Winterwechsel in der Fußball-Kreisliga: Die 17 Klubs halten sich zurück und verpflichten insgesamt 27 Zugänge

Hürriyet und Hicretspor tauschen Spieler

Delmenhorst·Landkreis Oldenburg. Relativ ruhig war es an der Wechselbörse der Fußball-Kreisliga während der Winterpause. 27 neue Spieler holten die 17 Klubs bis zum Ende der Wechselfrist am Montagabend.
04.02.2016, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Hürriyet und Hicretspor tauschen Spieler
Von Christoph Bähr
Hürriyet und Hicretspor tauschen Spieler

Wechselten in der Winterpause den Verein (von links): Milot Ukaj (TV Jahn), Musa Balko (Harpstedter TB), Sven Hörnlein (FC Hude) und Hayri Sevimli (KSV Hicretspor).

Ingo Moellers

Relativ ruhig war es an der Wechselbörse der Fußball-Kreisliga während der Winterpause. 27 neue Spieler holten die 17 Klubs bis zum Ende der Wechselfrist am Montagabend. Vor einem Jahr waren es 23 Zugänge, und das war ebenfalls verhältnismäßig wenig. Oftmals sind gerade die abstiegsbedrohten Vereine im Winter besonders aktiv, doch in der Kreisliga tat sich bei den meisten Mannschaften aus der zweiten Tabellenhälfte wenig. Es gibt nur zwei Ausnahmen: den Zwölften KSV Hicretspor und das Schlusslicht Rot-Weiß Hürriyet.

Zwischen den beiden Delmenhorster Klubs kam es zu einem regelrechten Spielertausch, was auch damit zusammenhängt, dass Hicretspors Trainer Chawkat El-Hourani vorher für Hürriyet tätig war und Hürriyets Coach Mete Döner eine Hicretspor-Vergangenheit hat. „Die Vereine haben sich untereinander abgesprochen und vereinbart, dass kein Spieler gesperrt wird“, erläutert El-Hourani. Somit wechselten Yasin Güney und Tuna Sahinkaya von Hürriyet zu Hicretspor. Hayri Sevimli, Artem Böhm, Ali Niang und Murat Tan gingen den umgekehrten Weg, sodass Hicretspor bei diesem „Wechsel-Deal“ vom Papier her besser weggekommen ist.

Böhm und Niang verkörpern gehobenes Kreisliga-Niveau, während Sevimli sogar Drittliga-Erfahrung mitbringt. „Wir haben uns hinten und vorne sehr gut verstärkt. Aber wir brauchten auch dringend neue Spieler, denn der Kader war zu klein“, sagt Hicretspor-Trainer El-Hourani. Speziell vom pfeilschnellen Torjäger Sevimli verspricht er sich viel, auch wenn dieser bei Hürriyet zwischenzeitlich in Ungnade gefallen war. „Ich weiß nicht genau, was da los war. Der Verein war nicht zufrieden, und Hayri war auch nicht zufrieden. Uns wird er in jedem Fall sehr weiterhelfen“, unterstreicht El-Hourani.

Unterdessen zeigt sich Hürriyet-Coach Mete Döner trotz vieler abgewanderter Leistungsträger, zu denen auch Kapitän Adrian Mazur (Ziel unbekannt) zählt, optimistisch. Neben Güney und Sahinkaya holte der Tabellenletzte den erfahrenen Stürmer Ümit Ekiz (zuletzt vereinslos) und Verteidiger Stefan Kirst (SG Bookhorn). Außerdem sei die Einstellung der Spieler im Training bemerkenswert gut, berichtet Döner, der alles tun will, um den Klassenerhalt doch noch zu schaffen. Eng wird es auch für den Vorletzten TV Jahn Delmenhorst, weshalb sich Trainer Timur Cakmak in der Winterpause um neue Leute bemühte. „Leider haben mehrere Spieler aber keine Freigabe erhalten“, sagt er. Somit blieb es bei einem externen Zugang: Der offensive Mittelfeldspieler Milot Ukaj wechselte von Hürriyet zum TV Jahn. „Er wird uns in der Zentrale deutlich stärker machen“, ist Cakmak überzeugt.

Neben dem TV Jahn und Hürriyet belegt derzeit der SV Tungeln einen Abstiegsrang. Dennoch tat sich im Spielerkader des Tabellen-15. nichts. Dafür wechselte der Trainer: Lutz Hofmann übernahm das Amt von Michael Leverenz. Einen neuen Coach hat auch der TV Dötlingen, der als 14. nur knapp vor der Abstiegszone rangiert. Hendrik Sandkuhl trat die Nachfolge von Georg Zimmermann an und muss die Abgänge der Leistungsträger Jonas Krumland (Ziel unbekannt) und Niklas Hiegemann (TSV Oldenburg) kompensieren. Der SV Baris schwebt auf Rang 13 ebenfalls noch in Abstiegsgefahr. Coach Önder Caki setzt aber auf das zweifellos vorhandene Potenzial in seinem Kader. Nur die A-Jugendlichen Onur Fidan und Yasin Karakaya stießen neu dazu. „Sie wollen wir langsam aufbauen“, erklärt Caki. Auf der anderen Seite muss er zwei etablierte Leistungsträger ersetzen: Ricardo Meyer hört wegen seines Studiums auf, und Tolga Caki legt aus gesundheitlichen Gründen vorerst eine Fußballpause ein. Trotzdem ist Önder Caki überzeugt davon, dass es für sein Team im Abstiegskampf nicht brenzlig wird. „Die Hinrunde lief so schlecht, weil wir keine richtige Vorbereitung hatten. Viele Spieler waren im Sommer längere Zeit im Urlaub. Jetzt im Winter waren wir dagegen im Trainingslager in Antalya und konnten dort sehr gut arbeiten“, sagt der Baris-Trainer, der einen Platz im vorderen Mittelfeld anstrebt.

Noch weniger als bei den Mannschaften aus dem Tabellenkeller hat sich personell bei den Spitzenteams der Kreisliga verändert. Dafür birgt aber ein Wechsel reichlich Zündstoff: Mittelfeldmann Sven Hörnlein ging vom Spitzenreiter VfR Wardenburg zum direkten Konkurrenten FC Hude, der auf Rang drei liegt. Hörnlein könne als „Siegertyp“ der entscheidende Faktor im Meisterschaftskampf sein, glaubt Hudes Trainer Torsten Voigt. Ihm dürfte auch entgegenkommen, dass der Tabellenzweite VfL Wildeshausen II in der Winterpause personell geschwächt wurde. In Norman Holzenkamp steht der mit zwölf Treffern beste Torjäger des Teams jetzt im Landesliga-Kader der Erstvertretung. „Wir sind eben eine Entwicklungsmannschaft“, sagt Coach Arend Arends, der außerdem Stammspieler Ole Willms ersetzen muss (Umzug nach Hannover). „Ich werde jungen Leuten eine Chance geben. Und wenn wir am Ende unter den ersten Fünf landen, wäre das schon ein großer Erfolg.“

Aufgerüstet hat dagegen der Vierte Harpstedter TB, der in Rene Kube, Musa Balko und Nico Wegner gleich ein Trio vom Ligarivalen Ahlhorner SV loseiste. „Die drei Spieler helfen uns sehr weiter“, verdeutlicht Trainer Marcus Metschulat. Ganz nach oben schaut er in der Tabelle trotzdem nicht. „Wir wollen uns aber auch nicht verschlechtern“, betont Metschulat.

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