Der Fußballkreis-Vorsitzende Hartmut Heinen über das Jahr 2013, die Hallenkreismeisterschaft und seine Gedanken ans Aufhören „Ich kann mir vorstellen, dass ich nicht wieder kandidiere“

Spektakuläre Spiele, rekordverdächtige Kulissen, jubelnde Auf- und trauernde Absteiger – in rein sportlicher Hinsicht dürfte das Fußballjahr 2013 im Kreis Oldenburg-Land/Delmenhorst noch für lange Zeit in positiver Erinnerung bleiben. Abseits der Plätze gab es allerdings auch einige unschöne Momente – beispielsweise Drohungen gegen Schiedsrichter und emotionale Sportgerichtsverhandlungen.
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Spektakuläre Spiele, rekordverdächtige Kulissen, jubelnde Auf- und trauernde Absteiger – in rein sportlicher Hinsicht dürfte das Fußballjahr 2013 im Kreis Oldenburg-Land/Delmenhorst noch für lange Zeit in positiver Erinnerung bleiben. Abseits der Plätze gab es allerdings auch einige unschöne Momente – beispielsweise Drohungen gegen Schiedsrichter und emotionale Sportgerichtsverhandlungen. Im Interview mit Daniel Cottäus blickt Hartmut Heinen (67), der Vorsitzende des Fußballkreises, auf ein ereignisreiches Jahr zurück, spricht aber auch über die Zukunft.

Herr Heinen, das Fußballjahr 2013 ist zu Ende. Ganz spontan: Was war Ihr persönlicher Höhepunkt?

Hartmut Heinen: Den einen Höhepunkt gab es für mich gar nicht. Im Großen und Ganzen lief das Jahr normal ab. Positiv hervorheben möchte ich die gute Arbeit im Lehrbereich. Was beispielsweise die Futsal-Ausbildung der Schiedsrichter betrifft, sind wir in Niedersachsen führend. Insgesamt kann ich sagen: 97 Prozent des Fußball-

jahres 2013 waren positiv.

Und die restlichen drei Prozent? Was waren die Momente, mit denen Sie nicht einverstanden sind?

Ich musste feststellen, dass einige Vereine, ohne dass ich an dieser Stelle Namen nennen möchte, große Anpassungsschwierigkeiten haben. Viele meinen, sie können ihre eigenen Wege gehen, was in einer Gemeinschaft natürlich nicht funktioniert. Eine Erkenntnis aus dem Jahr 2013 ist für mich, dass ich mit dieser Tatsache wohl oder übel leben muss.

Sportlich betrachtet läuft in der Kreisliga seit Sommer 2013 die wohl attraktivste Saison seit vielen Jahren. Am ersten Spieltag sahen 800 Zuschauer die Partie zwischen dem TSV Ganderkesee und dem SV Atlas. Nach der Hinserie hat sich das Titelrennen auf diese beiden Klubs beschränkt. Hätten Sie sich mehr Spannung gewünscht?

Es ist doch sehr spannend. Selbst wenn Ganderkesee und Atlas schon einen großen Vorsprung auf die Verfolger haben, kämpfen die Vereine dahinter noch verbissen um die Plätze.

Wen sehen Sie im Kampf um die Meisterschaft denn im Vorteil?

Das ist schwer zu sagen. Mir war schon vor der Saison klar, dass Ganderkesee nicht zu unterschätzen ist. Auch Atlas hat eine starke Mannschaft, muss sich aber erst noch finden. Generell finde ich den Verein seit der Neugründung sehr spannend. Der SV Atlas bietet den Leuten etwas – sowohl seinen Spielern als auch den Zuschauern. Wenn jetzt auch noch die Stadt Delmenhorst mitzieht, könnte nach und nach etwas Großes entstehen.

Was meinen Sie genau?

Der Zustand des Delmenhorster Stadions war im Jahr 2013 immer wieder Thema in den Medien. Die Vereine, die es nutzen, sind unzufrieden. Mir ist klar, dass das Geld knapp ist, aber ich würde mir von der Stadt trotzdem einen Akzent wünschen, ein Signal an die Klubs: „Jetzt tun wir etwas im Stadion.“

Sie selbst leben in der Gemeinde Wardenburg, Ihr Heimatverein ist der abstiegsbedrohte Kreisligist SV Tungeln. Dürfen Sie als Fußballkreis-Vorsitzender überhaupt einen Lieblingsklub haben?

(lacht) Generell schaue ich auf alle Vereine, nicht nur auf einen speziellen. Vielleicht sehe ich mir bei den Ergebnissen aber zuerst das von Tungeln an. Das mag schon sein.

Wagen wir einen Ausblick auf das Fußballjahr 2014. Am Wochenende steht gleich der erste Höhepunkt an: Die Hallenkreismeisterschaft in Ganderkesee. Was erwarten Sie von diesem Turnier?

Ich bin davon überzeugt, dass die Ganderkeseer die Organisation wieder gut wuppen werden. Sie haben die richtige Mischung aus Erfahrung und Ehrgeiz, es jedes Jahr noch ein bisschen besser machen zu wollen.

Es ist das letzte Mal, dass Landkreis Oldenburg und Stadt Delmenhorst Ihren Meister zunächst getrennt voneinander ermitteln. Ab 2015 soll es ein großes, gemeinsames Turnier geben. Das dürfte ein organisatorischer Kraftakt werden...

Zu Beginn des Jahres 2014 wird es darum gehen, einen Ausrichter für 2015 zu finden. Ich könnte mir vorstellen, dass der TSV Ganderkesee das gut schaffen könnte. Danach müssen wir den Spielmodus bestimmen und nach einem Austragungsort suchen. Für mich wäre es das Sinnvollste, an einem Ort und Wochenende zu spielen. Nur so würde die ganze Fußballfamilie zusammenkommen.

Stichwort Fußballfamilie: Nach der feierlichen Fusion der beiden Altkreise Oldenburg-Land und Delmenhorst im Juni 2012 gab es einige Startschwierigkeiten. Wie beurteilen Sie heute den Prozess des Zusammenwachsens?

Ich habe damals gegen meine Überzeugung Leute aus dem alten Delmenhorster Vorstand mitgenommen und musste feststellen, dass mein Anspruchsdenken wohl zu hoch war. Aktuell sind wir im Vorstand gut aufgestellt, auch wenn die Posten des Schriftführers und des Ehrenamtsbeauftragten vakant sind. Am 20. Januar haben wir die nächste Mitarbeitertagung. Dann wird es auch um die weitere Ausrichtung für die Zukunft gehen. Heiner Spark, der Vorsitzende des Kreissportgerichts, hat angekündigt, 2015 Schluss zu machen, und auch ich werde nicht jünger.

Sie sind jetzt 67 Jahre alt. Beschäftigen Sie sich mit Gedanken ans Aufhören?

2015 stehen die nächsten Vorstandswahlen an. Ich kann mir vorstellen, dass ich dann nicht wieder kandidiere.

Herr Heinen, bleiben zum Abschluss eigentlich nur noch Ihre Wünsche für das neue Fußballjahr 2014...

Ich wünsche mir vor allem, dass wir in unserem Kreis vernünftig miteinander umgehen und eine noch engere Gemeinschaft werden. Darüber hinaus wäre es gut, wenn die Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft in Brasilien gut abschneidet. Das würde auch in unserem Kreis viele neue Jugendliche für den Fußball begeistern.

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