Handball-Landesliga

HSG Grüppenbühren/Bookholzberg feiert Derbysieg

Die Mannschaft von Stefan Buß hat sich gegen die HSG Delmenhorst II mit 28:24 durchgesetzt.
10.02.2020, 12:23
Lesedauer: 3 Min
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Von Rolf Behrens

Ein Team-Time-Out zur richtigen Zeit kann im Handball spielentscheidend sein. So auch im Derby der Landesliga Bremen. Stefan Buß von der HSG Grüppenbühren/Bookholzberg nahm in der Partie gegen die HSG Delmenhorst II beim Stand von 21:23 neun Minuten vor dem Schluss eine Auszeit, schwor sein Team neu ein und ebnete damit den Weg zum 28:24 (13:10)-Erfolg.

Bei den Gastgebern fehlten im letzten Derby in dieser Saison auf dieser Ebene einige Akteure, sodass es Trainer Buß sogar in Betracht zog, notfalls selbst einspringen zu müssen. Er musste es nicht, denn sein Team meisterte in der zweiten Halbzeit auch die brenzligen Situationen. Aufseiten der Gäste war lediglich Torhüter Kerry Hoppe verhindert. Auffällig war, dass von Beginn an auf beiden Seiten viele hoffnungsvolle Talente aufliefen, die dem Spiel ihren Stempel aufdrückten. Buß setzte gegen die zuletzt mit guten Ergebnissen aufwartenden Delmenhorster auf eine 5:1-Deckung, die das Angriffsspiel der Gäste stören sollte. Dies funktionierte auch ganz gut, denn in den Anfangsminuten gingen nicht viele Würfe der Schützlinge von Coach Adrian Hoppe ins Netz. Aber auch die Delmenhorster Abwehr stand gut und ließ zunächst ebenfalls nicht allzu viel zu.

Nach dem 2:1 für die Gastgeber durch Niklas Ordemann in der siebten Minute kamen die Delmestädter in der neunten Minute durch Christoph Meyer-Ebrecht und Thorsten Gaertner zur einzigen Führung in der ersten Halbzeit (3:2). Niklas Ordemann war es dann, der wieder zum 3:3 ausglich. Danach stand Carsten Jüchter im Mittelpunkt der Partie. Die Delmenhorster Deckung fand keine Mittel, den torgefährlichen Angreifer der Gastgeber zu stoppen, sodass er die nächsten sechs Treffer für sein Team zur 9:6-Führung erzielte.

Auf der anderen Seite war es Bastian Schäfer, der mit seinen Toren die Gäste im Spiel hielt. Nach 23 Minuten lagen aber die Buß-Schützlinge mit 12:7 deutlich vorne. Doch ein Torwartwechsel bei den Gästen – Mike Krause kam für Malte Cordes – machte sich anschließend positiv bemerkbar. Krause parierte einige Bälle, beim 10:13 zur Pause waren die Gäste wieder näher dran. In den ersten 30 Minuten fiel auf, dass die Außen auf beiden Seiten nur sehr wenig ins Spiel eingebunden wurden und somit auch kaum Wurfmöglichkeiten bekamen.

Nach dem Seitenwechsel sah es zunächst so aus, als könnten die Gastgeber ihre Führung locker beibehalten. Bennet Krix, der nun auf der Spielmacherposition eingesetzt wurde, verwandelte zwei Siebenmeter, sodass die Buß-Schützlinge nach 36 Minuten mit 18:13 vorne lagen. Doch während aufseiten der Gastgeber der im ersten Abschnitt siebenmal erfolgreiche Carsten Jüchter nun blass blieb und nicht mehr zum Zuge kam, setzten die Delmenhorster nach. Von den Außenpositionen trafen nun Philip Heinzel und Jonte Windels, Bastian Schäfer war aus dem Rückraum erfolgreich. Nach 39 Minuten war das Spiel beim Stand von 17:18 wieder offen. „Wir haben in dieser Phase schlechte Entscheidungen getroffen und Carsten Jüchter fehlte die Power“, sagte Stefan Buß.

Die Mannen von Adrian Hoppe drehten weiter auf. Beim 20:20 durch Jonte Windels hatten sie erstmals wieder den Ausgleich erzielt. Als Bastian Schäfer in der 51. Minute sogar zum 23:21 traf, schien sich das Blatt zu wenden. Nun nahm Stefan Buß seine Auszeit, schwor seine Mannschaft noch einmal ein, forderte hundert Prozent und wechselte mit Jan Bernd Döhle für Arne Klostermann den Torwart. „Das waren die Stellschrauben“, meinte Buß. Jan Bernd Döhle hielt, was auf sein Tor kam, und vorne legten die Gastgeber einen 6:0-Lauf hin. 27:23 hieß es zwei Minuten vor dem Ende. Das Spiel war gelaufen.

„Wir haben eine großartige kämpferische Leistung geboten. Zum Schluss waren die vergebenen Chancen ausschlaggebend“, urteilte Adrian Hoppe. Stefan Buß freute sich dagegen riesig. „Nach der schwachen Phase Mitte der zweiten Halbzeit hat mein Team das am Ende doch clever hinbekommen. Trotz der Ausfälle hat meine Mannschaft es gut gemacht und tollen Einsatz gezeigt.“ Während die Delmenhorster weiter im Mittelfeld rangieren, haben die Landkreisler immer noch – wenn auch kleine – Chancen auf die Meisterschaft.

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