Werders U 23 glänzt gegen Erfurt vor allem mit ihrer Einstellung – und siegt durch Johannes Eggesteins Tor mit 1:0 Holpriger Spielvortrag, perfektes Ergebnis

Bremen. Es gab sicher Anlass zur Kritik, vor allem aber Grund zur Freude: Mit 1:0 (0:0) haben die Fußballer von Werders U 23 am Sonntag gegen Rot-Weiß Erfurt gesiegt. Sie beendeten damit nicht nur eine vier Spiele währende Serie ohne Punktgewinn in der 3.
24.10.2016, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Stefan Freye

Bremen. Es gab sicher Anlass zur Kritik, vor allem aber Grund zur Freude: Mit 1:0 (0:0) haben die Fußballer von Werders U 23 am Sonntag gegen Rot-Weiß Erfurt gesiegt. Sie beendeten damit nicht nur eine vier Spiele währende Serie ohne Punktgewinn in der 3. Liga, sondern bescherten ihrem Trainer Florian Kohfeldt auch noch einen gelungenes Heimdebüt. Entsprechend erleichtert nahm der Trainer den Erfolg zum Einstand im Weserstadion zur Kenntnis: „Diesen Sieg haben wir uns hart erkämpft.“

Doch Kohfeldt spricht nicht so gern über sich, möchte seine Person nicht im Zentrum des Interesses wissen. Ihm geht es in erster Linie um die Mannschaft, die Entwicklung der jungen Spieler. Und in dieser Hinsicht gab es noch Luft nach oben. Schließlich hatte Werder gegen Erfurt über 90 Minuten immer wieder ein paar Probleme gehabt – etwa in der ersten Halbzeit. Zwar hatte sich die Mannschaft vor der Pause an die Vorgabe gehalten und war etwas defensiver angetreten, um dem Gegner keine Konterchancen zu gestatten, darunter litt allerdings die Offensive. Zudem hatten die Bremer in vielen Zweikämpfen das Nachsehen gehabt, weil sie nicht mit der nötigen Konsequenz zu Werke gingen.

Zur Pause hätten die Gäste deshalb auch durchaus führen können. Die größeren Spielanteile hatten sie jedenfalls besessen, und auch die besseren Chancen verzeichnete das Team aus Erfurt. Die mit Abstand beste davon nach gut einer halben Stunde: Eine verunglückte Abwehr von Jesper Verlaat geriet da zur perfekten Vorlage für Mikko Sumusalo. Der RWE-Linksverteidiger hätte fünf Meter vor dem Bremer Tor eigentlich nur noch einschieben müssen, scheiterte aber am stark parierenden Eric Oelschlägel, der den Ball zur Ecke abwehrte – und damit eine von mehreren Erfurter Szenen entschärfte.

Und die Bremer? Sie hatten sich nur selten in Szene setzen können – und wenn, dann durch Sambou Yatabaré. Der diesmal im Sturm aktive Nationalspieler Malis verpasste das Tor im Anschluss an eine Ecke mit einem Drehschuss (16.) und später mit einem Kopfball (32.). Für Yatabaré und Werder galt gleichermaßen: Im zweiten Durchgang mussten schon noch mehr Wille und Biss ins Spiel kommen, um mit dem Gegner mithalten zu können.

Aber genau das gelang der U 23 dann auch. Die ersten 20 Minuten der zweiten Halbzeit zählten jedenfalls zur weitaus besten Bremer Phase. Nachdem Werder vor dem Wechsel noch „keinen Zugriff“ (Kohfeldt) auf die Partie gehabt hatte, zwang man den Gegner nun mit mehr Engagement zu Fehlern. Die erste Konsequenz war eine Doppelchance für Johannes Eggestein, der zunächst aus sechs und dann aus 18 Metern an Erfurts Keeper Philip Klewin scheiterte (53.). Wenig später machte er es besser: Als die Gästeabwehr eine Kopfballvorlage von Luca Zander nicht aus der Gefahrenzone bekam, war der Mittelstürmer zur Stelle und staubte zum Tor des Tages ab.

Der Treffer konnte allerdings nicht verhindern, dass die U 23 gerade in den Schlussminuten noch einmal gehörig unter Druck gerät – ohne allerdings in ernsthafte Gefahr eines Ausgleichstores zu geraten. „Da müssen wir uns aber zutrauen, das weiter ruhig auszuspielen – die Räume dazu hatten wir“, bemängelte Florian Kohfeldt. Unterm Strich sah der Trainer bei allen spielerischen Mängeln allerdings eine Mannschaft, die eine „Rieseneinstellung“ auf den Platz gebracht hatte. Dabei bezog er ausdrücklich die Profikicker ein, auch Sambou Yatabaré: „Er hat eine solide Leistung geboten und sich komplett in den Dienst der Mannschaft gestellt.“

Mit den vielen „Zugängen“ der letzten Tage verband Kohfeldt schließlich auch einen Grund für den über weite Strecken mangelhaften Spielvortrag: „Wir hatten ja nicht mal mehr eine komplette Trainingswoche, aber das gehört eben dazu.“

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