Ex-Profi Mike Barten geht seine neue Aufgabe als Trainer des TSV Melchiorshausen gewohnt ehrgeizig an "Ich will unbedingt aufsteigen"

Er nimmt beim Fußball-Landesligisten TSV Melchiorshausen eine interessante Rolle ein: Mike Barten, Ex-Werder-Profi und studierter Fußballlehrer, hat die vergangene Spielzeit als Aktiver bestritten und wird die kommende als Trainer angehen. Was sich unter seiner Regie beim TSV alles ändern soll, verrät er im Gespräch mit Jens Hoffmann.
29.06.2012, 05:00
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Er nimmt beim Fußball-Landesligisten TSV Melchiorshausen eine interessante Rolle ein: Mike Barten, Ex-Werder-Profi und studierter Fußballlehrer, hat die vergangene Spielzeit als Aktiver bestritten und wird die kommende als Trainer angehen. Was sich unter seiner Regie beim TSV alles ändern soll, verrät er im Gespräch mit Jens Hoffmann.

Wie beurteilt der Spieler Mike Barten die abgelaufene Saison des TSV Melchiorshausen?Mike Barten: Rein von den Ergebnissen her war vor allem das erste Halbjahr enttäuschend. Das Ziel war eigentlich der Aufstieg, aber da haben die Leistungen einfach nicht gepasst. Die Rückrunde verlief aber zufriedenstellender, die Mannschaft präsentierte sich insgesamt stabiler. Man hat gemerkt, dass eine gewisse Leichtigkeit zurückgekehrt ist. Und man hat das Potenzial gesehen, dass eigentlich in der Truppe steckte. Ich selber bin ja erst im Herbst zum TSV Melchiorshausen gestoßen, und für mich war es das allererste Mal, dass ich in der Landesliga spielte. Und ich muss sagen: Es folgte ein verrücktes Jahr. Wir haben in der Folgezeit alleine sechs, sieben Mal gegen den Tabellenführer gespielt, weil die Spitzenposition ständig wechselte. Meistens sahen wir gegen die Top-Teams gut aus, aber auch wir haben eben nicht konstant genug gespielt.Was muss sich demnach unter dem Trainer Mike Barten ändern?Wir müssen vor allen Dingen schauen, dass wir Spieler rankriegen, die Lust haben, Fußball zu spielen und die vor allem Lust haben, zum Training zu kommen. Das war in der Vergangenheit nicht optimal, und darauf lege ich ganz großen Wert. Denn eines ist klar: Ich will im nächsten Jahr unbedingt aufsteigen, das ist das Ziel. Also müssen wir vom ersten Spieltag an Gas geben, wir werden sicherlich auch von der Konkurrenz verstärkt beäugt werden.Der TSV hat sich mit etablierten Akteuren wie Sascha Otten oder Tobias Klemptner, um nur zwei zu nennen, bereits namhaft verstärkt. Sind die personellen Planungen damit abgeschlossen? Nicht unbedingt. Es ist aber auch nicht ausgeschlossen, dass wir in dem einen oder anderen Fall bis zur Winterpause warten. Im Großen und Ganzen bin ich mit dem Kader schon jetzt sehr zufrieden. Sascha Otten war bei der TSG Seckenhausen-Fahrenhorst Kapitän und davor auch schon in Melchiorshausen. Wird er nach seiner Rückkehr zum TSV automatisch wieder eine Schlüsselrolle einnehmen?Er ist auf jeden Fall ein Typ, der vorangeht. Natürlich erhoffen wir uns von solchen Leuten, dass sie das Heft in die Hand nehmen und besonders die jungen Spieler anleiten und unterstützen. Bei Sascha kommt hinzu, dass seine Kumpels hier in Melchiorshausen spielen, was seine Entscheidung, zu uns zu kommen, entscheidend beeinflusst hat. Er kennt das Umfeld also bestens. Zu Ihrer Person: Läuft man als ehemaliger Werder-Profi und studierter Fußballlehrer, der zudem mit dem damaligen Regionalligisten FC Oberneuland schon einen höherklassigen Verein trainiert hat, nicht automatisch Gefahr, die Ansprüche an das eigene Team zu hoch zu setzen?Diese Gefahr ist natürlich grundsätzlich da. Man muss seine eigenen Vorstellungen den Gegebenheiten anpassen beziehungsweise auf sie runterbrechen, das ist klar. In der Landesliga trainiert man halt nicht sechs Mal pro Woche, sondern maximal drei Mal. Und Spieler fahren auch mal während der Saison in Urlaub. Damit muss man als Trainer im Amateurbereich einfach leben. Deswegen starten wir ja auch schon recht früh, am 7. Juli, in die Vorbereitung, damit die Spieler zu Beginn der kommenden Saison topfit sind. Das ist das Entscheidende. Wir benötigen Spieler, die kämpfen und alles geben und die nicht den Kopf hängen lassen, wenn sie mal draußen sitzen. Wenn man auf Widerstände stößt, muss man gegen sie angehen. Das möchte ich den Spielern vermitteln.Spartenleiter Heiner Böttcher spricht in Bezug auf den aktuellen TSV Melchiorshausen von einem langfristig angelegten Projekt. Bedeutet das im Umkehrschluss auch eine langfristige Zusammenarbeit mit Ihnen?Ein langfristiges Projekt ist ja nicht zwingend von dem Namen Mike Barten abhängig. Es geht einfach darum, dass der Verein in fünf Jahren besser und konstanter aufgestellt ist als jetzt. Was meine Person anbelangt: Es gibt eine ganz klare Absprache mit den Verantwortlichen. Wenn ich die Möglichkeit habe, höherklassig zu arbeiten, kann ich den Verein verlassen. Aber ich gehe nicht davon aus, dass das so schnell der Fall sein wird. Denken Sie, dass Melchiorshausen perspektivisch ein guter Bremen-Ligist werden kann?Das denke ich schon. Wichtig wird sein, dass man auch von Außen sieht, dass hier gute Arbeit geleistet wird. Der Verein mussattraktiv sein, gerade für junge Spieler. Im Moment fehlt noch etwas der Unterbau. Aber kürzlich bei unserem Bolztag haben sich gut 40 Kinder getummelt. Das Ganze ist sehr gut angekommen, und es wäre schon, wenn der eine oder andere Teilnehmer deshalb zu uns kommen möchte. Aber eins ist auch klar: Um für junge Fußballer interessant zu sein, sollte die erste Herrenmannschaft erfolgreich sein. Sie ist das Aushängeschild. Kurze Frage zu Schluss: Ihr Ex-Verein FC Oberneuland hat für die erste Runde des DFB-Pokals ein Traumlos erwischt: Borussia Dortmund. Blicken Sie ein wenig neidisch in den Bremer Osten?Nein. Ich verstehe das eher als Anreiz, selber mal den Bremer Lotto-Pokal zu gewinnen und in den DFB-Pokal einzuziehen. Das ist auf jeden Fall eine schöne Sache.

"Ich will unbedingt aufsteigen"

Ex-Profi Mike Barten geht seine neue Aufgabe als Trainer des TSV Melchiorshausen gewohnt ehrgeizig an

Heim: TSV Melchiorshausen - SC Weyhe 3:4, Melch. - TuSpo Surheide 2:0, Melch. - Tura Bremen 4:0, Melch. - FT Geestemünde 1:4, Melch. - FC Oberneuland II 2:3, Melch - SC Lehe-Spaden 3:1, Melch. - ATSV Sebaldsbrück 1:3, Melch. - SVGO Bremen 2:0, Melch. - KSV Vatan Spor 0:3, Melch. - SV Grohn 2:1, Melch. - OT Bremen 1:1, Melch. - TSV Lesum-Burgdamm 1:3, Melch. - Geestemünder SC 7:1, Melch. - SC Schiffdorferdamm 2:0, Melch. - TSV Grolland 2:3 – Bilanz: 15 Spiele, 7 Siege, 1 Remis, 7 Niederlagen, 33:27 Tore, 22 Punkte

Auswärts: OT - Melch. 2:2, Vatan - Melch. 3:1, Grohn - Melch. 3:2, Lesum - Melch. 1:1, GSC - Melch. 1:8, Schifforderdamm - Melch. 3:0, Grolland - Melch. 1:1, Weyhe - Melch. 1:0, Tura - Melch. 0:2, TuSpo - Melch. 1:2, FTG - Melch. 0:2, FCO II - Melch. 0:0, Lehe-Spaden - Melch. 1:3, ATSV - Melch. 7:1, SVGO – Melch. 0:3 – Bilanz: 15 Spiele, 6 Siege, 4 Remis, 5 Niederlagen, 28:24 Tore, 22 Punkte.

Insgesamt: 30 Spiele, 13 Siege, 5 Remis, 12 Niederlagen, 61:51 Tore, 44 Punkte, Platz 9. (jeh)

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