Dem FC Bayern reicht der allernötigste Aufwand zum 2:0 gegen überforderte Braunschweiger

Im Schongang zum Sieg

München. Am Ende dürften alle Beteiligten froh gewesen sein, dass es vorbei war. Die Braunschweiger, weil sie lange Zeit einen Nachmittag erlebt hatten, an dem sie ungefähr so chancenlos gewirkt hatten wie eine Schnecke, die die Sahara durchqueren will.
01.12.2013, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Maik Rosner

Am Ende dürften alle Beteiligten froh gewesen sein, dass es vorbei war. Die Braunschweiger, weil sie lange Zeit einen Nachmittag erlebt hatten, an dem sie ungefähr so chancenlos gewirkt hatten wie eine Schnecke, die die Sahara durchqueren will. Und die Münchner, weil sie endlich mit dem Zeitvertreib aufhören konnten, sich in Endlosschleife den Ball zuzuschieben. 2:0 (2:0) siegte der FC Bayern gegen die Eintracht. Beide Tore erzielte Arjen Robben (2./30.), später stand die Latte seinem dritten Tor des Nachmittags im Wege. Und wieder mal waren ein paar Serien und Bestmarken ausgebaut worden.

Nur zweimal war die Mannschaft von Trainer Pep Guardiola ernsthaft in Bedrängnis geraten, als zunächst Manuel Neuer mit einer Grätsche außerhalb des Strafraums gegen Dominik Kumbela retten musste und David Alaba den anschließenden Heber von Gianluca Korte artistisch wegschlug. Und noch einmal kurz vor Schluss, als ein abgefälschter Freistoß von Kevin Kratz an die Latte flog. Doch abgesehen von leichten Irritationen in der zweiten Hälfte war es die erwartet einseitige Angelegenheit gewesen. „Die Mannschaft hat in der ersten Halbzeit großartig gespielt“, sagte Sportvorstand Matthias Sammer. Nach den erfolgreichen Reisen zu Borussia Dortmund und ZSKA Moskau äußerte er Verständnis für den Leistungsabfall der Elf im zweiten Durchgang: „In der zweiten Halbzeit hat sie zwei Gänge rausgenommen. Da hat es halt gemenschelt bei uns.“

Den Münchnern genügte es aber auch, nur den nötigsten Aufwand zu betreiben. Früh waren sie ja in Führung gegangen, nach Mario Götzes hübschem Lupfer auf Robben, dessen Pfostenschuss und dem anschließenden Abstauber per Kopf. Dante hätte wenig später beinahe auf 2:0 erhöht, Mirko Boland konnte den Ball auf der Linie aber noch mit dem Kopf an die Latte lenken. Doch weil Robben nach einer halben Stunde einen weiten Diagonalpass von Toni Kroos mit der Brust herunternahm, Norman Theuerkauf lässig umkurvte und zum 2:0 einschoss, war die Partie bereits nach einem Drittel der Spielzeit entschieden.

Die Braunschweiger konnten einem im ersten Durchgang leid tun. Kaum hatten sie mal einen Ball in den langen Passagen der Münchner erobert, verloren sie ihn umgehend wieder durch technische Fehler oder nicht abgestimmte Laufwege. Schon im Ansatz missrieten die meisten ihrer Aktionen. Zur Halbzeit hatte der FC Bayern mit überschaubarem Eifer 80 Prozent Ballbesitz und 11:0-Torschüsse angehäuft.

Erst nach der Pause gelangen den Gästen ein paar Kombinationen und auch Abschlüsse. „Man kann durchaus auch mal ein Tor schießen hier“, stellte Braunschweigs Kratz fest, „aus der zweiten Halbzeit kann man sicher Mut schöpfen.“ Zum Beispiel aus jener Chance, als Ermin Bicakcic zu einem Kopfball kam. Oder auch jener zuvor, als Kumbela den lange Zeit frierenden Torwart Neuer prüfte, der den verletzt fehlenden Philipp Lahm als Kapitän vertrat. Doch auch die weiteren Absenzen von Franck Ribéry, Bastian Schweinsteiger, Xherdan Shaqiri, Claudio Pizarro und Holger Badstuber fielen nicht wirklich ins Gewicht. Der Aufsteiger war schlicht überfordert mit einem FC Bayern im Schongang, wenngleich die Partie in Durchgang zwei nicht mehr so einseitig verlief. Die Münchner hatten mit der Begegnung zu dieser Zeit wohl schon abgeschlossen.

Am Mittwoch im DFB-Pokal beim derzeit sehr stabilen FC Augsburg könnten sie etwas mehr gefordert werden. „Das wird ein ganz schwieriges Spiel – aber wir fahren da mit viel Selbstvertrauen hin“, sagte der Doppeltorschütze Robben. Das dürfte für ihn ganz besonders gelten.

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