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Weitere Vereine ziehen nach

Immer mehr Vereine stellen einen Antrag auf Wiederzulassung von Zuschauern bei Spielen: auch der MSV Duisburg. Bei Vereinen aus der Dritten Liga ist der finanzielle Druck erheblich höher als bei Bundesligisten.
03.09.2020, 06:22
Lesedauer: 2 Min
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Von Markus Peters
Weitere Vereine ziehen nach

Fußball-Drittligist MSV Duisburg möchte sein Erstrundenspiel im DFB-Pokal gegen Borussia Dortmund vor Zuschauern bestreiten

Bernd Thissen

Nach und nach stellen immer mehr Profi-Vereine in Deutschland Anträge auf Zulassung von Zuschauern bei Meisterschafts- oder Pokalspielen. Der Fußball-Drittligist MSV Duisburg zum Beispiel möchte sein Erstrundenspiel im DFB-Pokal am 14. September gegen Borussia Dortmund vor Publikum bestreiten. Der Verein hat beim zuständigen Gesundheitsamt ein entsprechendes Hy­gienekonzept eingereicht, wonach unter Berücksichtigung der gültigen Schutzverordnung eine Zulassung von bis zu 8000 Besuchern in der Duisburger Arena möglich sein könnte. Auch die Liga-Konkurrenten Magdeburg und Rostock legten ähnliche Pläne vor.

Testlauf bei den Frauen

Um die Behörden von ihrem Konzept zu überzeugen, planen die MSV-Verantwortlichen einen Testlauf vor Zuschauern mit ihrer Bundesliga-Mannschaft der Frauen. Zum Saisonstart am kommenden Sonntag ist dort der Aufsteiger SV Meppen zu Gast.

Hintergrund der Pläne sind die wegfallenden Ticketeinnahmen, die in der 3. Liga größere Bedeutung für die Einnahmen der Fußballklubs haben. Während in der 2. Fußball-Bundesliga noch Anteile aus der gemeinsamen TV-Vermarktung in Höhe von mehr als zehn Millionen Euro pro Saison und Verein ausgezahlt werden, sind es in der 3. Liga bei vergleichbarer Kostenstruktur nur knapp 1,5 Millionen Euro.

Pokalspiel gegen Dortmund

Da könnte das Pokalspiel, zu dem der MSV den Revierrivalen BVB empfängt, für einen warmen Geldregen für beim klammen Klub sorgen. Das Spiel wird live in der ARD übertragen. Doch vom großen Publikum hat der Verein nichts. „Die TV-Gelder sind in der Antrittsprämie für den DFB-Pokal enthalten“, erläutert MSV-Präsident Ingo Wald. Doch nicht nur finanzielle Gründe spielen eine Rolle: „Was uns allen extrem fehlt, ist die Gemeinsamkeit von Fans und Mannschaft im Stadion. Wir wollen einen Stein ins Rollen bringen“, sagt MSV-Geschäftsführer Peter Mohnhaupt.

Nur 300 Zuschauer möglich

Bislang sieht die Stadt Duisburg die teilweise Zulassung von Zuschauern kritisch: „Wir stehen in engem und sehr konstruktivem Austausch mit dem MSV“, so ein Stadtsprecher. Die Erfahrung habe jedoch gezeigt, dass bei Veranstaltungen, in denen eine Vielzahl von Menschen auf begrenztem Raum für einen längeren Zeitraum zusammenkommt, ein hohes Risiko für die Verbreitung des Coronavirus bestehe. „Zum jetzigen Zeitpunkt kann die Stadt Duisburg deshalb einen Spielbetrieb in der Arena nur mit maximal 300 Zuschauern ermöglichen“, so ein Stadtsprecher. Damit wäre ein Test mit Frauen möglich, das DFB-Pokalspiel aber nicht.

Aue plant mit 4411 Zuschauern

Zweitligist Erzgebirge Aue kann zum ersten Saison-Heimspiel am 25. September gegen die SpVgg Greuther Fürth mit 4411 Zuschauern planen. Regionalligist FC Chemnitz hat dagegen die Genehmigung erhalten, das Pokalspiel gegen den Bundesligisten TSG Hoffenheim vor 4632 Fans auszutragen. Bundesligist Mainz 05 darf 1000 Zuschauer beim Pokalspiel gegen den Regionalligisten TSV Havelse hereinlassen.

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