Olympia 2012 Hockey-Herren wiederholen ihren Olympiasieg

London. Die deutschen Hockey-Herren haben es geschafft, ihren Titel zu verteidigen. Sie haben die Niederlande mit 2:1 besiegt. Jan Philipp Rabente, der beide Treffer erzielt hat, traf fünf Minuten vor dem Abpfiff.
12.08.2012, 09:35
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Hockey-Herren wiederholen ihren Olympiasieg
Von Olaf Dorow

London. Die deutschen Hockey-Herren haben es geschafft, ihren Titel zu verteidigen. Sie besiegten die Niederlande mit 2:1. Jan Philipp Rabente, der beide Treffer erzielte, traf fünf Minuten vor dem Abpfiff. Der deutsche Trainer Markus Weise hat damit das Kunststück vollendet, sowohl mit einer Damen – als auch mit einer Herren-Mannschaft den Olympiasieg zu holen.

Der zweifache Torschütze Jan-Philipp Rabente und der bärenstarke Torwart Max Weinhold waren die Garanten, dass die deutschen Hockey-Herren gestern Abend nach Peking 2008 erneut die Goldmedaille gewannen. „Das Gefühl ist unbeschreiblich, ich kann es gar nicht fassen. Dieses Finale war unglaublich“, sagte Rabente: „Zwei Tore in einem Olympiafinale – das hätte ich mir in meinen kühnsten Träumen nicht vorstellen können.“

Dabei sah es auf den Tribünen so aus, als ob Holland überlegen war. Da war mehr oranje als schwarzrotgold. Daran änderte auch die Tatsache nichts, dass zahlreiche deutsche Olympioniken wie der Diskus-Riese Robert Harting zur deutschen Fan-Fraktion gehörte. DasHockey-Finale der Männer, gespielt gestern Abend vor 15 000 Besuchern in der Riverbank Arena, hatte klare Kräfteverhältnisse auf den Rängen.

Auf dem Feld gab es zunächst keine holländische Überlegenheit. Auf dem Feld führten die Deutschen zur Halbzeit mit 1:0. Jan Philipp Rabente, der 24-Jährige aus Mülheim, der eigentlich selten fürs Toreschießen verantwortlich zeichnet, hatte sich durch den Kreis der Gegner gemogelt und befand sich schließlich allein vor Torwart Jaap Stockmann. Verdutzt schauten die Holländer zu, wie Rabente auch noch Stockmann übermannte und den Titelverteidiger in Führung brachte. Vor vier Jahren hatte Deutschland in Peking im Finale die Spanier mit 1:0 besiegt.

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Im Spiel gegen die Niederlande, wie im Fußball auch imHockey ein Klassiker, spiegelte der Vorsprung nicht unbedingt den Spielverlauf wider. Die Holländer, die die Deutschen in der Vorrunde mit 3:1 besiegt hatten, dominierten aus einer bärenstark wirkenden Defensive heraus die Partie. Zwar kamen sie nur zu einer Strafecke in diesem ersten Durchgang und zu überschaubar vielen Chancen. Dabei waren sie entweder zu ungenau, oder der DHB-Torwart Max Weinhold war auf der Hut. Trotzdem lag ein holländisches Tor mehr in der Luft als ein deutsches. Eine einzige Chance hatten sich die Deutschen herausgespielt, als in der 24. Minute Florian Fuchs abzog. Mehr war bis zur Führung nicht herausgesprungen, die Angriffsversuche blieben allesamt hängen.

Dieses Tor veränderte die Lage. Die Mannschaft von Bundestrainer Markus Weise gewann nach der Pause das, was Holland erstmal eingebüßt hatte: Sicherheit. In der 45. Minute hatte Christopher Wesley eine große Chance, eine Minute später drosch Philipp Zeller den Ball an den Pfosten. Doch Holland drückte. Oranje belagerte den deutschen Kreis regelrecht. Eine zweite Strafecke konnte Deutschland nur zu Lasten einer dritten Strafecke abwehren. Die saß. Der Holländer Mink van der Weerden glich in der 54. Minute zum 1:1 aus. Strafecken wollte man gegen den kleinen Nachbarn, der hockeytechnisch gesehen, ein ziemlich großer Nachbar ist, unbedingt vermeiden.

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Aber Deutschland konterte umgehend. Zwei Strafecken trugen jedoch keine Früchte, auch der Schuss von Zeller (61.) wurde abgewehrt. Es dauerte bis zur 65. Minute. Wieder hatte sich Rabente nach vorn geschlichen und stand goldrichtig, als Tobias Hauke abzog. Aus kurzer Distanz vollende Rabente zum 2:1.

Noch vier Minuten zittern, dann durfte gejubelt werden. Weises Spieler lagen sich in den Armen. Der Mann hatte Hockey-Geschichte geschrieben. Er hatte erst 2004 die Damen zum Olympiasieg und nun die Herren. Glücklich ließen sich die deutschen Spieler fallen. Die ungenehme Abendkälte war das Letzte, was sie jetzt spürten.

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