TuS Heidkrug Horst Lenz bietet Rückkehr an

Delmenhorst. Der frühere Heidkruger Manager Horst Lenz möchte beim Klub den vakanten Posten des Fußball-Obmanns übernehmen. Der Vorstand des TuS Heidkrug ist skeptisch.
19.06.2013, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Horst Lenz bietet Rückkehr an
Von Christoph Bähr

Delmenhorst. Horst Lenz könnte es sich in diesen sonnigen Tagen gemütlich machen auf seinem Anwesen mit Privatzoo in Dötlingen. Mit seinen Gedanken ist der 74-Jährige derzeit allerdings im rund 30 Kilometer entfernten Delmenhorst – genauer gesagt: beim TuS Heidkrug, dem er mehr als 50 Jahre lang angehörte.

"Was dort gerade passiert, macht mich richtig unruhig", sagt Lenz nach dem wegen eines Wechselfehlers geplatzten Aufstieg in die Fußball-Bezirksliga sowie der von den Spielern erzwungenen Entlassung der Trainer Matthias Trätmar und Harald Grüner (wir berichteten). In der aktuellen Misere würde Lenz dem Verein gerne helfen: "Ich wäre sofort bereit, Verantwortung zu übernehmen. Was bringt es, wenn ich herumsitze und wegen der Vergangenheit sauer bin?"

Der vakante Posten des Fußball-Abteilungsleiters reize ihn sehr, betont der Dötlinger. Allerdings winkt die Vereinsvorsitzende Marion Grotheer ab: "Seine Art passt nicht zur Philosophie des Vorstands." Die Klubchefin und der frühere Heidkruger Macher haben eine Vorgeschichte, die nicht eben von Harmonie geprägt ist.

Vor etwa zwei Jahren übernahm Lenz den Managerposten und stellte eine Mannschaft für die folgende Landesliga-Spielzeit zusammen. Nach einem guten Saisonstart folgte im September 2011 der große Knall: Auf Wunsch der Spieler entließ Lenz den Trainer Ralf Faulhaber. Kurz darauf musste auch der Manager nach nur vier Monaten im Amt gehen. Der Vorstand begründete dies damit, dass Lenz seine Kompetenzen überschritten und den Trainer ohne Rücksprache mit der Vereinsführung entlassen habe. Das Verhältnis war nachhaltig zerstört, Lenz wurde in der Folge sogar aus dem Verein ausgeschlossen.

Doch all das ist für den 74-Jährigen inzwischen nicht mehr wichtig. "Wir sollten das vergessen, zum Wohle des TuS Heidkrug. Ich könnte etwas bewegen", ist Lenz überzeugt. Er habe Kontakte zu potenziellen Sponsoren, könne die Spieler halten und habe einen Trainer in der Hinterhand, der Trätmar beerben könnte: Matthias Lange. Der im April beim Bezirksligisten SV Tur Abdin entlassene Lange kann sich nach eigener Aussage eine Tätigkeit in Heidkrug zusammen mit Lenz gut vorstellen.

Unzweifelhaft ist, dass der Klub vom Bürgerkampweg dringend einen neuen Fußball-Abteilungsleiter benötigt. Christoph Ernst hat den Posten abgegeben und die Verantwortung für den folgenschweren Wechselfehler im Relegationsspiel gegen den SV Ofenerdiek übernommen.

"Es war meine Schuld, denn ich habe ein Formular nicht weitergeleitet. Dass der Verein deswegen wahrscheinlich nicht aufsteigen darf, tut mir sehr leid", sagt er. Stellvertretender Vorsitzender will Ernst bleiben. Das Amt des Fußball-Abteilungsleiters hatte er im Juni 2012 ohnehin nur übernommen, weil sich trotz monatelanger Suche niemand für den Posten gefunden hatte. Wer jetzt in die Bresche springen soll, wissen weder Ernst noch Grotheer. "Ich sehe im Moment kein Licht am Horizont. Einen Freiwilligen zu finden, wird sehr schwierig. Viele wollen es nur für reichlich Geld machen", schildert die Heidkruger Vorsitzende. Ideal wäre es laut Grotheer, wenn das Amt künftig jemand bekleiden würde, der nicht zum Vorstand gehört.

"Ich würde es machen", sagt Lenz, der schon Fußball-Obmann des TV Dötlingen war. "Der Vorstand müsste mich in der Fußball-Abteilung nur gewähren lassen und könnte sich um den restlichen Verein kümmern. Ich würde die Verantwortung übernehmen, auch wenn etwas schlecht läuft."

Christoph Ernst und Marion Grotheer überrascht Lenz’ Bereitschaft, sie sind jedoch skeptisch. "Ich weiß nicht, ob das Amt das richtige für ihn ist. Es muss viel mit anderen Vereinen kommuniziert werden", meint Ernst. Grotheer ergänzt: "Ich muss in der Sache Rücksprache mit dem restlichen Vorstand halten, allerdings haben mich vor zwei Jahren schon viele alte Heidkruger vor Horst Lenz gewarnt."

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