Handball HSG Phoenix und die schönsten Siege

Die HSG dreht bei der SG Arbergen-Mahndorf einen Rückstand und ist gerüstet für das Derby. Für Christoph Schweitzer ist es der erste Sieg als Trainer.
10.02.2020, 13:10
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Von Thorin Mentrup

Drei Wochen lang hatte die 27:29-Niederlage gegen Daverden II über den Handballern der HSG Phoenix geschwebt – und damit auch über dem neuen Trainer Christoph Schweitzer. Der hatte seinen richtigen Start nun für die Partie bei der SG Arbergen-Mahndorf II ausgerufen. Durchaus mutig angesichts der starken Gastgeber. Doch Phoenix lieferte, drehte einen 12:15-Halbzeitrückstand noch in einen 28:27-Erfolg und bescherte dem neuen Coach den ersten Sieg. Für die HSG war es zudem der erste doppelte Punktgewinn im Jahr 2020. „Das ist der Einstand, den man sich wünscht“, war Schweitzer äußerst zufrieden. Gegen Daverden habe er sich mehr als Betreuer gefühlt, nun, bei seiner gefühlten Premiere als Trainer, sah das ganz anders aus. Schweitzer freute sich auch deshalb so intensiv, weil er im Bremer Osten seine Eindrücke von seiner neuen Mannschaft bestätigt sah: „Wir haben so viele Optionen. Wir konnten viel wechseln und hatten keinen Qualitätsverlust. Das hat uns in der zweiten Halbzeit geholfen. Arbergen hat überwiegend neun Spieler eingesetzt. Vielleicht ist ihnen dann auch ein bisschen die Puste ausgegangen.“ Wie gut die HSG in der Breite aufgestellt ist, zeigte sich unter anderem im Tor. Dort begann Yannick Mädler und machte wahrlich kein schlechtes Spiel, räumte seinen Platz dann aber für Leon La Fleche. Und der junge Schlussmann rechtfertigte das Vertrauen, hielt direkt zwei Siebenmeter. „Leon war richtig stark“, lobte Schweitzer. Respekt hatte sich aber auch Mädler verdient, der seinen Mitstreiter zwischen den Pfosten auch von der Seitenlinie aus immer unterstützte.

Dieser Zusammenhalt war ein Schlüssel zum Sieg. Phoenix hatte stark begonnen, lag eine knappe Viertelstunde lang immer vorn, verlor dann aber kurz den Faden und geriet ins Hintertreffen. Zehn Minuten, so Schweitzer, habe seine Sieben es nicht gut gemacht, sei vom Matchplan abgewichen. „Wir wollten das Spiel noch vor der Pause unbedingt drehen und wollten es zu sehr erzwingen“, vermisste er die Geduld. Sein Team erlaubte sich mehr Fehler und wurde dafür von den Gastgebern, die unter anderem mit Marcel Wrede und Dennis Busch viel Erfahrung aufboten, bestraft. Der Drei-Tore-Rückstand nach 30 Minuten war die Folge.

Angst, dass es nichts werden würde mit dem ersten Sieg des Jahres, habe er jedoch nie gehabt, sagte Schweitzer. Ganz im Gegenteil: „Ich hatte schon vor dem Spiel das Gefühl, dass wir gewinnen werden, und dieses Gefühl hat mich nur ganz selten getäuscht.“ Auch dieses Mal nicht. Phoenix drehte noch einmal auf, glich durch Torben Müller zum 18:18 aus und ging kurz darauf durch Ervi Mbiyeya sogar in Front und zog bis auf 24:21 davon (49.). Die Entscheidung war das noch nicht. Es begann eine spannende Schlussphase, in der die Gastgeber die Partie noch einmal drehten und keine zwei Minuten vor dem Ende mit 27:26 vorn lagen.

Jonas Langnau glich aus (59.), Torben Müller machte den Sieg dann perfekt. Zwölf Sekunden waren bei seinem Tor noch auf der Uhr. Arbergen-Mahndorf war zuvor in Ballbesitz gewesen, hatte das Angriffsrecht allerdings wegen Zeitspiels verloren. „Der Pfiff war richtig, aber in der Situation etwas glücklich für uns“, meinte Schweitzer. Sein Team reagierte prompt, Willi Dück setzte Müller ein, der die Gäste nach einem Herzschlagfinale jubeln ließ. „Diese Siege sind die schönsten. Sie machen am meisten Spaß“, strahlte Schweitzer nach dem Comeback seines Teams, das wieder dran ist an Rang zwei. Vor allem aber scheint es gerüstet für das Derby gegen Bruchhausen-Vilsen am Sonnabend.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+