Wildeshausen braucht am letzten Spieltag gegen Holthausen-Biene mindestens einen Punkt für den Klassenerhalt Hoffen auf den Mythos Krandelstadion

Wildeshausen. Marcel Bragula ist ein Urgestein des VfL Wildeshausen, dementsprechend viele Spiele hat er schon im Krandelstadion erlebt – als Spieler, als Trainer oder als Zuschauer. Über all die Jahre hat dieser Ort für ihn eine fast schon mythische Kraft entwickelt.
03.06.2016, 00:00
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste

Wildeshausen. Marcel Bragula ist ein Urgestein des VfL Wildeshausen, dementsprechend viele Spiele hat er schon im Krandelstadion erlebt – als Spieler, als Trainer oder als Zuschauer. Über all die Jahre hat dieser Ort für ihn eine fast schon mythische Kraft entwickelt. „Was wir dort schon alles für Spiele umgebogen haben. Ich könnte so viele Beispiele nennen. Das Krandelstadion ist ohne Frage ein Mythos“, sagt Bragula. Aus dieser besonderen Atmosphäre, die in der Heimstätte des VfL herrscht, zieht der Coach nun seine Hoffnung, dass es im letzten und entscheidenden Saisonspiel am Sonnabend gegen den SV Holthausen-Biene (17 Uhr) mit dem Landesliga-Klassenerhalt klappt – trotz großer Personalsorgen, trotz einer eher ungünstigen Ausgangsposition im Vergleich zum Rivalen SC Türkgücü Osnabrück.

Gerade erst am vergangenen Sonntag hat sich im Krandelstadion wieder einmal eine dieser Geschichten abgespielt, die Bragula meint. Das 1:1-Unentschieden gegen den direkten Konkurrenten Türkgücü stand eigentlich schon fest, da hämmerte Sebastian Bröcker in der 90. Minute noch einen Volleyschuss zum Wildeshauser Siegtor ins Netz. Durch diesen Treffer verließ der Aufsteiger die Abstiegsränge und hat auf dem Papier durchaus gute Chancen, sich zu retten. Als Tabellenzwölfter belegen die Wildeshauser den ersten Nichtabstiegsplatz, zwei Zähler dahinter rangiert Türkgücü. Wer der fünfte Absteiger wird, entscheidet sich zwischen diesen beiden Klubs.

Wenn nichts ganz Ungewöhnliches passiert, würde Wildeshausen sogar ein Punkt genügen. Das denken zumindest viele – nur Marcel Bragula nicht. „Es ist alles möglich. Ich bin mir nicht sicher, dass uns ein Unentschieden reicht.“ Damit seine Mannschaft bei einem Remis noch absteigt, müsste Türkgücü allerdings beim abgeschlagenen Vorletzten SV Wilhelmshaven mindestens mit acht Toren Unterschied gewinnen. „Der TSV Oldenburg hat gerade ein 7:1 gegen Brake geholt. Niemand weiß vorher, was da jetzt in Wilhelmshaven passiert“, betont Bragula.

Informieren lassen über das parallel stattfindende Spiel an der Jade will sich der Trainer übrigens nicht. „Ich gucke nicht gerne auf andere Plätze, sondern lieber auf uns.“ Bragulas Plan ist klar: Er will Holthausen-Biene schlagen und damit aus eigener Kraft den Klassenverbleib sichern. Im Hinspiel gelang seinem Team ein 2:1-Erfolg beim aktuellen Tabellensiebten, doch seit dieser Partie Ende März hat der Klub aus Lingen nicht mehr verloren. Zehn Spiele lang ist Holthausen-Biene schon ungeschlagen, trotzte zuletzt dem Spitzenreiter TuS Bersenbrück ein 2:2 ab. „Dieser Gegner kommt für uns zur Unzeit“, stöhnt Bragula.

Er weiß, dass es der Rivale Türkgücü gegen den bereits abgestiegenen SV Wilhelmshaven, der seit acht Begegnungen sieglos ist, deutlich leichter haben dürfte als seine Mannschaft. Die Anspannung ist Wildeshausens Trainer daher vor dem entscheidenden Tag deutlich anzumerken. Da tut die weiterhin angespannte Personalsituation ihr Übriges. Ole Lehmkuhl, Alexander Kupka, Sascha Görke und Niklas Heinrich fallen sicher aus. Jan Gusfeld-Ordemann kann eventuell spielen. Vor allem aber bangt Bragula um seine beiden Dribbelkünster Maximilian Seidel und Janek Jacobs, der gegen Türk-gücü laut Coach „vom Platz getreten wurde“. „Wir versuchen alles, damit die beiden spielen können, aber Stand jetzt sieht es nicht gut aus“, sagt Bragula.

Immerhin sprang Sebastian Bröcker, der vorher zumeist auf der Bank gesessen hatte, in den vergangenen Wochen in die Bresche und zeigte überzeugende Leistungen. „Er hat das gut gemacht und wird wieder in der Startelf stehen“, kündigt Bragula an. Erneut im Kader ist auch der reaktivierte Aufstiegsheld Kai Schmale, der als Joker in der Schlussphase jetzt schon einige Male für reichlich Schwung gesorgt hat.

Dazu kommen die Zuschauer, die ihre Mannschaft im entscheidenden Spiel zahlreich unterstützen dürften. „Wir müssen uns nicht kleiner machen als wir sind. Wir haben in Wildeshausen ein tolles Umfeld. Gegen Türkgücü war das Stadion voll“, unterstreicht Bragula. Fußball-Obmann Ottmar Jöckel hat festgestellt, dass die anstehende Partie in der Stadt ein Thema ist. „Man wird oft darauf angesprochen. Alle hoffen, dass wir es schaffen. Und wir werden alles dafür tun.“ Jöckel selbst hat „großes Vertrauen in die Truppe“. Ursprünglich hatte er als Ziel ausgegeben, nichts mit dem Abstieg zu tun zu haben. Zwischenzeitlich sah es nach zehn Spielen ohne Niederlage auch sehr gut aus für die Wildeshauser, doch dann folgte ein Negativlauf, sodass sie jetzt bis zum Schluss zittern müssen. Diese Spiele, in denen es um alles oder nichts geht, sie liegen den Krandelkickern allerdings. Am 29. Mai 2015 sicherten sie sich durch ein 1:1 gegen den SV Atlas Delmenhorst vor 4000 Zuschauern den Landesliga-Aufstieg. Am 29. Mai 2016 gelang der 2:1-Erfolg über Türkgücü, der ein großer Schritt in Richtung Klassenerhalt gewesen sein könnte. Jetzt muss aber noch mindestens ein Punkt gegen Holthausen-Biene her, und der Mythos des Krandelstadions würde weiterleben.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Einwilligung und Werberichtlinie

Ich erkläre mich damit einverstanden, dass die von mir angegebenen Daten dazu genutzt werden, regelmäßig per E-Mail redaktionelle Inhalte des WESER-KURIER seitens der Chefredaktion zu erhalten. Die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Ich kann diese Einwilligung jederzeit formlos mit Wirkung für die Zukunft widerrufen, z.B. per E-Mail an widerruf@weser-kurier.de.
Weitere Informationen nach Art. 13 finden Sie unter https://www.weser-kurier.de/datenschutz

Schließen

Das Beste mit WK+