HSG Stuhr - VfL Horneburg 32:30 HSG Stuhr entnervt Horneburg

Die Handballer der HSG Stuhr haben dem VfL Horneburg ein Bein gestellt: Nach einer defensiv wie offensiv überzeugenden Leistung behauptete sich die Sieben von Sven Engelmann gegen den Titelanwärter.
04.03.2018, 17:17
Lesedauer: 2 Min
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Von Thorin Mentrup

Stuhr. 50 Sekunden vor dem Ende gab Sven Engelmann, Trainer der Landesliga-Handballer der HSG Stuhr, seiner Mannschaft die letzte Forderung mit auf den Weg: „Ihr müsst eine Minute kämpfen, kämpfen, kämpfen.“ Und sein Team folgte seinen Worten: Wie in den 59:10 Minuten zuvor warf es alles in die Waagschale und durfte nach einem intensiven Spiel einen 32:30 (17:16)-Sieg gegen den VfL Horneburg bejubeln.

So spannend die Partie auch gewesen war: Engelmann war kurz nach der Schlusssirene schon wieder entspannt. „Wenn wir verlieren, nimmt mich das mehr mit“, sagte er, „heute bin ich stolz auf die Mannschaft.“ Die hatte alles investiert, um den Lauf der Gäste, die neun Siege in Folge eingefahren hatten, zu stoppen. Die Herangehensweise war ähnlich wie beim Erfolg gegen Spaden in der Vorwoche: Die Stuhrer verteidigten offensiv und mannbezogen. Die Gäste hatten damit Probleme. „Wir haben sogar noch ein bisschen offensiver verteidigt als gegen Spaden“, erklärte Engelmann, dessen Sieben dem Horneburger Rückraum um Timo Meyn, Yannik Löhden und Niklas Peper kaum einfache Würfe gestattete. Die Abschlüsse, die auf das Tor kamen, entschärfte HSG-Torhüter Stefan Germanus reihenweise. „Stefan hat hervorragend gespielt“, lobte Engelmann seinen Schlussmann. Hervorheben wollte er allerdings das Kollektiv, das einen Erfolg des Willens feierte. „Diese Abwehr so zu spielen, wie wir das gemacht haben, ist nicht einfach, vor allem nicht das gesamte Spiel über. Das kostet viel Kraft.“ Aber die Stuhrer trotzten der Belastung und ihrem Kontrahenten.

Dabei sahen sich die Gastgeber nicht nur ihren Gegenspielern, sondern auch Teilen der Kulisse gegenüber. Die Horneburger hatten viele Fans mitgebracht, die mit Trommeln für Stimmung sorgten. „Das hat richtig Spaß gemacht vor so vielen Zuschauern“, sagte Stuhrs Christoph Schneider beim Gang in die Kabine. Er war mit sechs Toren gemeinsam mit Meik Schäfer und Tim Seltmann, der die 100-Saisontore-Marke knackte, erfolgreichster Werfer seines Teams. Dass drei HSG-Spieler die Top-Scorer ihrer Mannschaft waren, war ein Indiz dafür, wie geschlossen die Gastgeber auftraten.

Drei Trikots reißen

Fast durchweg agierten beide Mannschaften auf Augenhöhe. Meist führte die HSG, die nicht nur defensiv stark agierte, sondern auch offensiv überzeugte. Robert Gums brachte die Gastgeber zum ersten Mal mit zwei Treffern in Führung (8:6, 15.). Doch Horneburg blieb dran und glich vier Minuten später zum 10:10 aus. Kein Team konnte sich absetzen, beide mussten hart für einen Treffer arbeiten. Die Stuhrer packten in der Abwehr so stark zu, dass die Trikots der Horneburger Timo Meyn, Leonard Klingschat und Niklas Peper zerrissen. Doch nicht nur das entnervte die Gäste. Sie fanden kein auf Dauer hilfreiches Mittel gegen die Gastgeber, die sich durch Christoph Schneider die 17:16-Pausenführung sicherten.

Die Partie blieb auch nach dem Seitenwechsel eng sowie sportlich und emotional auf hohem Niveau. Die Gastgeber ließen sich den Sieg trotz zwei früher Zeitstrafen gegen Sebastian Beckmann nicht mehr nehmen. Horneburg kämpfte sich zwischenzeitlich zum 22:22 zurück (44.), doch die HSG hatte die richtige Antwort parat und zog durch Seltmann acht Minuten vor Schluss auf 30:27 davon. Horneburg wurde danach hektischer, der Titelanwärter leistete sich Fehler, der Rückraum rieb sich gegen die HSG-Verteidigung auf. Die Stuhrer verdienten sich den Erfolg, auch weil sie den Anweisungen ihres Coaches folgten. „Die Jungs müssen immer erst spüren, dass man als Trainer recht hat – dann geht es auch“, meinte Engelmann lachend.

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