stegen.

Nicht jeder schafft den Sprung, aber die Chance ist groß. Spieler wie der Frankfurter Marc Stendera, die Leverkusener Julian Brandt und Levin Öztunali oder die beiden starken Innenverteidiger Niklas Stark (1. FC Nürnberg) und Marc-Oliver Kempf (SC Freiburg) dürften eine gute Perspektive haben. Einige der besten Spieler wie Max Meyer, Leon Goretzka (beide Schalke), Timo Werner (VfB Stuttgart) und Serge Gnabry (FC Arsenal) fehlten in Ungarn sogar noch.

„Wir als DFB hoffen, dass wir Sie nicht zum letzten Mal im DFB-Trikot gesehen haben“, sagte DFB-Präsident Wolfgang Niersbach. Auch Davie Selke durfte sich damit angesprochen fühlen.

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