Kaiserslautern zehrt von der Historie Heute lebt die Hoffnung

Kaiserslautern. Udo Scholz ist gestern 75 geworden. Ob das ein gutes Omen für den 1.
16.04.2014, 00:00
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Von Tobias Schächter

Udo Scholz ist gestern 75 geworden. Ob das ein gutes Omen für den 1. FC Kaiserslautern ist? In seinem früheren Leben war der Stadionsprecher „die Stimme vom Betzenberg“. Und als solcher gilt Scholz als Erfinder der Hymne aller Bayern-Gegner: „Zieht den Bayern die Lederhosen aus.“ Heute spielt der 1. FC Kaiserslautern mal wieder gegen den FC Bayern, im Halbfinale des DFB-Pokals. Der FCK ist krasser Außenseiter, auch deswegen wird viel in alten Geschichten gekramt.

Das SWR-Fernsehen machte den Anfang am Sonntag in einer Dokumentation mit dem legendären 7:4 der Lauterer nach 1:4-Rückstand 1973. Und 2010 gewannen die Pfälzer noch einmal gegen die Münchner. Auch Srdjan Lakic schoss da ein Tor beim 2:0, wie Trainer Kosta Runjaic nicht vergisst zu erwähnen.

Lakic hat ja auch vergangenen Freitag ein Tor geschossen, beim 3:2 in St. Pauli, sein erstes nach seiner Rückkehr im Januar. Durch diesen Sieg keimt die Aufstiegshoffnung neu auf, die eigentlich schon begraben war. Ein Aufstieg würde viele Probleme lösen in der Pfalz, die mit einem weiteren Jahr zweite Liga nicht kleiner werden würden.

Trotz der rund 1,8 Millionen Zusatzeinnahmen durch die Halbfinalteilnahme wird der FCK sein Saisonminus nur verkleinern können. Mit 1,5 Millionen Euro Verlust war ohnehin geplant, es werden wohl 2,5 Millionen werden. Bei den Einnahmen aus Sponsoring, Hospitality und Zuschaueraufkommen gab es Einbußen.

Auch deshalb steht Stefan Kuntz unter Rechtfertigungsdruck. Fast genau sechs Jahre ist er nun Vorstandsvorsitzender beim FCK, er ist das Gesicht des Vereins, im Erfolg – wie zu Beginn seiner Zeit, als der Klub gerade noch den Abstieg in die dritte Liga vermied und später in die Bundesliga aufstieg. Kosta Runjaic, der nach Sasic, Kurz, Balakow und Foda fünfte Cheftrainer in der Ära Kuntz, arbeitet mit einem wenig ausbalancierten Kader. Mit Zoller und Löwe stehen zwei Leistungsträger schon bei Erstligisten im Fokus, die bei Verkauf für Einnahmen sorgen könnten. Vor einem erneuten Umbruch, sagt Kuntz, sei ihm nicht bange. Vielleicht, so der Vorstandsvorsitzende, müsse in Liga zwei aber auch der Druck aus dem Kessel genommen werden. Zu viele Spieler kommen auf dem Betzenberg nicht mit den großen Ambitionen des Umfelds zurecht. Kuntz selbst, das steht fest, wird Kompetenz abgeben, ein Sportdirektor wird kommen.

Kuntz hat viele andere Baustellen, um die er sich kümmern muss, die Vergangenheit holt den FCK immer wieder ein. Wie in der Diskussion um Stadionsubventionen. Dann befindet sich der FCK noch auf der Suche nach einem neuen Hauptsponsor, auch der Vermarkter-Vertrag läuft aus. Jetzt aber will auch Kuntz erst mal das Spiel in München genießen. Dass die Lauterer den Bayern die Lederhosen ausziehen, glaubt aber auch er nur: ein bisschen.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+